LaG-Podcast

Die Geschichte hat einen Einfluss auf die deutsch-israelischen Beziehungen

Deutsch-israelische Jugendbegegnungen haben oft ein aktuelles Oberthema, das sich durch die ganze Begegnung zieht. Doch das deutsch-israelische Verhältnis ist ein Besonderes, in das Geschichte immer eine Rolle spielt, egal um welches Oberthema es sich handelt. In den Jugendbegegnungen werden aus diesem Grund Gedenkstättenbesuche abgehalten, die kürzer oder länger sind bzw. besser oder schlechter vorbereitet werden. Der Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus und das Erinnern und Gedenken an die Shoa sind das Thema der Besuche.

Das Interview ist Teil der Sonderausgabe des Lag-Magazins "Erinnern und Gedenken im deutsch-israelischen Jugendaustausch". Die Sonderausgabe wurde in Kooperation mit ConAct herausgebracht.

Zur Person
Guy Band arbeitet als freiberuflicher Pädagoge u.a. in der Gedenk- und Bildungsstätte "Haus der Wannsee-Konferenz".

 
Die inhaltliche Ebene kann nicht ohne die Begegnung behandelt werden

Damit der Nationalsozialismus und die Shoa in einer deutsch-israelischen Jugendbegegnung behandelt werden kann, muss zuvor eine Begegnung stattfinden und die Jugendlichen müssen sich gegenseitig vertrauen.

Gemeinsame Bearbeitung der Geschichte

Zu Beginn ist häufig eine gewisse Angst bzw. Unsicherheit bei den Jugendlichen zu bemerken, wenn das Thema Geschichte bzw. Nationalsozialismus und Shoa auf der Agenda steht. In manchen Fällen sind Jugendliche auch schon übersättigt und möchten nicht in die Geschichte einsteigen.

Sich wiederholende Gruppendynamiken

Häufig entstehen bei Jugendbegegnungen eine gewisse Hierarchisierung: die "Israelis" sind die Nachfolgegeneration der Opfer und die "Deutschen" sind die Nachfolgegeneration der "Täter".

Erinnern und Gedenken in Jugendbegegnungen

Der Umgang mit der Erinnerung an die Shoa bzw. an den Nationalsozialismus ist sehr unterschiedlich. Dies hat einen Einfluss auf die Jugendbegegnungen.

Das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Narrative kann die Gruppendynamiken stark beeinflussen

Guy Band hat schon erlebt, dass Konflikte aufgrund unterschiedlicher Erinnerungskulturen bzw. Umgang mit der Geschichte enstanden sind. Eine gute Vorbereitung kann dies unterbinden.

Formen der Erinnerung

Wenn der Bearbeitung der Geschichte nicht genügend Raum und Zeit gegeben wird, steht dies als ein Elefant im Raum. Die Jugendliche sollen die Erinnerung selbst gestalten.

Neue Formate der Erinnerung

Es gibt Versuche neue Medien einzusetzen, doch ob dies von den Jugendlichen kommt ist nicht klar. Bei den Zeremonien gibt es selten etwas neues, vereinzelt werden neue Diskussionen bei den Jugendbegegnungen rund um dieses Thema aufgegriffen.

Von der Geschichte aus gehen

Guy Band kritisiert, dass der Umgang mit dem Nationalsozialismus oft sehr unhistorisch ist. Zuerst muss die Geschichte behandelt werden und danach kann man auf die Emotionen eingehen.

 

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