Das Magazin „Fluter“ der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) widmet sich in seiner Märzausgabe der DDR. Optisch interessant sind die zwei Cover, die thematisch für die Zeit vor und nach dem Mauerfall stehen. Das Magazin versammelt rund 15 Artikel zum Themengebiet der DDR.

In der erste Hälfte des Heftes erzählt der Historiker Stefan Wolle im Interview wie „sich dumm zu stellen“ schon eine Form von Opposition sein konnte. Ein anderer Artikel widmet sich den von der Staatsführung gefürchteten und verfolgten musikalischen Jugendbegegnungen in der DDR. Auch die desaströse Wirtschaftspolitik des Arbeiter- und Bauernstaates wird anschaulich an einigen Beispielen erklärt. Neben diesen einleitenden Artikeln finden sich auch solche Texte, die sich mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit nach 1989/90 beschäftigen. So wird anhand des Schicksals der Maueropfer dargestellt, wie man in der BRD lange zu zaghaft die Geschichte des ehemaligen sozialistischen Nachbarn aufarbeite.

Im zweiten Teil des Magazins geht es um die Zeit nach der „friedlichen Revolution“. Wesentliche Aspekte wie der gegenwärtige Zustand der ostdeutschen Wirtschaft werden vorgestellt und analysiert. Neben der verhängnisvollen Geschichte der Privatisierung ehemaliger DDR-Betriebe finden sich aber auch Erfolgsbeispiele wie das der Bekleidungsfirma Bruno Banani. Außerdem werden aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus der Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ zu Einstellungsmustern deutscher Bundesbürger/-innen aufgegriffen und verständlich erklärt. Wie es den vietnamesischen Vertragsarbeitern in der DDR ging und was einige von ihnen heute machen, erzählt der Artikel „Fidschi ist kein schönes Land“. Zum Abschluss geht es um den Kampf gegen das Vergessen der DDR-Diktatur und wie bürgerschaftliches Engagement dabei helfen kann.

Durch das Heft zieht ein roter Zeitstrahl, der zum einen durch wichtige Ereignisse der DDR-Geschichte führt und zum anderen Relevantes und Skurriles auch der Nachwendezeit versammelt. Auch den vielen Infokästen und Chroniken in den Artikeln gelingt es, in Kürze Wesentliches zu erklären ohne grob zu vereinfachen. Genau dies ist auch die große Stärke des „Fluters“. Seine Autoren und Autorinnen nehmen die jugendliche Leserschaft ernst. In einem gelungenen Spagat aus informativen und zugleich gut lesbaren Texten soll Geschichte jenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen näher gebracht werden, die keinen Zugang (mehr) zur DDR haben. Ein ehrenvoller Versuch, dem man nur viel Erfolg wünschen kann. Die DDR-Ausgabe des „Fluters“ gehört in jedes deutsche Klassenzimmer.

Das Heft kann man entweder hier herunterladen: http://www.bpb.de/publikationen/T2ITO7 oder auf klassischem Weg per Post bei der BpB beziehen.

 

 

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