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»SchUM entdecken – Jerusalem am Rhein: eine Zeitreise vom Mittelalter bis heute« Unterrichtsmaterialien online

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Weitere Infoirmationen SchUM-Städte e.V. susanne [dot] urban [at] schumstaedte [dot] de

Katharinen-Gymnasium Ingolstadt Alexander Schöner alexander [dot] schoener [at] katharinengymnasium [dot] de

Bildungsangebote, die das Erbe der SchUM-Städte in einen epochenübergreifenden Zusammenhang zur jüdischen Religion, Gelehrsamkeit und Geschichte setzen, werden parallel zum UNESCO-Welterbeantrag entwickelt. Experten aus jüdischen Museen und Bildungszentren werden gemeinsam mit dem SchUM-Städte Verein innovative und moderne Konzepte entwickeln. Die für heutige Generationen lange zurückliegende Epoche muss Neugier hervorrufen. Nicht Wissensreproduktion, sondern eigenständige Aneignung, multiperspektivische Zugänge, Interdisziplinarität sowie ein freier Zugang zu Quellen und Informationen sind hierbei wesentliche Eckpunkte. Im Zentrum steht dabei die adäquate Begleitung der unterschiedlichsten Lerngruppen: von der Grundschule über die verschiedenen Schulformen bis hin zur Erwachsenenbildung. Wir orientieren uns u.a. an den Empfehlungen des Leo Baeck Instituts: Deutsch-jüdische Geschichte im Unterricht. Eine Orientierungshilfe für Schule und Erwachsenenbildung, 2. aktualisierte Auflage 2011.

Kostenfreies Unterrichtsmaterial zur jüdischen Geschichte der SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz.

In einer Kooperation des SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. mit dem Katharinen-Gymnasium Ingolstadt sind Unterrichtsmaterialien entstanden, um die Monumente und das immaterielle Erbe der jüdischen SchUM-Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz vorzustellen.

SchUM ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf Latein zurückgehenden hebräischen Städtenamen. Schin (Sch) = SchPIRA = Speyer / Waw (U) = Warmaisa = Worms / Mem (M) = Magenza = Mainz

SchUM: drei jüdische Gemeinden, die einen einzigartigen, innovativen und kreativen Gemeindebund im Mittelalter schlossen. Synagogen aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die ersten überlieferten Frauenschuln, erste Monumentalmikwaot (Ritualbäder), einzigartige Grabsteinornamentik – hinzu kommt, dass sich der älteste in situ erhaltene jüdische Friedhof Europas in Worms befindet und in Mainz der herausragende Denkmalfriedhof Judensand eingerichtet wurde. Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden. 2020 wird der Antrag des Landes Rheinland-Pfalz eingereicht und 2021 fällt die Entscheidung.

Schüler/innen des Katharinen-Gymnasiums Ingolstadt besuchten 2018 Speyer und Worms, bestaunten die mittelalterlichen Monumente und gingen auf Streifzug durch Jahrhunderte. Die im Durchschnitt 16-Jährigen näherten sich den SchUM-Stätten an, beschäftigten sich mit Geschichten und Objekten und stellen ihre Ergebnisse in eigenen Worten vor.

Grundlegend war dabei die Idee, dass Schüler/innen interessantes Lernmaterial für andere Jugendliche erarbeiten. Was war ihnen wichtig, welche Objekte waren für sie interessant? Nicht der Blick des Lehrenden, sondern des Lernenden stand im Mittelpunkt. 2018 reiste die Gruppe durch SchUM – und diese Zeitreise hat alle bereichert. Das Ergebnis kann nun genutzt werden.

Die Geschichten zu SchUM verbergen sich hinter den Fotos, die als Ausgangspunkt der Beschäftigung Jugendlicher mit SchUM dienen sollen. Ganz ohne vorherige Informationen laden die Fotos zum Entdecken, Überlegen, Präsentieren und Geschichtenerzählen ein.

Durch Aufdecken der Fotos zeigen sich Informationen und Geschichten zu jedem einzelnen Objekt und ermöglichen es, in die Welt von SchUM einzutauchen. Dabei können die Nutzer/innen selbstständig, auch kreuz und quer, Dinge entdecken – und sich anhand der einzelnen Objekte über SchUM informieren. Durch einen vorangegangenen Besuch oder die Beschäftigung mit SchUM zu einem früheren Zeitpunkt können die Objekte aber auch systematisch benutzt werden, um verschiedene Themen zu bearbeiten.

Auf der Website sind auch pädagogische Impulse der das Projekt begleitenden Lehrer nachzulesen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Katharinen-Gymnasium entstand auf Grundlage langjähriger vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung des SchUM-Städte e.V., Dr Susanne Urban, und den beiden Pädagogen, Dr. Matthias Schickel und Alexander Schöner.

Dr. Matthias Schickel und Alexander Schöner, beide 2018 am Katharinen-Gymnasium:
»Für unsere Schülerinnen und Schüler reduziert sich im Unterricht die reichhaltige jüdische Geschichte in Deutschland auf 12 Jahre deutscher Geschichte im NS. Die Geschichte der Juden vor der Shoah erscheint lediglich als eine Geschichte von Verfolgung und Ausgrenzung. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Jugendliche jüdisches Leben in Deutschland in seiner Reichhaltigkeit und seinen vielen Facetten kennenlernen. Wie könnte dies besser realisiert werden, als wenn – wie in diesem Projekt – Schülerinnen und Schüler für ihre Peers die Orte, Objekte und Geschichten von SchUM lebendig und interessant nahebringen.«

Julia Frey und Luca Ilchen, beide 2018 in der Klasse 9+C des Katharinen-Gymnasiums: »Wir haben die einzigartige Möglichkeit erhalten, im Rahmen dieses Projekts in die jüdische Kultur einzutauchen und die faszinierende Geschichte der SchUM-Stätten vor Ort kennenlernen zu dürfen. Besonders hat uns gefallen, dass wir aktiv dabei mitwirken durften, dieses kulturelle Erbe auch für andere Schülerinnen und Schülern interessant und zugänglich zu machen.«

Dr. Susanne Urban, SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V., betont: »Es waren zwei der heißesten Sommertage 2018: mehr als 20 Jugendliche waren bereit, sich stundenlang mit SchUM zu befassen und die Stätten zu erleben. Sie zeigten sich fasziniert und tauchten ein in diese ihnen nicht bekannten Welten. Die Ingolstädter Schüler/innen waren aufgeschlossen, neugierig und empathisch – so geschah interkulturelles Lernen ganz nebenbei. Und ich habe gelernt, welches die Aspekte sind, die von Jugendlichen als faszinierend wahrgenommen werden. Dokumente und Quellen werden im Unterricht behandelt –die Monumente und ihre Geschichten bieten eine Ergänzung dazu und zeigen jungen Menschen, wie stark und seit wann Judentum in Deutschland präsent und verwurzelt ist.«

 

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