Geboren wurde Jakob Lurie 1909 in Ostpolen. Bereits als Jugendlicher trat er einer sozialistisch-zionistischen Organisation bei und wanderte mit sechzehn Jahren nach Palästina aus. Dort wurde er Mitglied eines Kibbuz. Sein politisches und gewerkschaftliches Engagement brachte ihn auf Dauer in Konflikt mit den britischen Mandatsbehörden. Lurie wurde mehrfach verhaftet.
Zu Beginn des Jahres 1937 beschloss er, seine Familie zu besuchen und gleichzeitig die Gelegenheit zu nutzen, um die Pariser Weltausstellung zu besuchen. Da er zu dieser Zeit polizeilich gesucht wurde, gelangte Lurie als Gepäckträger verkleidet an Bord eines Schiffes im Hafen von Haifa.
In einem Bericht von Lurie, abgedruckt in Arno Lustigers Buch „Schalom Libertad“, berichtet Lurie über seinen Entschluss, nach Spanien zu gehen um am dortigen Krieg teilzunehmen. Die Idee reifte während seines Besuches der Pariser Weltausstellung:

„Auf Umwegen über Basel kam ich nach Paris zur Internationalen Ausstellung. Der Pavillon von Palästina wurde gerade aufgebaut, ich meldete mich als Arbeiter und arbeitete dort bis zur feierlichen Eröffnung. Es gab ein feierliches Bankett mit Baron Rothschild als Gastgeber. Ich wurde gebeten, an der Tafel Platz zu nehmen. Man wollte mir als einem Arbeiter aus dem Lande Israel die Ehre erweisen. Ich ging dann zum Pavillon der spanischen Republik. Man sammelte dort Spenden für Spanien. Ich beschloss nun endgültig, nach Spanien zu fahren.“

Jakob Lurie kam über Figueras und Barcelona nach Valencia und wurde schlussendlich nach Albacete gesandt. Er wurde Soldat der 4. MG-Kompanie des Bataillons „Palafox“ der XIII. Dombroswki-Brigade, zu der auch die jüdische Kompanie Naftali Botwin gehörte.
Im Februar wurde Lurie bei einem Sturmangriff auf die Franquisten bei Bella Casa verwundet. Der Angriff schlug fehl, weil eine Unterstützung durch sowjetische Panzer ausblieb. Die Hälfte der Botwin-Kompanie fiel bei diesem militärischen Desaster. Bedingt durch die Verwundung konnte Lurie nicht an der Schlacht am Ebro teilnehmen, bei der die Botwin-Kompanie nahezu aufgerieben wurde. Diejenigen, die in Kriegsgefangenschaft kamen, wurden ermordet.

Jakob Lurie sollte nach der Auflösung der Internationalen Brigaden aufgrund eines Völkerbundbeschlusses wie alle anderen Brigadist_innen repatriiert werden. Er gelangte nach einer abenteuerlichen Zugfahrt, die wegen Bombenangriffen der Franquisten auf den Zug immer wieder stockte, in das französische Port Bou. Dort wurde er mit anderen durch einen Mitarbeiter des britischen Konsulats empfangen, der die Pässe einsammelte und die ehemaligen Brigadisten nach Marseille begleitete. Von dort aus gelangte Lurie wieder nach Palästina. Er starb im Jahr 1987 in Tel Aviv.

Literatur

  • Arno Lustiger, Schalom Libertad! Juden im Spanischen Bürgerkrieg. Frankfurt am Main 1989.

 

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