Empfehlung Unterrichtsmaterial

Katyń Crime

Die namhafte polnische Nichtregierungsorganisation Stiftung Zentrum KARTA (übrigens Kooperationspartner von Lernen aus der Geschichte) stellte anlässlich des Erscheinens des Andrzej Wajda Filmes „Katyn“ im Jahr 2008 verschiedene schriftliche Quellen zusammen. Darunter befinden sich Augenzeugenberichte von damaligen Gerichtsmedizinern, Berichte von Angehörigen der Opfer, Auszüge aus Militärberichten der Roten Armee und der polnischen Armee sowie Rundfunkmeldungen des deutschen Rundfunks zum Massaker an rund 22 000 Angehörigen der polnischen Armee.

Neben der Quellenlektüre besteht die Möglichkeit sich Interviewsequenzen mit dem Regisseur Andrzej Wajda über die historischen Hintergründe des Films anzuschauen. Dankenswerterweise sind alle Interviews mit deutschen Untertiteln versehen worden.

Einführend beschreibt Zbigniew Gluza, Vorsitzender von KARTA, die Umstände des Verbrechens und seine symbolische Bedeutung für die polnisch-sowjetischen und für die gegenwärtigen polnisch-russischen Beziehungen.
Zur besseren zeitlichen Orientierung dient ein Kalender, der die wichtigsten Daten und Ereignisse die Ermordung der polnischen Armeeangehörigen betreffend erläutert.
Zu Wort kommen auch Vertreter der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich im Jahr 2005 für eine Wiederaufnahme der Untersuchungen der damaligen Verbrechen in Russland einsetzen.

Überhaupt ermöglicht die Vielfalt an Quellen und Archivmaterial eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem so zentralen Ereignis der polnischen Erinnerungslandschaft. Für viele neu ist wohl der Umstand, dass die Toten, die im Wald bei Katyń entdeckt wurden nur einen Teil der Opfer ausmachten. Weitere Massaker an polnischen Armeeangehörigen verübte die Rote Armee an mehreren anderen Orten in den von ihr besetzten Gebieten, darunter in Miednoje und bei Charkow. Doch diese Massengräber wurden erst Anfang der 1990er Jahre entdeckt.

Die gesamte Aufmachung der Website ist vor diesem Hintergrund zu betrachten, auch die Verwendung der polnischen Flagge und Militärkappe als Gestaltungselemente der Seite weisen auf die nationale Bedeutung der Ermordung der rund 22 000 polnischen Kriegsgefangenen hin, die mit dem Namen Katyń verbunden sind.

Zur deutschsprachigen Version der Website Katyn Crime.

 

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