Glossareinträge beginnend mit M
- MadrichaNach Begriff suchen
Der Begriff kommt aus dem Hebräischen. Er bezeichnet dort eine freiwillige Gruppenleiterin für Kindergruppen in der jüdischen Gemeinschaft. Die männliche Form lautet Madrich, die Mehrzahl sind Madrichim.
- Majdanek (KZ)Nach Begriff suchen
Konzentrations- und Vernichtungslager
in einem Stadtteil Lublins. Ende 1941 Kriegsgefangenen- und Arbeitslager für Russen und Polen, ab 1942/43 KZ und zugleich Vernichtungslager mit Gaskammern
wie in Auschwitz. Von den mehr als 200.000 Todesopfern waren ca. 60-80.000 Juden. Befreiung
im Juli 1944 durch die Sowjetarmee, im Oktober 1944 dort erstes Militärtribunal zur Aburteilung der Kriegsverbrechen, November 1944 Einrichtung einer Gedenkstätte. - MatzotNach Begriff suchen
Matze = Einzahl, Matzot
= Plural, Matzot sind dünne Brotfladen, die aus Wasser und Getreide ohne Triebmittel (wie Hefe) gefertigt werden. Traditionell werden sie zu Pessach gegessen. - Mauthausen (KZ)Nach Begriff suchen
Ab 8.8.1938 KZ
Synonyme: Konzentrationslager Mauthausen
bei Linz/ Österreich mit 62 Außenlagern. Dort wurde "Vernichtung durch Arbeit" in Steinbrüchen praktiziert. Berüchtigt war die "Todesstiege" (186 Stufen). Ab 1941 Ermordung von 5.000 Häftlingen durch Giftgas in der "Sonderbehandlung 14f13
" in Hartheim. 1942 Inbetriebnahme der Gaskammer. Von den 200.000 Häftlingen - dt. u. österr. Kommunisten, Spanienkämpfer, Juden, Sinti
und Roma
, Widerstandskämpfer, Kriegsgefangene aus den okkupierten Ländern Europas, - ab Ende 1943 auch Frauen -, kamen ca. 119.000 zu Tode, davon ca. 38.000 Juden. Am 5.5.1945 Befreiung
durch US-Panzereinheit. - Max KoegelNach Begriff suchen
Geboren 1895 in Füssen (Bayern), Kaufmann. Eintritt in die NSDAP
1932, in die SS 1933, Aufstieg zum Obersturmbannführer 1942. Stationen seiner Karriere in der KZ
-Verwaltung ab 1933: KZ Dachau
, Columbia-Haus in Berlin, erneut Dachau, Kommandant der Frauen-KZ Lichtenburg und Ravensbrück, 1942 Kommandant des KZ Lublin-Majdanek
und 1943 des KZ Flossenbürg. Selbstmord 1946. - Medizinische ExperimenteNach Begriff suchen
Experimente vor allem an Juden, Sinti
und Roma
, Frauen und sowjetischen Kriegsgefangenen in den KZ
. Ohne Schmerz- bzw. Betäubungsmittel Versuche mit Medikamenten, Infizierung mit Erregern, Verfahren zur Unfruchtbarmachung, Transplantationen, Unterkühlungs- und Unterdrucktests, als "rassenhygienisch" notwendig und kriegswichtig begründet, in Wahrheit jedoch wissenschaftlich sinnlos. Ca. 350 Ärzte aus der SS, Universitätsinstituten und der Wehrmacht waren als Täter beteiligt. 23 wurden 1947 im Nürnberger Ärzteprozess angeklagt, 16 verurteilt. - Menschen mit LernschwierigkeitenNach Begriff suchen
Der Begriff wird von der Selbstvertretungsorganisation Netzwerk People First Deutschland e.V. statt "geistig behindert" benutzt: „Bei den Worten 'geistig behindert' denken viele Menschen, dass wir dumm sind und nichts lernen können. Das stimmt nicht. Wir lernen anders. Wir lernen manchmal langsamer oder brauchen besondere Unterstützung. Deshalb wollen wir 'Menschen mit Lernschwierigkeiten
' genannt werden.“ Quelle: http://www.people1.de/was_mensch.html - Milgram ExperimentNach Begriff suchen
Benannt nach dem Sozialpsychologen Stanley Milgram, enthüllt das Milgram Experiment
die Bereitschaft von Menschen, sich einer Autorität zu beugen und offensichtlich "unmenschliche" Anordnungen zu befolgen. Die Ergebnisse des Experiments liefern erschreckende Erkenntnisse zu den Themen "Verantwortung und Absicht", "Brutalität und emotionale Erwiderung" und "moralisches Urteil und Gruppeneinfluss". - Mittelbau-Dora (KZ)Nach Begriff suchen
Im August 1943 als Außenlager von Buchenwald
Synonyme: Dora-Mittelbau, Konzentrationslager Mittelbau-Dora
bei Nordhausen im Harz errichtet. Nach der Bombardierung des Raketenversuchsgeländes Peenemünde wurde die Produktion der "V1"- und "V2"- Raketen in unterirdische Fabriken verlegt. KZ
-Häftlinge aus Buchenwald wurden für den Bau der Stollen und die Waffenproduktion eingesetzt. Von den 60.000 in das KZ Mittelbau-Dora und seine Nebenlager verschleppten Menschen aus über 40 Nationen starben über 20.000 auf Grund der mörderischen Arbeitsbedingungen. - Mordechai Chaim RumkowskiNach Begriff suchen
1877-1944. Polnischer Zionist, Fabrikant, in den zwanziger Jahren in der kommunalen Sozialarbeit der jüdischen Gemeinde von Lodz
tätig. Bis 1939 Direktor eines Waisenhauses. 1943 wurde Rumkowski von den deutschen Besatzungsbehörden im Ghetto Lodz
als "Judenältester" bzw. Vorsteher des Judenrats eingesetzt und mit dem Aufbau und der Leitung der jüdischen Selbstverwaltung beauftragt. Nach der Auflösung des Ghettos im August 1944 wurde er mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert und ermordet. - MoringenNach Begriff suchen
Kleinstadt zwischen Göttingen und Hannover, in der es von April bis November 1933 ein Männer-KZ
Synonyme: Jugendschutzlager
, anschließend bis 1938 ein Frauen-KZ und 1940-1945 ein KZ für männliche Jugendliche im Alter von 12-22 Jahren gab. In Moringen
waren bis 1945 ca. 1.600 politisch, religiös, rassistisch und sozial verfolgte Jugendliche inhaftiert, u.a. weil sie Swing
und Jazz hörten oder spielten. Sie wurden kriminalbiologischen Untersuchungen, Zwangsarbeit
, Hunger und drakonischen Strafen ausgesetzt. Viele Jugendliche starben. Seit 1993 besteht in Moringen
eine Gedenkstätte.

