LaG-Podcast

Einsatz von Zeitzeugenberichten in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Kathrin Steinhausen, Historikerin und Medienberaterin, seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Schwerpunkt der historisch-politischen Bildungsarbeit in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde der Stiftung Berliner Mauer.

Der Podcast ist im Rahmen einer Sonderausgabe unseres LaG-Magazins entstanden, das die Tagung "Erfahrungen - Konzepte - Perspektiven. Zeitzeugenberichte in der Bildungsarbeit zur NS- und DDR-Geschichte" dokumentiert. Die Tagung wurde am 15. und 16. November 2012 von PRORA-ZENTRUM in Prora auf der Insel Rügen ausgerichtet.

Von Birgit Marzinka

Beschreibung Erinnerungsstätte

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde liegt im Süden Berlins und befindet sich am historischen Ort. Die Gebäude des ehemaligen Lagers werden als Erinnerungsstätte und als Flüchtlingsheim aktuell genutzt.

Das Zeitzeugenarchiv

Seit Mitte der 90er Jahren werden Zeitzeugeninterviews und dazugehörige Objekte gesammelt. Normalerweise kommen die Zeitzeug/innen auf die Erinnerungsstätte zu, bei Sonderausstellungen werden gezielt nach Zeitzeug/innen gesucht.

Funktion des Archivs

Das Archiv wird für die Ausstellungen herangezogen und es dient als Ort der Aufbewahrung für zukünftige Vorhaben.

Funktion von Zeitzeugenberichten in der Erinnerungsstätte

Die Erinnerungsstätte ist ein Ort der Erinnerung, ein Ort der Dokumentation, Information und Vermittlung sowie ein Ort der Reflexion und Diskussion. Die Art und Weise wie Zeitzeugenberichte eingesetzt werden können ist stark an den Ort gebunden.

Einbindung von Zeitzeugenberichten in die Ausstellung an einem Beispiel

Die Zeitzeugenberichte sind integraler Bestandteil der Ausstellung. Die Zeitzeugenberichte werden mit weiteren Exponaten ergänzt und sie beschreiben somit ein Teil einer Biografie bzw. Biografien und erzählen Geschichte.

Zeitzeugenberichte als Informationsquelle

Durch die Zeitzeugenberichte ist es möglich Dinge darzustellen, die sonst nicht darstellbar wären, wie Überlagerungen von persönlichen Motivationen, Entscheidungen und historische Situationen. Die Zeitzeugenberichte werden immer mit anderen Dokumenten ergänzt, um diese besser einschätzen zu können.

Zeitzeugenberichte in Ausstellungen

Für Frau Steinhausen lohnt es sich weiter zu denken, wie Zeitzeugenberichte in Ausstellungen eingesetzt werden können. Die Gestaltung könnte z.B. künstlerischer bzw. experimenteller sein. Weiterhin sollte sich überlegt werden, warum, was und wie Zeitzeugenberichte eingesetzt werden.

Zeitzeugengespräch in der Bildungsarbeit

Beim Besuch eines Bildungsangebots der Erinnerungsstätte werden gibt es für Jugendliche die Möglichkeit mit einem/ einer Zeitzeug/in zu sprechen. Das Gespräch wird anschließend ausgewertet.

Einsatz von Zeitzeugenberichten in der Bildungsarbeit

In der Bildungsarbeit werden einzelne Zeitzeugenberichte verwendet, mit denen sich die Jugendlichen anhand des biografischen Lernens sich die Geschichte erarbeiten.

Vorteile von Zeitzeugenberichten in der Bildungsarbeit

Mit Zeitzeugenberichten kann in der Bildungsarbeit gezeigt werden, dass Geschichte immer auf die einzelnen Personen wirken und das diese auch immer Handelnde sind. Es sind Menschen, die die Geschichte machen und Menschen sowohl agieren als auch reagieren.

 

 

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