Robert Capa wurde 1913 in Budapest unter dem Namen Endre Ernö Friedmann geboren. Als 17-Jähriger wurde er bei einer Demonstration gegen den antisemitischen Diktator Horthy verhaftet und des Land verwiesen. Er ging nach Berlin und begann ein Studium sowie erste Fotoarbeiten, darunter eine Serie zu Trotzki.

Robert Capa, photo credit: Library of Congress, Washington D.C./USA

Nach Hitlers Machtübernahme emigrierte Capa, noch unter dem Namen Friedmann, nach Paris. Dort traf er 1934 seine große Liebe, Gerta Pohorylle. Beide standen als Fotografen bei dem Schriftsteller Louis Aragon unter Vertrag, der Chefredakteur des französischen Abendblattes „Ce Soir“ war.

Robert Papa und Gerda TaroGerda Taro und Robert Capa, aufgenommen in Paris 1936 auf der Terrasse des Café du Dôme, photo: Fred Stein/ International Center of Photography, New York

Ihrer Rolle als jüdische Flüchtlinge setzte das Paar im Frühling 1936 einen fiktiven Lebensentwurf entgegen. Zunächst augenzwinkernd und mit einer leicht durchschaubaren Legende. Endre Ernö Friedmann wurde zu einem angeblich vermögenden amerikanischen Fotograf namens Robert Capa, Gerta Pohorylle zur Fotoagentin Gerda Taro. Fortan traten sie als eine „produktive Einheit“ auf. Die selbst geschaffene Legende war eine Reaktion auf ihre angespannte finanzielle Situation. Aber sie war auch politisch zu verstehen: als Reaktion auf die Entwürdigung und Negation ihrer Personen durch die Nazis. Und schließlich enthüllte sie ihren Glauben an die Vereinigung von Kräften: Zwei sind mehr als einer, zwei sehen mehr als eine Person; es war ihre Liebesverbindung, die ihre Arbeit beflügelte.
Zusammen mit ihrem Freund David Seymour, genannt „Chim“, etablierten sie in den folgenden Monaten die buchstäblich Aufsehen erregende Form der Fotoreportage und gründete die bis heute bekannte Agentur Magnum. Ihre Negative sammelten sie in einem gemeinsamen Topf, sodass es heute nicht mehr möglich ist zu bestimmen, welches Bild von wem stammt. Ihnen war es wichtig, Zeugnis abzulegen von dem was sie sahen und von dem sie glaubten, dass es die Welt sehen müsse, damit diese den drohenden Weltkrieg abwendet.

Ihre Fotoreportagen machten deutlich, worum es im modernen Krieg geht: Er zerstört zivilen Schutzraum. Er bombardiert private Lebenszusammenhänge, zwingt zur Flucht, tötet Unschuldige. Sie verließen den distanzierten Beobachterstandpunkt, um teilzuhaben an einer Schicksalsgemeinschaft. Ihre Berichterstattung mit der Kamera liest sich so als konsequent praktizierte Solidarität mit den Kämpfenden, unter denen ihre Freunde und Bekannte waren. Ihre Fotos waren parteiisch. Sie verstanden sie als Waffen im Kampf gegen den Faschismus.

Robert Capas Gefährtin Gerda Taro wurde am 25. Juli 1937 in Escorial während eines Angriffs der deutschen „Legion Condor“ beim Rückzug versehentlich von einem ins Schleudern geratenen republikanischen Panzer schwer verletzt und starb kurz darauf. Er widmete der Geliebten sein erstes Buch „Death in the Making“, das 1938 in New York erschien und Bilder von Capa und Taro enthält.

Robert Capa war weiterhin als einer der berühmtesten Kriegsfotografen tätig. 1954 wurde er von einer Mine in Indochina getötet. Seine Bilder sind untrennbar mit dem Spanischen Bürgerkrieg verbunden.

Literatur

  • Robert Capa, Death in the Making. Covic, Friede, New York 1938 (Fotos von Robert Capa und Gerda Taro, Layout von André Kertész).

  • Richard Whelan: Die Wahrheit ist das beste Bild. Robert Capa, Photograph. Eine Biographie. Köln 1985.

  • Irme Schaber, Gerda Taro. Fotoreporterin. Mit Robert Capa im Spanischen Bürgerkrieg. Die Biographie, Marburg 2013.

 

 

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