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Das Attentat vom 20. Juli 1944

Die Ereignisse vom 20. Juli 1944 bilden den bekanntesten Akt des Widerstands von Deutschen gegen das Regime von Adolf Hitler in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Beteiligten der Verschwörung stammen aus vielen Schichten der Bevölkerung und hatten vielfältige Kontakte zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Unter den 200 nach der Erhebung Hingerichteten sind 19 Generäle, 26 Obersten, zwei Botschafter, sieben Diplomaten, ein Minister, drei Staatssekretäre sowie der Chef der Reichskriminalpolizei, des weiteren mehrere Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten.

Zum Ausgangspunkt des Machtwechsels sollte ein Attentat auf Hitler werden. Die von Claus Schenk von Stauffenberg platzierte Bombe im „Führerhauptquartier Wolfsschanze" tötete Hitler jedoch nicht. Gegen 23 Uhr erklärte der Befehlshaber des Ersatzheeres Generaloberst Friedrich Fromm (1888-1945) die Verschwörer in Berlin für verhaftet und verkündete unverzüglich Todesurteile wegen Hochverrats.

Unter der Adresse des Online-Lexikons des Deutschen Historischen Museums Berlin finden sich ein zusammenfassender Text zum Ablauf des 20.Juli sowie die Möglichkeit, die Biographien der am Attentatsversuch beteiligten zu recherchieren. Die kurzen, übersichtlichen Texte eignen sich sehr gut für die selbstständige Recherche von Schüler/innen.

Das Museum "Deutscher Widerstand" in Berlin dokumentiert die Erinnerungskultur um die Widerstandskämpfer/innen des 20. Juli. 188 Reden, gehalten von Bundespräsidenten, Berliner Bürgermeistern, Bundeskanzlern, Verteidigungsministern und Nachkommen der Widerstandskämpfer/innen zeichnen ein eindrückliches Bild der Würdigung der Beteiligten. Gleichzeitig sind sie jedoch auch Zeugnis des unkritischen Umgangs mit den „guten Deutschen“ des 20. Juli. Verweise auf den Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit der Widerstandskämpfer/innen finden sich in den Reden kaum.

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg hat ein Webportal eingerichtet, das vor allem der Frage nachgehen will, was der Akt des Widerstandes vor 61 Jahren heute bedeuten kann. Das Webportal dokumentiert umfangreich die Geschichte des 20. Juli sowie ihre Rezeption nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Darüber hinaus stellt es zum Download die Publikationen der Bundes- und Landeszentralen zum Thema „Widerstand/ 20.Juli“ zur Verfügung. Die Dokumentation der am 1.Juli 2004 aufgestellten Gedenktafeln und Figurengruppe zur Ehrung der Brüder Stauffenberg könnte als Anlass genommen werden, mit Schüler/innen in eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte zu treten.

 

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