1. Topf und Söhne: Die Ofenbauer von Auschwitz

Die unvorstellbare Tötungsmaschinerie von Auschwitz ist nicht denkbar ohne Ingenieure, die sie entwickelt, Firmen, die sie gebaut und Arbeiter, die sie gewartet haben. Die Kölner Lehrerin Micaela Petermann-Pagener versammelt in ihrem Unterrichtsvorschlag verschiedene Online-Materialien zur Firma J. A. Topf & Söhne. Diese stellte während des Nationalsozialismus Verbrennungsöfen für Konzentrationslager her und machte durch die spezielle Entwicklung der Verfeuerungstechnik, zum Beispiel im Ofentyp Auschwitz, die Umsetzung des Vernichtungsprogramms überhaupt erst möglich.

Doch wer waren die Mitarbeiter, die sich in die gigantischen Verbrechen der Nationalsozialisten verwickeln ließen? Wie wurden sie nach dem Krieg zur Verantwortung gezogen? Was ist aus der Firma geworden? Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen empfiehlt Petermann-Pagener folgende Webseiten für den Geschichtsunterricht ab Klasse 10:

  • Ausstellung zu Topf und Söhne im Jüdischen Museum Berlin:
    Das jüdische Museum in Berlin hat die Ausstellung zu Topf und Söhne unter dem Focus "Die Techniker der 'Endlösung'" konzipiert. Die Webseite zur Ausstellung bietet einen übersichtlichen Einstieg in die wesentlichen Aspekte des Themas. http://www.topfundsoehne.de/
  • "Topf und Söhne": Virtueller Rundgang auf dem Gelände:
    Dieser virtuelle Rundgang führt in Werkshallen, wo die Verbrennungsöfen entwickelt und hergestellt wurden. An einzelnen Stationen kann man den aktuellen Zustand und teilweise den historischen Zustand der Fabrik betrachten. http://topf.squat.net/topf/virtueller_rundgang/index.html
  • Förderkreis "Geschichtsort Topf & Söhne" in Erfurt:
    Seit dem Konkurs der Fa. Erfurter Mälzerei und Speicherbau (EMS) im Jahre 1996 liegt das fast dreißigtausend Quadratmeter umfassende Gelände, auf dem früher Topf und Söhne waren, brach. Einen neuen Investor zu finden, ist bislang gescheitert. Ein Förderkreis "Geschichtsort Topf & Söhne" in Erfurt bemüht sich dieses historische Gelände zu erhalten und zu einem Ort der Erinnerung zu machen. Der Verein hat eine Webseite erstellt, wo neben historischen Informationen der aktuelle Stand der Erinnerungsarbeit dokumentiert wird. Man findet dort vertiefende Beiträge und auch das regionale Medienecho zum Umgang mit dem Gelände und der Geschichte der Firma Topf und Söhne. http://www.topf-holocaust.de/start/start.php
  • Dossier von Lehrer-Online: http://www.lehrer-online.de/topf-und-soehne.php?sid=14163462815603615625414431444170

 

2. Der „Euthanasiearzt“ Friedrich Menneke

Abiturienten einer Kölner Gesamtschule untersuchen in der Unterrichtsreihe "Der autoritäre Charakter" die "Innenansichten" eines Täters. Im Mittelpunkt steht der Arzt Friedrich Mennecke, der unmittelbar an der Aktion T4, dem Programm zur "Vernichtung unwerten Lebens", beteiligt war. Auch die "Wiedereingliederung" von Tätern in die deutsche Nachkriegsgesellschaft ist Thema.

Nach Ansicht des Kölner Lehrers Konrad Klesse ist die Auseinandersetzung mit den Tätern der NS-Verbrechen noch immer durch Personalisierung, Dämonisierung, unzureichende Analyse der gesellschaftspolitischen Faktoren oder Ausblendung von Sozialisationsfaktoren bestimmt. In seinem Projekt schlägt Klesse deshalb vor, die Thematik „Euthanasie“ im NS-Staat anhand der Person des Arztes Friedrich Mennecke intensiv im Unterricht zu behandeln. Mithilfe der erhaltenen Briefe Mennekes erarbeiteten sich Schülerinnen und Schüler ein Psychogramm des Täters und eigneten sich Wissen zum nationalsozialistischen Programm „Vernichtung lebensunwerten Lebens" an.

Auf der Webseite finden sich nicht nur die Vorschläge und Anregungen von Klesse, sondern auch zahlreiche Dokumente zum Leben des „Euthanasiearztes“ für den praktischen Einsatz im Unterricht. Sehr empfehlenswert.

http://www.erinnern-und-verstehen.de/?site=pr_import_A02

 

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