Zeugen der Shoah – Das Projekt

Das Projekt »Zeugen der Shoah« beinhaltet die rund 900 deutschpsrachigen Interviews mit NS-Verfolgten, welche aus dem Visual History Archiv stammen. Mit dem Projekt lassen sich nicht zuletzt biografische-narrative Unterrichtseinheiten gestalten. Einblicke in bisherige Unterrichtsprojekte, die bislang an der Freien Universität stattfanden, finden sich in einem Beitrag aus dem Gedenkstätten-Rundbrief.

Der Aufgabenbereich

Kürzlich wurde ein weiterer Menüpunkt freigeschaltet: Der Bereich ‚Aufgaben’ bietet für den Schulunterricht vorgefertigte Module als Anleitung und Arbeitsvorschlag. Damit sind Aufgabenvorschläge nun nicht mehr nur in der DVD-Edition, sondern jederzeit auf der online-Plattform verfügbar.

Die fünf thematischen Aufgaben beinhalten ausgewählte Videosequenzen und biografische Informationen zu den Berichtenden. Die Zeugnisse werden jeweils durch Fotos, Zeitungsausschnitte oder zeitspezifische Dokumente im pdf-Format ergänzt. Dazu kommt die Möglichkeit, nach erfolgter Anmeldung mit dem auf der Website in der Rubrik bereits eingebetteten Text-Editor für Fragen, Erkenntnisse und Verweise im Format hinterlegen zu können. Genauso können bereits angefertigte Notizen aus der bekannten Funktion in den Editor zur Aufgabenbearbeitung mit einem Klick kopiert werden. Die Notiz-Funktion ist jederzeit auf der Website am linken Bildrand aufrufbar, sodass während der Suche nach geeigneten Videos für die bewusst offen gestalteten letzten 4 Aufgaben jederzeit Notizen zu diesen angelegt werden können. Anschließend können diese in der entsprechenden Aufgaben-Phase zur Beantwortung in den Text-Editor eingegeben werden. Mit Hilfe der Lesezeichenfunktion bzw. der Möglichkeit zur Markierung einzelner Ausschnitte in den Interviews können auch Videosequenzen für Präsentationen thematisch passend und punktgenau herausgesucht und gespeichert werden. Suchergebnisse, Notizen und Lesezeichen können in „Mein Bereich“ zu einem Projekt zusammengefasst werden. Die verschiedenen Aufgaben sind in Phasen und einen ergebnisartigen ‚Abschluss’ getrennt. Gerade die ersten beiden Aufgabenvorschläge sind stark auf die lebensweltliche Verknüpfung der Zielgruppe Schüler/innen als Nutzer/innen orientiert. 

  • Antisemitismus an Berliner Schulen um 1933 – Wie erinnern sich Überlebende an ihre Schulzeit und den Antisemitismus? 

  • Zeugen der Novemberpogrome 1938 - Woran erinnern sich Menschen, die damals als Kinder oder junge Erwachsenen bedroht waren? Wie ging es für sie weiter? 

Hier werden die mit der Schulzeit verknüpften Diskriminierungs- und Verfolgungs-Erfahrungen der Interviewten in den Mittelpunkt gerückt. In den Materialien findet sich so beispielsweise das »Rundschreiben des Reichserziehungsministers vom 15.11.1938 zum »Schulunterricht an Juden«. Auch die heutige Geschichtskultur wird dabei Gegenstand der Aufforderung zur Auseinandersetzung, wenn nach der Beurteilung einer durchaus kontroversen „Gedenk-Aktion“ zu den November-Pogromen aus dem Jahr 2013 in Berlin gefragt wird.

Die weiteren vier Aufgabenstellungen:

  • Erste Reaktionen zu unterschiedlichen Wahrnehmungen und Selbstreflexion

  • die auf eine Person fokussierten (Über-) Lebensgeschichten

  • Wiederholtes Sehen: Dimensionen eines Video-Interviews

  • Forschen Sie zu Ihrem Ort

Diese Aufgaben sind freier gefasst und beinhalten eigene Rechercheaufträge innerhalb der Online-Plattform. Dafür ist die bekannte, sehr differenzierte Suchfunktion (unter anderem nach Geschlecht, Sprache , Geburtsort, Erfahrungshintergrund, Lager und Ghettos der Interviewten) inklusive Volltextsuche innerhalb der transkribierten und parallel zum Interviewausschnitt mitlesbaren Interviewtexte äußerst hilfreich. 

Fazit

Die neue Rubrik ‚Aufgaben’ rundet das ohnehin sehr empfehlenswerte Projekt zu einem vollständigen Handwerkskasten zur multimedialen Bearbeitung von NS-spezifischen Themen im Unterricht mit bereits formulierten Arbeitsvorschlägen oder frei von der jeweiligen Lehrkraft gewählten Arbeitsaufträgen ab. Mit dem Aufgabenbereich und den darin eingebetteten Funktionen wird die Anwender/innen-Freundlichkeit des Projekts weiter erhöht und auch die didaktische Bearbeitung der Interviews im schulischen wie außerschulischen Kontext erweitert und vereinfacht.

Kontakt

Freie Universität Berlin
Center für Digitale Systeme (CeDiS) - E-Learning, E-Research, Multimedia
Zeugen der Shoah. Video-Interviews in der schulischen Bildung
Ihnestr. 24
14195 Berlin
Tel: +49 30 838 52069
E-Mail: info [at] zeugendershoah [dot] de

 

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