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Glossareinträge beginnend mit V

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Vereinigter Antifaschistischer BlockNach Begriff suchen

Untergrundorganisation, die im November 1942 im GhettoItalienisch, Bezeichnung für zwangsweise zugewiesenen, räumlich beschränkten Wohnbezirk für eine Minderheit, der von außen abgeriegelt und mit Ausgehverbot und behördlichen Kontrollen belegt werden kann. Im Rückgriff auf historische Vorbilder aus dem Mittelalter errichteten die Nationalsozialisten ab Dezember 1939 in den besetzten osteuropäischen Gebieten durch Mauern und Stacheldraht abgetrennte Wohnbezirke z.B. in Lodz, Warschau, Wilna, Riga, Minsk, in denen Juden und "Zigeuner" unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten, bevor sie deportiert und ermordet wurden. in Bialystok gegründet wurde, organisierte Fluchtmöglichkeiten aus dem Ghetto, beschaffte Waffen und bereitete sich auf den Kampf vor, griff seit Januar 1943 deutsche Truppen im Ghetto an, löste am 16. August 1943 angesichts der endgültigen „Auflösung“ des Ghettos einen Aufstand aus, der nach einigen Tagen einsamen Widerstands mit dem Freitod der beiden Führer Mordechaj Tenenbaum (Tanenbaum) und Daniel Moszkowicz zusammenbrach.

Versailler VertragNach Begriff suchen

Friedenvertrag mit Deutschland. Der wichtigste der 1919-1920 geschlossenen Verträge, die den Ersten Weltkrieg beendeten, beherrschte die gesamte Weltpolitik in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen, unterzeichnet von Deutschland und den Staaten der Siegerkoalition (Entente) am 28. Juni 1919 auf der Pariser Friedenskonferenz, ratifiziert am 10. Januar 1920, legte eine neue territoriale und politische Struktur Europas fest, bestimmte Deutschlands Grenzen unter Berücksichtigung der Unabhängigkeit u.a. der Tschechoslowakei und Polens und bestätigte die Verpflichtung, eroberte Gebiete zurückzugeben (Großpolen und Pommerellen an Polen), setzte Volksabstimmungen im Ermland, in Masuren und in Oberschlesien fest und sah die Gründung der Freien Stadt Danzig vor, enthielt Bestimmungen über die Einberufung eines Völkerbundes und verpflichtete viele neu entstandene Staaten, darunter auch Polen, zum Schutz der nationalen Minderheiten.

Synonyme: Vertrag von Versailles
Verstaatlichung in PolenNach Begriff suchen

Besondere Rechtsbstimmung, welche die Übernahme der Produktionsmittel durch den ponischen Staat (mit oder ohne EntschädigungRückerstattung von enteignetem, geraubtem ("arisierten") Grundbesitz und Vermögen und individuelle Entschädigung von NS-Verfolgten für zugefügte Leiden an Leib und Leben. Als Sammelbegriff umgangssprachlich, doch für die Problematik unangemessen wurde von deutscher Seite als juristischer Oberbegriff Wiedergutmachung für das komplexe Vertrags- und Gesetzeswerk der Entschädigung durchgesetzt, um einen "sühnenden Akt" zu verdeutlichen.
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<p>Schon vor Ende des 2. Weltkrieges wurden Entschädigungsforderungen von jüdischen Organisationen und der US-Administration diskutiert. Erste internationale Vereinbarung Ende 1945: das Pariser Reparationsabkommen, unterzeichnet von 18 alliierten Staaten. Auf US-Initiative 1947 Rückerstattungsgesetz (US-REG).Erst 1957 Bundesrückerstattungsgesetz. Die Wiedergutmachung war unpopulär und erzeugte Ressentiments gegen die Anspruchsberechtigten.
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<p>Kollektive Entschädigungsabkommen der BRD: 1952 mit Israel und der Claims Conference. Ab 1953 individuelle Entschädigung gemäß Bundesentschädigungsgesetz. Es  benachteiligte vor allem ausländische Verfolgte und verschiedene deutsche Verfolgtengruppen, die in der BRD weiter diskriminiert wurden, wie Sinti u. Roma, Kommunisten, Wehrdienstverweigerer, Homosexuelle, von dem NS-Erbgesundheitsgesetz Betroffene u. sogen. Asoziale.
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<p>Von geschätzten 20 Millionen NS-Verfolgten nur ca. 1,5 Millionen Empfänger von Entschädigung. Heftige Kritik gab es an der Praxis der Schadensfeststellung sowie der tatsächlich gezahlten Entschädigung für schweres Leid. Insgesamt leistete die Bundesrepublik bis Ende der 90er Jahre über 100 Milliarden DM an Entschädigungsleistungen, 80 Prozent davon entfallen auf individuelle Ansprüche, 80 Prozent der Gesamtsumme wurden an jüdische Holocaust-Überlebende gezahlt. Im Juli 2000 wurde vom Deutschen Bundestag die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ zur Entschädigung der ca. 1,2 Millionen noch lebenden Zwangsarbeiter der deutschen Industrie in der NS-Zeit errichtet. für die bisherigen Besitzer)legitimierte. In Polen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Unternehmen durch die Übergangsverwaltung (nach der Verordnung vom 02. März 1945, modifiziert durch das Gesetz vom 6. Mai 1945) verstaatlicht. Laut der Verordnung wurden die bis dahin in deutschem Besitz befindlichen Unternehmen ohne Entschädigung durch den polnischen Staat übernommen. Eine Entschädigung erhielten die polnischen Unternehmen, die für eine Schicht mehr als 50 Arbeiter anstellten. Die Verstaatlichung galt für die Güter sowie für alle Rechte (Lizenzen, Produktzeichen, etc.). Bis zum 1. Oktober 1948 wurden über 35.000 Unternehmen verstaatlicht.

Synonyme: Nacjonalizacja przemysłu
Vichy-RegimeNach Begriff suchen

Das Vichy-Regime (offiziell: État françaisDas Vichy-Regime (offiziell: État français) war von 1940 bis 1944 die formal unabhängige aber mit Nazi-Deutschland kooperierende französische Regierung nach der Niederlage und Besetzung Frankreichs im Juni1940. Der Name leitete sich her vom Regierungssitz in Vichy/Auvergne. Chef de l'État war Marschall Pétain.) war von 1940 bis 1944 die formal unabhängige aber mit Nazi-Deutschland kooperierende französische Regierung nach der Niederlage und Besetzung Frankreichs im Juni1940. Der Name leitete sich her vom Regierungssitz in Vichy/Auvergne. Chef de l'État war Marschall Pétain.

Synonyme: État français
VierjahresplanNach Begriff suchen

Auftrag Hitlers 1936, in vier Jahren die Aufrüstung Deutschlands und die Kriegsbereitschaft der deutschen Wirtschaft zu erreichen. Das Ziel des Plans beinhaltete die Revision des Versailler Friedensvertrags. Hermann Göring1893-1946. Im 1. Weltkrieg Jagdflieger, seit 1922 Mitglied der NSDAP, Teilnahme am Hitlerputsch.1933 Preußischer Innenminister u. Ministerpräsident, 1935 Reichskommissar für Luftfahrt. Als Beauftragter für den Vierjahresplan ab 1936 diktatorische Vollmacht über die Wirtschaft, verantwortlich für die Arisierung jüdischen Eigentums. Hitlers designierter Nachfolger. Im Juli 1941 Auftrag an Reinhard Heydrich zur Vorbereitung der "Endlösung der Judenfrage". Als einer der Hauptangeklagten im Nürnberger Prozess zum Tode verurteilt. Selbstmord vor der Hinrichtung. wurde Beauftragter für den VierjahresplanAuftrag Hitlers 1936, in vier Jahren die Aufrüstung Deutschlands und die Kriegsbereitschaft der deutschen Wirtschaft zu erreichen. Das Ziel des Plans beinhaltete die Revision des Versailler Friedensvertrags. Hermann Göring wurde Beauftragter für den Vierjahresplan mit Generalvollmacht in allen wirtschaftlichen Fragen und Chef des 1936 geschaffenen Amtes im Rang einer Obersten Reichsbehörde. mit Generalvollmacht in allen wirtschaftlichen Fragen und Chef des 1936 geschaffenen Amtes im Rang einer Obersten Reichsbehörde.

Viktor BrackNach Begriff suchen

Geboren 1904. Sohn eines Arztes, Diplom in Wirtschaftswissenschaften, 1929 Eintritt in die NSDAPIm Januar 1919 als Deutsche Arbeiterpartei gegründete antimarxistische, antisemitische und völkische Organisation. Im Februar 1920 umbenannt in NSDAP und Verkündung des 25 Punkte umfassenden Parteiprogramms durch Adolf Hitler, nach dem Hitlerputsch vom 8./9. November 1923 verboten. Wiedergründung im Februar 1925. Die Mitgliederzahl stieg von 27.000 im Jahr 1925 auf 2,5 Millionen im März 1933., zunächst Himmlers Fahrer, 1936 SS-Verbindungsmann zur Kanzlei des FührersHitler unterstanden vier Kanzleien: Die Präsidialkanzlei des Staatsoberhaupts unter dem Staatssekretär Otto Meisner, die Reichskanzlei, Amtssitz des Reichskanzlers, geleitet von dem Reichsminister Hans Heinrich Lammers, die Kanzlei des Führers, geleitet von NSDAP Reichsleiter Philipp Bouhler, zuständig für persönlich an Hitler gerichtete Eingaben, ab 1939 für das Euthanasieprogramm, schließlich in München bis 1941 die von Rudolf Heß geleitete Dienststelle Stellvertreter des Führers, ab 1941 umbenannt in Parteikanzlei unter dem Reichsleiter Martin Bormann. und Adjutant von Philipp Bouhler, (Kanzleichef Hitlers). 1940 SS-Oberführer, 1939-41 Organisator der "EuthanasieMit dem Aktenzeichen "14f13" als Tarnung bezeichnete Erfassung und Ermordung ca. 20.000 kranker KZ-Häftlinge von April 1941 bis April 1943 durch Personal der Aktion T4 in den "Euthanasie"-Anstalten." in der T4 -Dienststelle, bereitete den Einsatz von Gaswagen zur Tötung von Juden in Riga und Minsk vor, maßgeblich am Aufbau der VernichtungslagerKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos. in Polen beteiligt. Ab 1942 Dienst in der Waffen-SSAb Oktober 1939 von Himmler eingeführte Bezeichnung für die bewaffneten Teile der SS. Der Waffen-SS gehörten 1944 fast 600.000 Mann an, bei Kriegsende 38 Divisionen. Sie unterstand militärisch dem Heereskommando, organisatorisch dem SS-Führungs-Hauptamt. Der Soldat der Waffen-SS war Freiwilliger, musste SS-Rassekriterien erfüllen und war meist fanatischer Vertreter der NS-Weltanschauung. Ab 1943/44 wurden zunehmend Nichttaugliche, Nichtfreiwillige sowie Nichtdeutsche in die Waffen-SS rekrutiert. Die Waffen-SS war vielfach an Kriegsverbrechen beteiligt., im Nürnberger Ärzteprozess 1947 zum Tode verurteilt, in Landsberg am Lech 1948 hingerichtet.

VolkslisteNach Begriff suchen

Die „Deutsche Volksliste“ (vollständige Bezeichnung) wurde 1941 auf Grund eines Erlasses von Reichsinnenminister Wilhelm Frick und Heinrich HimmlerGeboren 1900 in München, Vater Gymnasialdirektor. 1922 Dipl.-Landwirt. 1923 Teilnahme am Hitlerputsch. 1929 "Reichsführer SS". Juni 1936 Chef der deutschen Polizei. Befehlsgewalt über den gesamten SS Terrorapparat. 1939 Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums, zuständig für die Germanisierung und "Umvolkung" in den besetzten Ostgebieten".1943 Reichsinnenminister. Verantwortlich für die Errichtung des Nazi-Terrorapparates in den besetzten Ländern und für die Durchführung der "Endlösung" (Ermordung der Juden in Europa). Nach der Kapitulation und gescheiterten Flucht in britischer Gefangenschaft Selbstmord am 23. Mai 1945. in seiner Eigenschaft als Kommissar für die Festigung des deutschen Volkstums eingeführt. Nach ihr wurde die Bevölkerung in den besetzten europäischen Gebieten in vier Kategorien eingeteilt. Kategorie I: Personen deutscher Nationalität, die sich vor 1939 zu Gunsten des Reichs betätigt hatten. Der Kategorie II: Personen deutscher Nationalität, die passiv geblieben waren. Kategorie III: Personen deutscher Abstammung gezählt, die teilweise polonisiert waren, z.B. durch Eheschließung mit einem/r polnischen Partner/in oder durch Arbeitsverhältnisse (hauptsächlich Schlesier und Kaschuben). Kategorie IV: Personen deutscher Abstammung, die polonisiert waren und die GermanisierungTarnbegriff der Nationalsozialisten für Vertreibung slawischer Völker aus besetzten Gebieten, wo anschließend »Volksdeutsche« angesiedelt werden sollten. Begriff auch für die von Heinrich Himmler betriebene rassistische Politik der »Eindeutschung« von Kindern aus den besetzten Gebieten in deutsche Familien. Bei blonden und blauäugigen Kindern vermuteten Nazis »germanische Erbanlagen«. unterstützten. Wer zu einer dieser Kategorien gehörte, aber seine Bindungen an Deutschland abstritt, wurde sehr streng behandelt. Personen der III. und IV. Kategorie wurden zur Arbeit nach Deutschland geschickt und zur Wehrmacht eingezogen.