Projekt

Auschwitz. Memento – ein multimediales Archiv

Eckdaten

Ort/Bundesland: Auschwitz / Oświęcim
Institution: Christliche Vereinigung Auschwitzer Familien
Autorin: Gabriela Mruszczak
Altersgruppe: 16 Jahre und älter
Land: Polen
Fach: Geschichte

Bibliografie

  • Meyer, Alwin: Die Kinder von Auschwitz [Dzieci Oświęcimia]. Göttingen: 1990
  • Kubica, Helena: Zagłada w KL Auschwitz Polaków wysiedlonych z Zamojszczyzny w latach 1942–1943. Oświęcim–Warszawa : 2004
  • Bajor-Zagórska, Agnieszka / Setkiewicz, Piotr: Auschwitz - pamięć dla przyszłości [Auschwitz – Für die Zukunft gedenken]. Warszawa: 2003

Weiterführende Links

Projekt Kontakt

Gabriele Mruszczak
Chrześciańskie Stowarzyszenie Rodzin Oświęcimskich
Leszczyńskiej 8
Polen 32-600 Oświęcim
Tel.: 0048503 07 83 57
http://auschwitzmemento.pl

Projektbeschreibung

Im Zuge des Projektes wurden Berichte ehemaliger Gefangener des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau digitalisiert (unter anderem Berichte von Jerzy Bielecki, Józef Stós, Józef Hordyński, Kazimierz Zając, Józef Szajny, Stanisław Gąskowa, Stanisław Frączysty, Michał Ziółkowski, Zbigniew Damasiewicz, Tadeusz Sobolowisz und Józef Mikusz).

Im Archiv der ChSRO wurden so fast 200 Stunden Film- und Tonbandaufnahmen sowie eintausend Textseiten mit Berichten und reiches Bildmaterial zusammengetragen. Die gesammelten Berichte erfüllen alle die Anforderungen des wissenschaftlichen Interviews, jedoch wurde beschlossen den Zeitzeugen auch Raum für Überlegungen und Kommentare zu geben. Gemeinsam mit den Interviewten schufen ehrenamtlichen Interviewer auf diese Weise einer Generation, die zunehmend und ohne Umkehr der Vergangenheit angehört, eine Art Testament.

Die im Rahmen des Projektes geschaffene Internetseite bildet eine wertvolle Informationsquelle für Lehrer und Schüler, die sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und dem nationalsozialistischen Totalitarismus beschäftigen. Der leichte Zugang zum Quellenmaterial auf dieser Website und die Möglichkeit, Filmauszüge und Tondateien (mp3) herunterzuladen, können das Interesse Jugendlicher an der Geschichte des Zweiten Weltkriegs vergrößern, ihnen dabei helfen, die Mechanismen des Totalitarismus zu verstehen und die Toleranz fördern.

Projektphasen

Als Inspiration für das Projekt diente das Archiv der von Steven Spielberg gegründeten „Shoah Foundation“. Der bekannte Regisseur hat darin Berichte von 44.000 Zeugen des Holocausts gesammelt, darunter auch von 50 Polen. Da die Projektorganisatoren die Möglichkeiten, die der Einsatz von Oral History in der historischen Bildung bietet, als positiv bewerteten, schufen sie einen Service, von dem bereits jetzt viele Schüler und Lehrer Gebrauch machen können.

Das Projekt konnte dank der finanziellen Unterstützung der „Fonds für Bürgerinitiativen“ (1. Projektphase, 2005), des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe im Rahmen des Programms „Patriotismus von morgen“ und des Amtes für Veteranen und Opfer von Repressionen (2. Projektphase, 2006) umgesetzt werden.

In den zwei Arbeitsphasen, während der das multimediale Archiv erstellt wurde, wurden Zeitzeugenberichte aufgenommen und der Großteil von ihnen bearbeitet. Gleichzeitig wurde Material für eine Internetseite vorbereitet. Die zweite Arbeitsphase endete mit der Erstellung eines Internetportals (www.auschwitzmemento.pl).

Ehrenamtliche Helfer und Zeitzeugen

Dank der guten Zusammenarbeit mit Geschichtslehrern Auschwitzer Schulen und Dozenten der Staatlichen Berufshochschule gelang es, Schüler und Studierende für die Beteiligung am Projekt zu gewinnen. Darüber hinaus wurde in Schulzeitungen und Studentenmagazinen auf dir Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit hingewiesen.

Gegenwärtig sind 12-19 Ehrenamtliche an dem Projekt beteiligt – Studierende, Schüler der Mittelstufe und junge Amateurfilmer (ihr Kreis vergrößert sich ständig). Befürchtungen, dass es möglicherweise zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen den jungen Leuten und den ehemaligen Lagerhäftlingen kommen könnte, erwiesen sich als unbegründet. Trotz ihrer dramatischen Erinnerungen scheuten die Zeitzeugen nicht den Kontakt mit den Jugendlichen, sondern arbeiteten offen bei den gemeinsamen Vorbereitungen der Aufnahmen mit.

Die Zukunft des Projektes

Die ChSRO plant auf der Grundlage des gesammelten Materials fünfzehnminütige Lehrfilme zu erstellen, die im Schulunterricht über den Zweiten Weltkrieg und die Verbrechen der Nationalsozialisten eingesetzt werden können. Aus der bereits erstellten Internetseite soll ein Onlineportal entstehen, das neben den in mehrere Fremdsprachen übersetzten Zeitzeugenberichten auch ein moderiertes Onlineforum enthalten wird.

Übersetzung: Thekla Lange

 

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