Online-Modul: Spanischer Bürgerkrieg

2.2.4 Geistliche Märtyrer des Bürgerkriegs

Im Magazin „Katholisches Info“ erschien 2014 ein Artikel, dessen Anlass das Erscheinen des spanischen Martyrologium war. In diesem Buch dokumentierte die katholische Kirche Biographien von über 1500 „Märtyrern in Spanien“, die inzwischen seliggesprochen wurden.

Im Artikel heißt es:

„Spaniens Märtyrer starben aus Haß gegen den Glauben – Versuch linker Geschichtsfälschung“

Die Märtyrer im Spanien der 1930er Jahre werden häufig irrtümlich als „Märtyrer des Bürgerkriegs“ bezeichnet. Das entspricht allerdings einer unangemessenen Engführung und suggeriert den Eindruck, dass es sich bei den Märtyrern eben um Opfer einer der beiden Streitparteien handelte, so wie die Gegenseite eben auch Opfer zu beklagen hatte. Die ersten Märtyrer gehen jedoch auf die Zeit vor Ausbruch des Bürgerkriegs zurück und lassen die Ereignisse bereits damit in einem anderen Licht erscheinen. Sie wurden Opfer der sogenannten Revolution von Asturien im Oktober 1934, also gut zwei Jahre vor Ausbruch des Bürgerkrieges. Neun von ihnen wurden 1999 von Johannes Paul II. kanonisiert.

In jenen Jahren wurden viele Kirchenvertreter und Ordensleute allein deshalb ermordet, weil sie der Kirche angehörten. Das Martyrium von zahlreichen Laien, Männern und Frauen der Katholischen Aktion und anderer kirchlicher Bewegungen, erfolgte aus demselben Grund, oder anders ausgedrückt, weil sie praktizierende Katholiken waren. Keiner von ihnen war in die politischen und ideologischen Kämpfe involviert oder nahm an Kampfhandlungen teil. Die Märtyrer hatten keine Waffe in der Hand und wurden dennoch ermordet. Deshalb sind sie nicht einfach Opfer in einem Krieg, der eben Tote auf beiden Seiten fordert.

[...] Erst ab Juli 1937 unterstützte die Kirche eine der beiden Konfliktparteien, konkret die Nationalspanier, weil sie auf der anderen Seite, jener der Rotspanier, durch die Verfolgung aufgehört hatte zu existieren und die Rotspanier die Ermordung von Kirchenvertretern, Ordensmännern und Ordensfrauen und von gläubigen Katholiken fortsetzten.
Die Verfolgung begann im Mai 1931 durch Brandstiftung gegen Kirchen und Köster [sic!] und fand ihren Höhepunkt in den Massakern an Priestern, Ordensleuten und Laien zwischen 1936 und 1939. Daher betreiben jene eine offenkundige Geschichtsfälschung, die heute ständig behaupten, die Verfolgung sei lediglich die antiklerikale Reaktion auf den Militäraufstand vom 18. Juli 1936 gewesen.

Spaniens Märtyrer wie frühchristliche Märtyrer

[Der Historiker] Vicente Cárcel Ortí betont, daß die Märtyrer in Spanien sich nicht von den frühchristlichen Märtyrern und den Märtyrern aller Zeiten unterscheiden. „Es waren Christen, die, als die Stunde gekommen war, lieber den Tod erlitten, als den Glauben zu verraten. Während die Verfolger von irgendeiner politischen Motivation angetrieben wurden, war in den Märtyrern die Liebe zu Christus stärker als der Tod. Die Märtyrer starben als Opfer eines wirklichen Hasses, den ihre Schlächter gegen den von ihnen gelebten katholischen Glauben hegten.“

Literatur

Text: Giuseppe Nardi
Quelle: Katholisches Info. Magazin für Kirche und Kultur (21.06.2016).

 

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