Karl SequensKarl Sequens wurde am 14. Juni 1905 in Wien geboren. Von Beruf war er Spengler [Klempner] und Heizungsmonteur. Er war Mitglied im Republikanischen Schutzbund (Wehrorganisation der österreichischen Sozialdemokratie). Am 26. November 1936 kam er aus Österreich nach Spanien. Tätig im 13. und 16. Bataillon der Internationalen Brigaden, besuchte er später die Offiziersschule Pozorrubio und wurde Leutnant des Instruktionsbataillons in Madrigueras. Am 7. Februar 1937 heiratete er in Valencia die Spanierin Herminia Roudière Perpiñá, mit der er am 23. Januar 1938 eine Tochter, Rosa María, bekam.

Herminia Roudière Perpiñá und Karl Sequens mit ihrer Tochter Rosa María, im März 1938 in Valencia. Foto: DÖW / Spanienarchiv.

Nach der offiziellen Verabschiedung der internationalen Brigaden wurde er 1939 auf französischer Seite gefangen gehalten, zunächst in Saint-Cyprien, dann in Gurs, 1941 in Le Vernet. Unter der kollaborierenden Vichy-Regierung geriet er schließlich ins Visier der nationalsozialistischen Verfolgung. Vom 19. Januar 1942 bis zum 28. Januar 1944 war er im Konzentrationslager Dachau, danach in Majdanek/Lublin, Auschwitz und Mittelbau-Dora.

Karl Sequenz überlebte die KZ-Haft nicht und kam am 16. Februar 1945 im KZ Mittelbau-Dora ums Leben.

Sein Schicksal wurde vom österreichischen Schriftsteller Erich Hackl in der Publikation „Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick“ dokumentiert. Er hatte sich auf die Suche nach Lebensspuren begeben und fand Dokumente, ehemalige Interbrigadisten und die Tochter Rosa Maria, die in Wien lebt.

„Der jungen Familie war im Spanischen Bürgerkrieg wenig gemeinsame Zeit miteinander beschieden: Als die Republik Ende 1938 den Franco-Truppen zu unterliegen begann, trafen sie sich zum letzten Mal Anfang Januar 1939 in Gerona. Herminia und Karl Sequenz flüchteten danach nach Frankreich, wo Herminia und Rosa Maria in der Normandie unterkamen. Hier beging Karl jedoch den Fehler, sich repatriieren zu lassen. Statt der in Aussicht gestellten Arbeit oder des Kriegsdienstes nach ein ‚paar Wochen Umerziehung’ erwartete ihn das KZ: in Dachau, Lublin und Auschwitz. Von dort aus schreibt er seiner Frau drei Briefe, anrührende Dokumente der Hoffnung auf ein neues gemeinsames Leben. […] Nach Kriegsende verweigerten die deutschen Behörden Mutter und Tochter jede Entschädigung, da‚ bei einem Rotspanienkämpfer, der aus Sicherheitsgründen in ein KZ verbracht wurde, die Gegnerschaft zum Nationalsozialismus nicht nachgewiesen werden’ könne.“ (Tagesspiegel)

Literatur

  • Hans Landauer in Zusammenarbeit mit Erich Hackl (Hrsg.), Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer 1936–1939, Wien, Theodor Kramer Gesellschaft 2003.

  • Erich Hackl, Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick, Zürich 1999.

  • Rezension von Stephan Reinhardt, Tagesspiegel, 23. Juli 1999, (23.05.2016).

 

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