Klicken und kostenlos helfen!

Glossareinträge beginnend mit G

g
GaskammernNach Begriff suchen

Geschlossene Räume in Tötungszentren der Aktion T4Mit dem Aktenzeichen "14f13" als Tarnung bezeichnete Erfassung und Ermordung ca. 20.000 kranker KZ-Häftlinge von April 1941 bis April 1943 durch Personal der Aktion T4 in den "Euthanasie"-Anstalten., den Vernichtungslagern der "Aktion ReinhardNicht eindeutig geklärte, allgemein auf Reinhard Heydrich bezogene Tarnbezeichnung für die planmäßige Durchführung der "Endlösung" durch Giftgas in den drei speziell eingerichteten Todeslagern Belzec, Sobibór und Treblinka. Zwischen März 1942 und Oktober 1943 wurden 1,75 Millionen Juden aus Polen und anderen europäischen Ländern sowie Tausende Sinti und Roma im Rahmen der "Aktion Reinhard" ermordet." sowie in Auschwitz , MajdanekStadt in Ostpolen, nach der deutschen Besetzung im sogenannten Generalgouvernement (GG). Nach Planungen der SS Stützpunkt für ein Imperium im Osten. Ort des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek für Polen und Juden. und einigen Konzentrationslagern, in denen geistig und körperlich Behinderte, Juden, SintiAuch Cinti. Bezeichnung für die im deutschen, west- und mitteleuropäischen Sprachraum seit 1400 lebende nationale Minderheit, die Teil der seit 1979 mit beratendem Status bei der UNO akkreditierten Weltorganisation der "Romani-Union" ist. Die Bezeichnung leitet sich vermutlich von der Herkunft aus der nordindischen Region Sindh ab. Die ca. 40.000 heute in Deutschland lebenden deutschen Sinti, deren Vorfahren schon seit mehr als 500 Jahren hier ansässig waren, unterscheiden sich von den Roma durch sprachliche Unterschiede (Dialekte und Lehnwörter) und kulturelle Traditionen ("Zigeuner" Romanes). und RomaDie Sammelbezeichnung "Zigeuner", für die ethnische Minderheit der Sinti und  Roma gilt als diskriminierend. Sinti und Roma, die bekanntesten der 5 Hauptgruppen, kamen als Migranten aus Indien. Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma in Europa. Sie sind meist katholische Christen, die balkanischen Roma häufig Muslime. Die Sinti und Roma sind oft über Generationen in ihren Heimatorten verwurzelt. Von den Nationalsozialisten wurden sie wie die Juden aus rassistischen Gründen verfolgt. Nach Schätzungen wurden ca. 500.000 in KZ, Ghettos und durch Massenerschießungen im Zweiten Weltkrieg ermordet. sowie andere Gefangene, insgesamt mehr als 3 Millionen Menschen, mit Giftgas (Kohlenmonoxyd und Zyklon BKristalline Blausäure, hergestellt 1923 von der Firma DEGESCH, einer Tochterfirma der I.G. Farben, als Schädlingsvernichtungsmittel und zur Desinfektion u.a. vom Militär verwendet. Am 3.9.1941 erstmals als Mittel zur Vergasung von Menschen erprobt und ab Frühjahr 1942 vor allem in Auschwitz und Majdanek in Gaskammern, später auch in anderen KZ zur Massentötung eingesetzt.) ermordet wurden.

GeneralgouvernementNach Begriff suchen

Bezeichnung für die nach Kriegsbeginn (1.9.1939) besetzten polnischen Gebiete, die nicht dem Deutschen Reich eingegliedert wurden, unterteilt in die vier Distrikte Krakau, Radom, Warschau und LublinStadt in Ostpolen, nach der deutschen Besetzung im sogenannten Generalgouvernement (GG). Nach Planungen der SS Stützpunkt für ein Imperium im Osten. Ort des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek für Polen und Juden. mit zusammen 12 Millionen Einwohnern. Nach dem Überfall auf die SowjetunionIst die Kurzbezeichnung für die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR). Sie wurde nach dem Ende des russischen Reiches (1917) im Dezember 1922 gegründet. Bis zu ihrem Zerfall im Jahr 1991 Bildete sie das politische Zentrum des Ostblocks (auch Warschauer Vertragsstaaten) und des real existierenden Sozialismus. Die Sowjetunion umfasste etwa das Territorium der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) sowie Estlands, Lettlands und Litauens.	am 22.6.1941 Annexion des Gebiets um Lemberg (Lwow) als 5. Distrikt Galizien. Das GGBezeichnung für die nach Kriegsbeginn (1.9.1939) besetzten polnischen Gebiete, die nicht dem Deutschen Reich eingegliedert wurden, unterteilt in die vier Distrikte Krakau, Radom, Warschau und Lublin mit zusammen 12 Millionen Einwohnern. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22.6.1941 Annexion des Gebiets um Lemberg (Lwow) als 5. Distrikt Galizien. Das GG umfasste eine Fläche von 94.000 km2, auf der ca. 12 Millionen Menschen lebten (ca. 10 Mio. Polen, 1,5 Mio. Juden, 650.000 Deutsche und über 500.000 Ukrainer und Weißrussen). Die Hauptstadt war Krakau, wo der Generalgouverneur Dr. Hans Frank residierte. Amtssprachen waren Deutsch und Polnisch. Abschaffung des polnischen Schul- und Bildungswesen bis auf die Grundschule, Raub und Zerstörung polnischer Kulturgüter. Die polnische Bevölkerung war Hunger Verschleppung zur Zwangsarbeit nach Deutschland, Aussiedlung, öffentliche Erschießungen, „Pazifikationen“ von Dörfern ausgesetzt. Die jüdische Bevölkerung 1942-1944 in Ghettos eingesperrt wurde bis Ende 1943 fast vollständig ermordet. umfasste eine Fläche von 94.000 km2, auf der ca. 12 Millionen Menschen lebten (ca. 10 Mio. Polen, 1,5 Mio. Juden, 650.000 Deutsche und über 500.000 Ukrainer und Weißrussen). Die Hauptstadt war Krakau, wo der Generalgouverneur Dr. Hans Frank residierte. Amtssprachen waren Deutsch und Polnisch. Abschaffung des polnischen Schul- und Bildungswesen bis auf die Grundschule, Raub und Zerstörung polnischer Kulturgüter. Die polnische Bevölkerung war Hunger Verschleppung zur ZwangsarbeitSchon ab 1936 wurden Sinti und Roma in kommunale KZ eingewiesen und mussten Zwangsarbeit leisten. Ende 1938 Zwangsarbeit für "Asoziale" und arbeitslose Juden. Im Krieg wurden KZ-Häftlinge und zwangsrekrutierte Zivilarbeiter aus den besetzten Ländern, vor allem aus Osteuropa, zur Arbeit in der deutschen Industrie, Landwirtschaft sowie der Bau- und Rüstungswirtschaft gezwungen und in mehr als 30.000 Lagern unter brutalen Bedingungen ("Vernichtung durch Arbeit") ausgebeutet. Die Anklage im Nürnberger Prozess ging von einer Gesamtzahl von 12 Millionen Zwangsarbeitern aus. nach Deutschland, Aussiedlung, öffentliche Erschießungen, „Pazifikationen“ von Dörfern ausgesetzt. Die jüdische Bevölkerung 1942-1944 in Ghettos eingesperrt wurde bis Ende 1943 fast vollständig ermordet.

Synonyme: GG
Generalplan OstNach Begriff suchen

Bezeichnung der nationalsozialistischen Planung für die Länder Osteuropas. Nach dem "Generalplan OstBezeichnung der nationalsozialistischen Planung für die Länder Osteuropas. Nach dem "Generalplan Ost" sollten 80 bis 85 % der Bevölkerung Polens, 64 % der Bevölkerung der Westukraine und 75 % der Bevölkerung Weißrusslands umgesiedelt werden. Die Verbliebenen sollten "germanisiert" oder ermordet werden. Außerdem sollten innerhalb von 10 Jahren 4 Millionen Deutsche im Osten angesiedelt werden, mindestens 10 Millionen innerhalb von 20 Jahren. Die Umsetzung dieser Pläne befand sich erst im Anfangsstadium und sollte fortgeführt werden, nachdem Deutschland den Krieg gewonnen hätte." sollten 80 bis 85 % der Bevölkerung Polens, 64 % der Bevölkerung der Westukraine und 75 % der Bevölkerung Weißrusslands umgesiedelt werden. Die Verbliebenen sollten "germanisiert" oder ermordet werden. Außerdem sollten innerhalb von 10 Jahren 4 Millionen Deutsche im Osten angesiedelt werden, mindestens 10 Millionen innerhalb von 20 Jahren. Die Umsetzung dieser Pläne befand sich erst im Anfangsstadium und sollte fortgeführt werden, nachdem Deutschland den Krieg gewonnen hätte.

Gerechte unter den VölkernNach Begriff suchen

Bezeichnung für die in Yad VashemHebräische Bedeutung: "Ein Denkmal und ein Namen" (nach Jesaja 56,1). Zentrale nationale Gedenkstätte zur Erinnerung an die Märtyrer der Shoah (hebräisch: Katastrophe, Begriff für Holocaust) und Helden des Widerstands in Israel. 1953 unterhalb des Herzl-Berges in Jerusalem als Ensemble von Landschaftsarchitektur mit Denkmalen, Museen und Forschungseinrichtungen errichtet. Ort der jährlich am Yom Hashoah (Tag der Katastrophe) stattfindenden staatlichen Gedenkfeier. Forschungs- und Bildungszentrum zur Geschichte des Holocaust., der nationalen Gedenkstätte des Staates Israel, geehrten nichtjüdischen Menschen zahlreicher Nationen, die unter Einsatz ihres Lebens Juden durch verschiedene Hilfsleistungen vor der Vernichtung retteten. Bis Januar 1998 wurden 15.670 Einzelpersonen aus 36 Ländern sowie die Widerstandsorganisationen Dänemarks und Norwegens kollektiv anerkannt und mit der Pflanzung eines Baumes in der "Allee der Gerechten" in Yad Vashem geehrt.

GermanisierungNach Begriff suchen

Tarnbegriff der Nationalsozialisten für Vertreibung slawischer Völker aus besetzten Gebieten, wo anschließend »Volksdeutsche« angesiedelt werden sollten. Begriff auch für die von Heinrich HimmlerGeboren 1900 in München, Vater Gymnasialdirektor. 1922 Dipl.-Landwirt. 1923 Teilnahme am Hitlerputsch. 1929 "Reichsführer SS". Juni 1936 Chef der deutschen Polizei. Befehlsgewalt über den gesamten SS Terrorapparat. 1939 Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums, zuständig für die Germanisierung und "Umvolkung" in den besetzten Ostgebieten".1943 Reichsinnenminister. Verantwortlich für die Errichtung des Nazi-Terrorapparates in den besetzten Ländern und für die Durchführung der "Endlösung" (Ermordung der Juden in Europa). Nach der Kapitulation und gescheiterten Flucht in britischer Gefangenschaft Selbstmord am 23. Mai 1945. betriebene rassistische Politik der »Eindeutschung« von Kindern aus den besetzten Gebieten in deutsche Familien. Bei blonden und blauäugigen Kindern vermuteten Nazis »germanische Erbanlagen«.

Synonyme: Eindeutschung
Germanisierungslager für KinderNach Begriff suchen

Ein Lager für Kinder, die auf Grund besonderer "rassischer Untersuchungen" für "rassisch wertvoll" angesehen wurden und zur EindeutschungTarnbegriff der Nationalsozialisten für Vertreibung slawischer Völker aus besetzten Gebieten, wo anschließend »Volksdeutsche« angesiedelt werden sollten. Begriff auch für die von Heinrich Himmler betriebene rassistische Politik der »Eindeutschung« von Kindern aus den besetzten Gebieten in deutsche Familien. Bei blonden und blauäugigen Kindern vermuteten Nazis »germanische Erbanlagen«. bestimmt waren. Nach einer Vorerziehung wurden sie deutschen Eltern im Dritten Reich übergeben. Um alle Spuren ihrer Herkunft zu verwischen, wurden Name und Vorname geändert und fiktive Geburtsurkunden ausgestellt. Auf diese Weise wurden etwa 220.000 polnische Kinder entführt, von denen nach dem Krieg lediglich etwa 20.000 wieder aufgefunden wurden und in die Heimat zurückkehren konnten. Derartige Lager befanden sich in Kalisz, Toruń, Połczyn-Zdrój, Kobylin und Puszczykowo.

Geschwister SchollNach Begriff suchen

Hans (22.9.1918-22.2.1943), Widerstandskämpfer, Medizinstudent, HJGegründet 1926, Jugendorganisation der NSDAP für Jungen und Mädchen. Ziel war die totale Erfassung und politische Beeinflussung der deutschen Jugend. Durch Verbot anderer Jugendverbände und Zwangsmitgliedschaft neben Elternhaus und Schule einzige Erziehungsinstitution. 8,7 Mio. Mitglieder 1938. Die HJ war nach Alter u. Regionen paramilitärisch organisiert: die 10-14jährigen als Pimpfe im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. bei den Jungmädel (JM), die 14-18jährigen in HJ und BDM (Bund Deutscher Mädel). 1939-1945 wurden HJ und BDM zu kriegswichtigen Hilfsdiensten eingesetzt.-Führer wurde vom begeisterten Anhänger des Nationalsozialismus zum entschiedenen Gegner. Gründete im Herbst 1942 mit anderen Gleichgesinnten die Widerstandsgruppe Weiße RoseWiderstandsgruppe um die Geschwister Scholl. Die Gruppe verbreitete 1942/43 Flugblätter mit Aufrufen, sich vom Nationalsozialismus zu trennen. Die Kerngruppe in München bestand aus vier vom Wehrdienst zum Medizinstudium abkommandierten Studenten, Hans Scholl,  Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf sowie Sophie Scholl, der Schwester von Hans, und dem Philosophieprofessor Kurt Huber. Hans und Sophie Scholl wurden bei einer Flugblattaktion beobachtet und denunziert. Auch Schmorell, Probst, Graf und Huber wurden hingerichtet, andere Mitglieder zu Haft verurteilt.. Nach einer Flugblattaktion in der Münchner Universität am 18.2.1943 verhaftet. Vier Tage später durch das Fallbeil hingerichtet. Sophie (9.5.1921-22.2.1943), Widerstandskämpferin, Schwester von Hans, Studentin der Biologie und Philosophie, zusammen mit ihrem Bruder verhaftet und hingerichtet.

Synonyme: Hans Scholl, Sophie Scholl
GestapoNach Begriff suchen

Abk. für Geheime StaatspolizeiAbk. für Geheime Staatspolizei, am 26.4.1933 von Göring als preußischem Ministerpräsidenten eingerichtet, (Zentralbehörde: Geheimes Staatspolizeiamt Gestapa). 1934 Reichsbehörde unter Himmler als Reichsführer SS und Chef der Dt. Polizei, mit Kriminalpolizei zur Sicherheitspolizei vereinigt, ab 1939 als Amt IV im Reichssicherheitshauptamt. Ohne Bindung an Recht und Gesetz verhängte die Gestapo Haft in Gefängnissen und KZ, folterte, ermordete politische Häftlinge, ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und war beteiligt an den Mordaktionen der Einsatzgruppen., am 26.4.1933 von Göring als preußischem Ministerpräsidenten eingerichtet, (Zentralbehörde: Geheimes Staatspolizeiamt Gestapa). 1934 Reichsbehörde unter Himmler als Reichsführer SSAbk. für "Schutzstaffel", gegründet 1925 als Leibgarde Hitlers. Ab 1929 unter Himmler Entwicklung zur Eliteeinheit der Partei. Nach der Entmachtung der SA 1934 selbständige Organisation der NSDAP und schrittweise Verschmelzung mit der staatlichen Polizei. Die SS war zuständig für die innenpolitische Machtsicherung, die Inspektion sowie die Bewachung der KZ durch bewaffnete "Totenkopfverbände". Nach 1939 spielte die SS die entscheidende Rolle bei der Eroberungs- und Vernichtungspolitik. Die Farbe der Uniform war schwarz, Erkennungszeichen ein doppeltes S in Runenform und der Totenkopf. und Chef der Dt. Polizei, mit Kriminalpolizei zur Sicherheitspolizei vereinigt, ab 1939 als Amt IV im ReichssicherheitshauptamtIm September 1939 gegründete Behörde im SS-Apparat. Zusammenschluss von SD und Sicherheitspolizei einschließlich der Gestapo und Kriminalpolizei unter der Leitung von Reinhard Heydrich (1943-45 Ernst Kaltenbrunner) mit Sitz in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße.. Ohne Bindung an Recht und Gesetz verhängte die Gestapo Haft in Gefängnissen und KZKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos., folterte, ermordete politische Häftlinge, ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und war beteiligt an den Mordaktionen der Einsatzgruppen.

Synonyme: Geheime Staatspolizei
GhettoNach Begriff suchen

Italienisch, Bezeichnung für zwangsweise zugewiesenen, räumlich beschränkten Wohnbezirk für eine Minderheit, der von außen abgeriegelt und mit Ausgehverbot und behördlichen Kontrollen belegt werden kann. Im Rückgriff auf historische Vorbilder aus dem Mittelalter errichteten die Nationalsozialisten ab Dezember 1939 in den besetzten osteuropäischen Gebieten durch Mauern und Stacheldraht abgetrennte Wohnbezirke z.B. in LodzStadt Lodz im 1939 annektierten Teil Polens, umbenannt in Litzmannstadt. Erstes größeres Ghetto, im Frühjahr 1940 eingerichtet. Im Juni 1940 lebten 157.000 Menschen auf einem Areal von 4 km unter unzureichenden Bedingungen. Im Oktober 1941 kamen 20.000 deutsche, österreichische, luxemburgische und tschechische Juden dazu sowie 5.000 Sinti und Roma aus dem Burgenland, die in einem separaten Teil des Ghettos inhaftiert wurden. Zwischen Januar 1942 und Juli 1944 Deportationen zur Vernichtung nach Chelmno. 1944 Auflösung des Ghettos und Deportation von ca. 60.000 Menschen nach Auschwitz., Warschau, Wilna, Riga, Minsk, in denen Juden und "ZigeunerDie Sammelbezeichnung "Zigeuner", für die ethnische Minderheit der Sinti und  Roma gilt als diskriminierend. Sinti und Roma, die bekanntesten der 5 Hauptgruppen, kamen als Migranten aus Indien. Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma in Europa. Sie sind meist katholische Christen, die balkanischen Roma häufig Muslime. Die Sinti und Roma sind oft über Generationen in ihren Heimatorten verwurzelt. Von den Nationalsozialisten wurden sie wie die Juden aus rassistischen Gründen verfolgt. Nach Schätzungen wurden ca. 500.000 in KZ, Ghettos und durch Massenerschießungen im Zweiten Weltkrieg ermordet." unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten, bevor sie deportiert und ermordet wurden.

Synonyme: Getto
Ghetto BiałystokNach Begriff suchen

Von den Deutschen am 26. Juli 1941 für über 40.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Białystok und Umgebung errichtet, unterstand der deutschen Zivilverwaltung im Bezirk Białystok, seit November 1942 organisierter Widerstand von Seiten des Vereinigten Antifaschistischen Blocks, Anfang 1943 Beginn der so genannten Räumung, 5.-12. Februar 1943 Ermordung von über 800 Personen an Ort und Stelle und DeportationZwangsumsiedlung von Juden sowie Sinti und Roma aus ihren Wohnungen zunächst in besondere Unterkünfte, Häuser und städtische Lager, in Osteuropa in Ghettos, KZ, Arbeits- und Straflager sowie Tötungszentren. Deportationen wurden sprachlich als "Aussiedlung" oder "Evakuierung" getarnt, um das eigentliche Ziel, die Ermordung, zu vertuschen. von weiteren 10.000 ins Vernichtungszentrum TreblinkaNordöstlich von Warschau errichtetes größtes Vernichtungslager der "Aktion Reinhard", nach Belzec und Sobibór im Juni/Juli 1942 zur Steigerung der Tötungskapazitäten errichtet. Von Angehörigen der Aktion T4 geplant, mit SS-Hilfspersonal betriebene Mordstätte für ca. 900.000 Menschen, vor allem Juden aus dem Warschauer Ghetto, dem Bezirk Radom und vielen europäischen Ländern sowie Tausenden Sinti und Roma. Nach dem Aufstand der "Arbeitsjuden" am 2. August 1943 Auflösung, Beseitigung der Spuren, Tarnung des Ortes durch Überbauung mit einem Bauernhof., während der letzten „Räumungsaktion“ (16.-20.8.1943) Auslösung eines bewaffneten Aufstands durch jüdische Widerstandskämpfer, deren Plan, sich mit einer Gruppe von Ghettoinsassen in die Puszcza Knyszyńska zu den Partisanen durchzuschlagen, misslang, die Überlebenden wurden ins Vernichtungszentrum Treblinka geschafft. Auf dem bisherigen Ghettogelände siedelten die Deutschen polnische Bevölkerung aus Białowieża an.

Synonyme: Bialystok (KZ)
Groß-Rosen (KZ)Nach Begriff suchen

Am 2. August 1940 als Außenkommando des KZKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos. Sachsenhausen für männliche Häftlinge bei einem Steinbruch nahe dem Dorf Groß-Rosen (Rogoznica) in Oberschlesien, 60 km von Breslau (Wroclaw) eröffnet. 1941 selbständiges KZ mit 118 Außenkommandos, davon 45 für weibliche Häftlinge. Die Häftlinge mussten in Industrie und Bauwirtschaft arbeiten. Insgesamt waren von 1941-1945 ca. 120.000 Häftlinge in Groß-Rosen, das am 13. Februar 1945 durch sowjetische Truppen befreit wurde.

Synonyme: Konzentrationslager Groß-Rosen
Gurs, InternierungslagerNach Begriff suchen

Gurs, südfranzösisches Dorf am Rande der Pyrenäen unweit der spanischen Grenze im 1940 noch unbesetzten Teil Frankreichs gelegen. Der Ort, wurde von dem unabhängigen, konservativ-autoritären und antisemitischen Vichy-RegimeDas Vichy-Regime (offiziell: État français) war von 1940 bis 1944 die formal unabhängige aber mit Nazi-Deutschland kooperierende französische Regierung nach der Niederlage und Besetzung Frankreichs im Juni1940. Der Name leitete sich her vom Regierungssitz in Vichy/Auvergne. Chef de l'État war Marschall Pétain. für die Internierung der 6500 Juden aus Baden und der Saarpfalz bereitgestellt. Dort war bereits 1939 ein Lager für Flüchtlinge aus dem spanischen Bürgerkrieg und politische Flüchtlinge aus Deutschland eingerichtet worden. Bei der Ankunft der deportierten Juden waren etwa 900 Gefangene im Lager. Es bestand aus 380 einfachen Holzbaracken und stand unter französischer Bewachung. Es befanden sich auch SintiAuch Cinti. Bezeichnung für die im deutschen, west- und mitteleuropäischen Sprachraum seit 1400 lebende nationale Minderheit, die Teil der seit 1979 mit beratendem Status bei der UNO akkreditierten Weltorganisation der "Romani-Union" ist. Die Bezeichnung leitet sich vermutlich von der Herkunft aus der nordindischen Region Sindh ab. Die ca. 40.000 heute in Deutschland lebenden deutschen Sinti, deren Vorfahren schon seit mehr als 500 Jahren hier ansässig waren, unterscheiden sich von den Roma durch sprachliche Unterschiede (Dialekte und Lehnwörter) und kulturelle Traditionen ("Zigeuner" Romanes). und RomaDie Sammelbezeichnung "Zigeuner", für die ethnische Minderheit der Sinti und  Roma gilt als diskriminierend. Sinti und Roma, die bekanntesten der 5 Hauptgruppen, kamen als Migranten aus Indien. Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma in Europa. Sie sind meist katholische Christen, die balkanischen Roma häufig Muslime. Die Sinti und Roma sind oft über Generationen in ihren Heimatorten verwurzelt. Von den Nationalsozialisten wurden sie wie die Juden aus rassistischen Gründen verfolgt. Nach Schätzungen wurden ca. 500.000 in KZ, Ghettos und durch Massenerschießungen im Zweiten Weltkrieg ermordet.-Familien verschiedener Herkunft in Gurs.

Gustloff-WerkeNach Begriff suchen

Rüstungsbetriebe nahe dem KZKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos. Buchenwald1937 als Konzentrationslager auf dem Ettersberg bei Weimar (Thüringen) eröffnet für politische Oppositionelle, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma sowie Strafgefangene, auf Grund der Verhaftungen zur "vorbeugenden Verbrechensbekämpfung" ("Asoziale"). Ende 1938 kamen Tausende Juden dazu. Von den ca. 250.000 Häftlingen in Buchenwald und den 130 Nebenlagern starben ca. 65.000. Ab Mitte 1938 organisierten die politischen Häftlinge den Lagerwiderstand. Buchenwald gehörte zu den wenigen Lagern, in denen die Häftlinge vor der Befreiung durch US-Truppen am 11. April 1945 revoltierten. gelegen, in dem Häftlinge zur ZwangsarbeitSchon ab 1936 wurden Sinti und Roma in kommunale KZ eingewiesen und mussten Zwangsarbeit leisten. Ende 1938 Zwangsarbeit für "Asoziale" und arbeitslose Juden. Im Krieg wurden KZ-Häftlinge und zwangsrekrutierte Zivilarbeiter aus den besetzten Ländern, vor allem aus Osteuropa, zur Arbeit in der deutschen Industrie, Landwirtschaft sowie der Bau- und Rüstungswirtschaft gezwungen und in mehr als 30.000 Lagern unter brutalen Bedingungen ("Vernichtung durch Arbeit") ausgebeutet. Die Anklage im Nürnberger Prozess ging von einer Gesamtzahl von 12 Millionen Zwangsarbeitern aus. eingesetzt waren. Benannt zur Erinnerung an Wilhelm Gustloff (1895-1936), Landesgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAPIm Januar 1919 als Deutsche Arbeiterpartei gegründete antimarxistische, antisemitische und völkische Organisation. Im Februar 1920 umbenannt in NSDAP und Verkündung des 25 Punkte umfassenden Parteiprogramms durch Adolf Hitler, nach dem Hitlerputsch vom 8./9. November 1923 verboten. Wiedergründung im Februar 1925. Die Mitgliederzahl stieg von 27.000 im Jahr 1925 auf 2,5 Millionen im März 1933. in der Schweiz. Gustloff, der aus gesundheitlichen Gründen seit 1917 in Davos lebte, wurde 1936 von David Frankfurter aus politischen Gründen erschossen. Gustloff wurde als "Blutzeuge" unter Teilnahme Hitlers mit großem Staatsbegräbnis in seiner Geburtsstadt Schwerin in Mecklenburg beigesetzt.