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Ausstellung „Deutschland im Kalten Krieg“

Auf der Internetseite des Deutschen Historischen Museum wird die Ausstellung „Deutschland im Kalten Krieg. Deutsch-Deutsche Feindbilder in der politischen Propaganda 1945 bis 1963“, die vom 28. August 1992 bis 23. März 1993 im Zeughaus Berlin zu sehen war, dokumentiert.

Ausstellungsinhalt

Die Ausstellung besteht vorrangig aus Plakaten und Grafiken zu unterschiedlichen Etappen des Kalten Krieges. Unzählige Plakate aus West- und Ostdeutschland verbildlichen das Feindbild-Schema der Propaganda der beiden deutschen Staaten. Daneben finden sich in der Ausstellungspräsentation Fotografien von Protesten, öffentlichen Kundgebungen und Meinungsbekundungen, besonders aber Wahlplakate aus Deutschland, den USA und der Sowjetunion. In der Ausstellung wird außerdem die Werbegrafik zur Entnazifizierung, den beiden unterschiedlichen Wirtschaftssystemen und der Wiederbewaffnung bildlich erörtert.

Bildpostkarte

In dem Kapitel „Politische Ikonographie im Medium Bildpostkarte“ wird das Propagandamittel, die Bildpostkarte, in ihrer Entwicklung vorgestellt. Auch die Bildsprache dieses Mediums zum Kalten Krieg ist historisch spannend. So zeigt die Ausstellung, dass auf diesen Karten aus der Zeit des Kalten Krieges auf Zeichen und Bildmetaphern, die schon in den Reichstagswahlen vor 1933 gebräuchlich waren, zurückgegriffen wurde. Nichtsdestotrotz gab es in der bildlichen Gestaltung zwischen West- und Ostdeutschland große Unterschiede. In der Bundesrepublik zeigten sich Tendenzen zur Abstraktion und Gegenstandslosigkeit, wohin gegen in der DDR an naturalistisch gemalten Menschenbildern und einer erzählenden Bildsprache im Sinne des sozialistischen Realismus festgehalten wurde. Aber auch der Westen verzichtete nicht auf idyllisch geschönte oder monströse Schreckbilder in seiner Propaganda. Eine bemerkenswerte Erkenntnis steht am Ende dieses Ausstellungsbereiches: „Gegenüber dem Zeitraum zwischen 1918 und 1933 erscheint die politische Propaganda des Kalten Krieges allgemein zurückhaltender, in der Diffamierung des Gegners weniger brutal und hemmungslos. Natürlich gibt es auch Häme, aggressiven Spott und niederträchtige Herabsetzung, doch sind Zeugnisse davon weniger auf den Plakatwänden anzutreffen als in den vielfältig zerstreuten Kleinformen von Karikatur und politischem Pamphlet.“

Hintergrundtexte

Neben den einzelnen Ausstellungstexten und den dazugehörigen Bildern bietet die Webpräsentation der Ausstellung auch zusätzliches Hintergrundmaterial. Es handelt sich dabei um theoretische Texte von den Autoren Hermann Weber, Wolfgang Benz und Wilfried Loth zum Thema Kalter Krieg in Deutschland. Weitere Aufsätze beschäftigen sich mit dem Einfluss der Blockbildung auf die Kultur in den beiden deutschen Staaten. Schwerpunkte bilden dabei der deutsche Film, die politische Propaganda im Rundfunk und politische Broschüren aus dieser Zeit. Einen chronologischen Überblick über die Zeit von 1945 bis 1963 bietet der Unterpunkt „Zeittafel“. Dort werden einzelne Ereignisse herausgestellt, kurz erläutert und mit Bildern illustriert. In der Chronologie wird auch ein Überblick über wichtige Daten zur Zeit von 1933 bis 1945 gegeben, der vor allem Kriegsereignisse betont.

Fazit

Seit der Präsentation der Ausstellung sind nunmehr fast 20 Jahre vergangen, so dass eine derart umfangreiche Darstellung im Internet eine gute Möglichkeit der Datenerhaltung und –aufbereitung ist. Vor allem die große Anzahl an Plakaten, Postkarten und Fotografien macht den besonderen Wert der Internetseite aus. Da alle Plakate historisch eingeordnet und mit Quellenangaben versehen sind, lassen sie sich auch für den Unterricht nutzen. Mit den Plakaten kann zum Thema Propaganda im Kalten Krieg quellenkritisch und inhaltlich gearbeitet werden. Ebenso bietet die Internetseite durch einfache, leicht lesbare Texte zu den beiden deutschen Staaten einen Einstieg in die Thematik.

Zu der Ausstellungsdokumentation gibt es auf Lehrer-Online ein umfangreiches Webquest, das mit Karikaturen aus der Online-Ausstellung arbeitet. Unter dem Titel „Deutsch-deutsche Beziehungen zwischen 1949 und 1961“ können Lernende eine angeleitete Online-Recherche zu den Anfangsjahren des Kalten Krieges durchführen und Karikaturen zu drei wichtigen Ereignissen dieser Epoche analysieren. Lernen aus der Geschichte hat den Webquest in einem Beitrag bereits vorgestellt.

 

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