Glossareinträge beginnend mit H
- HachscharaNach Begriff suchen
Neuhebräisch: Ertüchtigung, Bezeichnung für landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbildungslager der zionistischen Bewegung zur Vorbereitung auf die Auswanderung
und das Leben als Pionier (Chaluz) beim Aufbau des jüdischen Gemeinwesens bzw. Staates in Palästina/Israel. - HadamarNach Begriff suchen
Stadt in Hessen bei Limburg. In der 1883 als Armenanstalt gegründeten, ab 1906 zur Unterbringung Geisteskranker genutzten Landes-Heilanstalt wurde 1940 die sechste der "Euthanasie
"-Anstalten eingerichtet. Von Januar bis August 1941 wurden 10.072 Menschen in der Gaskammer getötet, bis 1945 weitere 5.000 durch tödliche Medikamente, darunter auch 34 jüdische "Mischlingskinder" in Fürsorgeerziehung sowie 476 Tbc-kranke polnische u. russische Zwangsarbeiterinnen u. -arbeiter. Oktober 1945 erster US-Militärgerichtsprozess gegen das Anstaltspersonal, 1947 dt. ziviler Strafprozess. Seit 1983 erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer und die Verbrechen. - Hanns EislerNach Begriff suchen
1898-1962. Deutscher Komponist, wichtigster Repräsentant der sozialistischen Musikkultur. Eisler studierte u.a. bei Arnold Schönberg und Anton Webern. Ab 1929 Zusammenarbeit mit dem Dramatiker Bertolt Brecht. 1933 Emigration. Ab 1938 in den USA, Hochschullehrer für Komposition in New York und Los Angeles. Rückkehr nach Deutschland. In Berlin (DDR) lehrte er von 1950 bis zu seinem Tod an der später nach ihm benannten Hochschule für Musik. Eisler komponierte 1949 die Hymne der DDR "Auferstanden aus Ruinen".
- Haus der Wannsee-KonferenzNach Begriff suchen
Hier fand am 20. Januar 1942 die Wannsee-Konferenz
statt. Seit 1992 Gedenk- und Bildungsstätte. - HeimatarmeeNach Begriff suchen
Anfang 1942 schlossen sich im deutsch besetzten Polen verschiedene polnische Widerstandsgruppen zu einer bewaffneten Untergrundorganisation (Armia Krajowa - AK
Synonyme: AK, Armia Krajowa
) zusammen. Die Aufgaben der Heimatarmee waren zunächst die Fluchthilfe, Ausbildung und Information, später Sabotage, Partisanentätigkeit und direkter Angriff auf die deutschen Besatzer. Als im Sommer 1944 die Rote Armee in Polen eindrang und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Erhebung gegen die deutsche Fremdherrschaft stiegen, machte die Heimatarmee unter der Führung von General Bór-Komorowski in großem Umfang mobil. Sie sollte der Befreiung
der Hauptstadt durch die Sowjets zuvorkommen und löste am 01. August 1944 den Warschauer Aufstand
aus. Da die Rote Armee die Vorstadt Warschaus Praga erreicht hatte und keine Hilfe leistete, musste die Heimatarmee am 02.10.1944 kapitulieren und wurde am 19. Januar 1945 von ihrem Führer aufgelöst. - Heinrich HimmlerNach Begriff suchen
Geboren 1900 in München, Vater Gymnasialdirektor. 1922 Dipl.-Landwirt. 1923 Teilnahme am Hitlerputsch. 1929 "Reichsführer SS
". Juni 1936 Chef der deutschen Polizei. Befehlsgewalt über den gesamten SS Terrorapparat. 1939 Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums, zuständig für die Germanisierung
und "Umvolkung" in den besetzten Ostgebieten".1943 Reichsinnenminister. Verantwortlich für die Errichtung des Nazi-Terrorapparates in den besetzten Ländern und für die Durchführung der "Endlösung
" (Ermordung der Juden in Europa). Nach der Kapitulation
und gescheiterten Flucht in britischer Gefangenschaft Selbstmord am 23. Mai 1945. - Hermann GöringNach Begriff suchen
1893-1946. Im 1. Weltkrieg Jagdflieger, seit 1922 Mitglied der NSDAP
, Teilnahme am Hitlerputsch.1933 Preußischer Innenminister u. Ministerpräsident, 1935 Reichskommissar für Luftfahrt. Als Beauftragter für den Vierjahresplan
ab 1936 diktatorische Vollmacht über die Wirtschaft, verantwortlich für die Arisierung
jüdischen Eigentums. Hitlers designierter Nachfolger. Im Juli 1941 Auftrag an Reinhard Heydrich
zur Vorbereitung der "Endlösung der Judenfrage
". Als einer der Hauptangeklagten im Nürnberger Prozess
zum Tode verurteilt. Selbstmord vor der Hinrichtung. - HimmlerlandNach Begriff suchen
Der Ausdruck „Himmlerland” existiert auf Polnisch als Titel der 10. Folge der TV-Serie „Polskie Drogi” aus den 1970-/1980er Jahren. In der genannten Folge geht es um die im vorliegenden Projekt geschilderte Aussiedlungsaktion, den polnischen Widerstand dagegen und insbesondere um das Schicksal der jüdischen Adoptivtochter eines der beiden ethnisch polnischen Helden der Serie. Das Mädchen, das aus Sicherheitsgründen in ein katholisches Schwesternheim in der entlegenen „Region Zamosc” gegeben wurde, wird mit den anderen Heiminsassinnen bei der Aussiedlung zur Adoption nach Deutschland verschleppt.
- Hitler-Stalin-PaktNach Begriff suchen
Legte neben dem Freundschafts- und Grenzvertrag
Synonyme: deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt, Nichtangriffsvertrag
zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion
die Aufteilung Ostmitteleuropas in eine deutsche und eine sowjetische Einflusszone fest, am 23.8.1939 von den Außenministern v. Ribbentrop und Molotow in Polen unterzeichnet, enthielt bei einer Gültigkeitsdauer von zehn Jahren die gegenseitige Verpflichtung zur Nichtanwendung von Gewalt und zur Neutralität im Falle eines Konflikts einer der beiden Vertrag schließenden Parteien mit einer dritten. Auf Wunsch Stalins Beifügung eines geheimen Protokolls, das der UdSSR in Bessarabien, Estland, Finnland, Lettland und in Polen östlich der Linie „der Flüsse Narew, Weichsel und San“ freie Hand ließ, dem Dritten Reich in Litauen und dem restlichen polnischen Gebiet. Wie im Hitler-Stalin-Pakt
vorgesehen, rückte die Rote Armee am 17. September 1939 in Polen ein. - Hitlerjugend Nach Begriff suchen
Gegründet 1926, Jugendorganisation der NSDAP
Synonyme: HJ
für Jungen und Mädchen. Ziel war die totale Erfassung und politische Beeinflussung der deutschen Jugend. Durch Verbot anderer Jugendverbände und Zwangsmitgliedschaft neben Elternhaus und Schule einzige Erziehungsinstitution. 8,7 Mio. Mitglieder 1938. Die HJ
war nach Alter u. Regionen paramilitärisch organisiert: die 10-14jährigen als Pimpfe
im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. bei den Jungmädel (JM), die 14-18jährigen in HJ und BDM (Bund Deutscher Mädel). 1939-1945 wurden HJ und BDM zu kriegswichtigen Hilfsdiensten eingesetzt. - HitlerjungenNach Begriff suchen
Mitglieder der Hitlerjugend, die 1926 gegründete Jugendorganisation der NSDAP
für Jungen und Mädchen. - Hitlerputsch Nach Begriff suchen
Gescheiterter Versuch Hitlers, die Weimarer Republik zu stürzen. Der Marsch Hitlers zusammen mit General Ludendorff und 3.000 republikfeindlichen Anhängern am 9. November 1923
Synonyme: 9. November 1923, Hitler-Ludendorff-Putsch
zur Feldherrnhalle in München endete im Gefecht mit der Polizei. Es gab 20 Tote. Hitler wurde 1924 zu 5 Jahren Haft in Landsberg/Lech
verurteilt, doch schon nach 9 Monaten entlassen. In der Haft schrieb er sein Buch "Mein Kampf". Nach 1933 wurde die Niederlage durch den jährlich inszenierten Gedenkmarsch zur Feldherrnhalle in einen nationalen Triumph umgedeutet. - HolocaustNach Begriff suchen
Der Begriff Holocaust
kommt aus dem Griechischen, bedeutet "vollständig verbrannt" und bezeichnet den Völkermord an den 6 Millionen Juden durch die Nationalsozialisten. Dieser Völkermord zielte auf die vollständige Vernichtung der europäischen Juden. Er wurde mit dem staatlich propagierten Antisemitismus
begründet und im Zweiten Weltkrieg seit 1941 systematisch, ab 1942 auch mit industriellen Methoden durchgeführt. - HomosexuelleNach Begriff suchen
Homosexualität, bereits vor dem NS kriminalisiert, galt nach der NS-Ideologie als der Bevölkerungspolitik schädliche, zu bekämpfende "Entartung". Die Verfolgung setzte in den eigenen Reihen der NSDAP
1934 mit dem "Röhm-Putsch"(SA
) ein. Ein von Himmler in der Zentrale der Gestapo
eingerichtetes "Sonderdezernat Homosexualität" organisierte die Erfassung. Tausende homosexuelle
Männer wurden inhaftiert, z. T. kastriert und in KZ
ermordet. Der rosa Winkel kennzeichnete H. in den KZ. Es gibt keinen Beleg darüber, dass lesbische Frauen aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt und inhaftiert wurden.

