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Glossareinträge beginnend mit P

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Paul CelanNach Begriff suchen

1970 in Czernowitz (Rumänien) als Sohn deutschsprachiger jüdischer Eltern geboren, studierte Medizin und Romanistik. Seine Eltern wurden nach Transnistrien deportiert und getötet. Celan entging der DeportationZwangsumsiedlung von Juden sowie Sinti und Roma aus ihren Wohnungen zunächst in besondere Unterkünfte, Häuser und städtische Lager, in Osteuropa in Ghettos, KZ, Arbeits- und Straflager sowie Tötungszentren. Deportationen wurden sprachlich als "Aussiedlung" oder "Evakuierung" getarnt, um das eigentliche Ziel, die Ermordung, zu vertuschen., überlebte zwei Jahre Arbeitslager. Er lebte nach 1945 in Bukarest, Wien, ab 1948 in Paris, lehrte deutsche Literatur, wurde berühmt durch seine Lyrik, die biblische Motive und die JudenverfolgungDie Verfolgung der Juden mit dem Ziel ihres Ausschlusses aus der deutschen Nation war zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Politik. Die Verfolgungsmaßnahmen führten auf der Grundlage von über 2.000 rassistischen Gesetzen und Verordnungen zwischen 1933 und 1945 schrittweise von der Vernichtung der bürgerlichen Existenz und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen im Zweiten Weltkrieg zum Holocaust, der physischen Vernichtung als ethnische und kulturelle Minderheit in Europa. in surrealistischen Metaphern thematisiert, sowie durch Übersetzungen klassischer Literatur. 1960 Büchnerpreis. 1970 Tod durch Selbstmord.

PazifizierungNach Begriff suchen

Bezeichnung der deutschen Besatzungsmacht in Polen für die Zerstörung ganzer Dörfer und Erschießung ihrer Einwohner als Vergeltung für die Teilnahme oder vermutete Teilnahme an Widerstandshandlungen oder Unterstützung von Partisanen. Ab 31.9.1939 durch VO „zur Bekämpfung von Gewaltakten im GG“ und Himmlererlass vom 30 9. 1942 „zur Bekämpfung des Bandenwesens“ Einführung des Prinzip der kollektiven Verantwortung. Die Aktionen wurden von Einheiten der SS, GestapoAbk. für Geheime Staatspolizei, am 26.4.1933 von Göring als preußischem Ministerpräsidenten eingerichtet, (Zentralbehörde: Geheimes Staatspolizeiamt Gestapa). 1934 Reichsbehörde unter Himmler als Reichsführer SS und Chef der Dt. Polizei, mit Kriminalpolizei zur Sicherheitspolizei vereinigt, ab 1939 als Amt IV im Reichssicherheitshauptamt. Ohne Bindung an Recht und Gesetz verhängte die Gestapo Haft in Gefängnissen und KZ, folterte, ermordete politische Häftlinge, ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und war beteiligt an den Mordaktionen der Einsatzgruppen. und Feldpolizei nach Willkür der Besatzer durchgeführt, bei größeren Aktionen unterstützt durch die Wehrmacht. Insgesamt wurden auf diese Weise in Polen 440 Dörfer und ihre Bewohner vernichtet.

PimpfeNach Begriff suchen

Die Hitlerjugend war nach Alter u. Regionen paramilitärisch organisiert: die 10-14jährigen als PimpfeDie Hitlerjugend war nach Alter u. Regionen paramilitärisch organisiert: die 10-14jährigen als Pimpfe im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. bei den Jungmädel (JM), die 14-18jährigen in HJ und BDM (Bund Deutscher Mädel). im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. bei den Jungmädel (JM), die 14-18jährigen in HJGegründet 1926, Jugendorganisation der NSDAP für Jungen und Mädchen. Ziel war die totale Erfassung und politische Beeinflussung der deutschen Jugend. Durch Verbot anderer Jugendverbände und Zwangsmitgliedschaft neben Elternhaus und Schule einzige Erziehungsinstitution. 8,7 Mio. Mitglieder 1938. Die HJ war nach Alter u. Regionen paramilitärisch organisiert: die 10-14jährigen als Pimpfe im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. bei den Jungmädel (JM), die 14-18jährigen in HJ und BDM (Bund Deutscher Mädel). 1939-1945 wurden HJ und BDM zu kriegswichtigen Hilfsdiensten eingesetzt. und BDM (Bund Deutscher Mädel).

PlötzenseeNach Begriff suchen

Gefängniskomplex in Berlin, 1869-1879 für 1.400 Häftlinge erbaut, bis heute Strafanstalt. 1933-1945 Hinrichtungsstätte für über 3.000 aus politischen Gründen meist vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilte Menschen. Viele der in P. Ermordeten gehörten dem deutschen Widerstand an: Mitglieder der Roten Kapelle, der Herbert Baum-Gruppe, des Kreisauer Kreises und Beteiligte am gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944. Nach 1942 wurden auch Widerstandskämpfer aus 19 europäischen Nationen in PlötzenseeGefängniskomplex in Berlin, 1869-1879 für 1.400 Häftlinge erbaut, bis heute Strafanstalt. 1933-1945 Hinrichtungsstätte für über 3.000 aus politischen Gründen meist vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilte Menschen. Viele der in P. Ermordeten gehörten dem deutschen Widerstand an: Mitglieder der Roten Kapelle, der Herbert Baum-Gruppe, des Kreisauer Kreises und Beteiligte am gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944. Nach 1942 wurden auch Widerstandskämpfer aus 19 europäischen Nationen in Plötzensee hingerichtet. Der Hinrichtungsbau auf dem Anstaltsgelände ist seit 1952 Gedenkstätte. hingerichtet. Der Hinrichtungsbau auf dem Anstaltsgelände ist seit 1952 Gedenkstätte.

Polen-JugendverwahrlagerNach Begriff suchen

Ein Kinder- und Jugendlager in LitzmannstadtStadt im 1939 annektierten Teil Polens, umbenannt in Litzmannstadt. Erstes größeres Ghetto, im Frühjahr 1940 eingerichtet. Im Juni 1940 lebten 157.000 Menschen auf einem Areal von 4 km unter unzureichenden Bedingungen. Im Oktober 1941 kamen 20.000 deutsche, österreichische, luxemburgische und tschechische Juden dazu sowie 5.000 Sinti und Roma aus dem Burgenland, die in einem separaten Teil des Ghettos inhaftiert wurden. Zwischen Januar 1942 und Juli 1944 Deportationen zur Vernichtung nach Chelmno. 1944 Auflösung des Ghettos und Deportation von ca. 60.000 Menschen nach Auschwitz., ein Nazi-KonzentrationslagerKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos. für polnische Kinder und Jugendliche in der ulica Przemysłowa in LodzStadt Lodz im 1939 annektierten Teil Polens, umbenannt in Litzmannstadt. Erstes größeres Ghetto, im Frühjahr 1940 eingerichtet. Im Juni 1940 lebten 157.000 Menschen auf einem Areal von 4 km unter unzureichenden Bedingungen. Im Oktober 1941 kamen 20.000 deutsche, österreichische, luxemburgische und tschechische Juden dazu sowie 5.000 Sinti und Roma aus dem Burgenland, die in einem separaten Teil des Ghettos inhaftiert wurden. Zwischen Januar 1942 und Juli 1944 Deportationen zur Vernichtung nach Chelmno. 1944 Auflösung des Ghettos und Deportation von ca. 60.000 Menschen nach Auschwitz. (Litzmannstadt), bestand offiziell seit dem 1. Dezember 1942. Lagerkommandant war SSAbk. für "Schutzstaffel", gegründet 1925 als Leibgarde Hitlers. Ab 1929 unter Himmler Entwicklung zur Eliteeinheit der Partei. Nach der Entmachtung der SA 1934 selbständige Organisation der NSDAP und schrittweise Verschmelzung mit der staatlichen Polizei. Die SS war zuständig für die innenpolitische Machtsicherung, die Inspektion sowie die Bewachung der KZ durch bewaffnete "Totenkopfverbände". Nach 1939 spielte die SS die entscheidende Rolle bei der Eroberungs- und Vernichtungspolitik. Die Farbe der Uniform war schwarz, Erkennungszeichen ein doppeltes S in Runenform und der Totenkopf.-Sturmbannführer Karl Ehrlich, Lagerleiter Hans Heinrich Fuge. Das Lager unterstand organisatorisch der deutschen Kriminalpolizei und war für ca. 2.000 Jugendliche aus den westpolnischen Gebieten vorgesehen, die das Dritte Reich annektiert hatte. Das Lagerpersonal bestand aus einer Gruppe von sadistisch veranlagten SS-Männern, die "Erzieher" genannt wurden. Die Kinder wurden von ihren Familien getrennt, litten an Erschöpfung durch schwerste Arbeit, an Hunger und den Folgen brutaler Strafen. Sie starben an Krankheiten in Folge schlechter sanitärer Verhältnisse und druch Mißhandlungen der SS-Männer. Das Lager bestand bis zum Januar 1945.

Synonyme: Jugendverwahrlager
Politische GefangeneNach Begriff suchen

Politische Gegner, deutsche und ausländische Widerstandskämpfer, zur Ausschaltung der Opposition gegen die NS-Diktatur inhaftiert. In den KZKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos. waren sie mit dem roten Winkel, einem auf der Spitze stehenden Dreieck gekennzeichnet, bei Ausländern oft mit dem Initial des Herkunftslandes.

Polnische ExilregierungNach Begriff suchen

Regierung der Republik Polen im Exil(Lateinisch: emigrare) Auswanderung, Menschen verlassen für immer oder für eine gewisse Zeit ihren Wohnort aus politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Gründen bzw. aufgrund von Krieg und Naturkatastrophen. In allen historischen Epochen sind Migrationsbewegungen zu beobachten und es wird unterschieden zwischen Binnenmigration - innerhalb eines Landes und internationale Migration - von einem Land in ein anderes. Während des Nationalsozialismus war die Emigration von Künstlern und politisch Verfolgten, Kommunisten und Sozialisten, vor allem aber den aus rassistischen Gründen verfolgten deutschen Juden von großer Bedeutung. In die Flucht getrieben wurden die Unerwünschten bis zum Kriegsbeginn 1939 durch Zerstörung der beruflichen Existenzgrundlagen durch Ausbürgerung, Enteignung von Häusern, Grundstücken und Kapital. Zudem war die Reichsfluchtsteuer zu zahlen. Auch nach dem NS gab und gibt es in der jüdischen Bevölkerung große Wanderbewegungen. nach dem deutschen Überfall auf Polen. Die Regierung existierte vom 25. September 1939 bis Dezember 1990 in Paris, später in London. Die Aufgaben der Exilregierung waren die Aufrechterhaltung der Staatsinstitutionen und des Staatswesens, die Vorbereitung der Übernahme der Regierung nach KriegsendeAm 8. Mai 1945 in Europa durch die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Ende des Zweiten Weltkrieges am 15. August 1945 mit der Kapitulation Japans., die Dokumentation und Registration derVerbrechen der Besatzer sowie die Rettung gefährdeter Kulturgüter. Am 22. Dezember 1990 übergab der letzte Präsident der polnischen Exilregierung, Ryszard Kaczorowski, die Insignien des Präsidentenamtes der 2. Polnischen Republik (Vorkriegs-Polen) an den neuen, demokratisch gewählten Staatspräsidenten von Polen, Lech Wałęsa.

Protektorat Böhmen und MährenNach Begriff suchen

Nationalsozialistische Bezeichnung für die von der Wehrmacht besetzten Gebiete der Tschechoslowakei, am 16.3.1939 von Hitler in Prag proklamiert als "Gebiet des Großdeutschen Reiches".

Prozess der SechzehnNach Begriff suchen

Schauprozess gegen die Führungskräfte des polnischen Untergrundstaates vom 19.-21. Juni 1945 in Moskau. Die polnischen Politiker wurden im Februar 1945 von Stalin zu einem Gespräch eingeladen, ihre Sicherheit ihnen zugesichert. Nach der Ankunft aus London am 27./28. März wurden sie festgenommen, von Warschau nach Moskau transportiert und dort Ermittlungen gegen sie aufgenommen. Sie wurden für die Zusammenarbeit der Volksarmee mit Deutschland und der Diversion der Roten Armee schuldig befunden. Über das Schicksal der festgenommenen Leiter des Untergrundstaates wurde weder die Öffentlichkeit in Polen noch die Vertreter der Westalliierten informiert. Die meisten der Angeklagten kamen nach längerer Inhaftierung nach Polen zurück. Okulicki, Jankowski und Jasiukowicz wurden im sowjetischen Gefängnis umgebracht.