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Mit dem iPad und „Actionbound“ durch die bayerische Geschichte – ein Beispiel für ubiquitäres Geschichtslernen

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Beitrags-Autor: Ingolf Seidel

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Kai Wörner unterrichtet an der Realschule am Europakanal Erlangen II und ist Seminarlehrer für das Fach Geschichte. Zudem ist er Deutsch-/Ethik-/ und Sozialkundelehrer. Über twitter ist er erreichbar via @Woe_Real.

Von Kai Wörner

König Max I. Joseph und Graf Montgelas - zwei Protagonisten der bayerischen Geschichte, die zuweilen nur Experten bekannt sind, obwohl beide als „Gründerväter" des modernen Bayern gelten können. Mithilfe der App „Actionbound", einer Art interaktiven Schnitzeljagd, die verschiedene Fragen- und Aktionsfeatures bietet, konnten Schüler einer 8. Jahrgangsstufe rasch selbst mit deren Lebensleistung vertraut gemacht werden. An unserer Schule, der Realschule am Europakanal in Erlangen, gibt es derzeit acht iPad-Klassen, die gerade im Geschichtsunterricht gerne die Möglichkeiten des mobilen Lernens nutzen. 

„Actionbound" ist eine für Schulen kostenlos nutzbare Internetseite, mit der sich spannende, kleine Lerneinheiten erstellen lassen. Ein einfach zu bedienendes vorstrukturiertes Tool, der so genannte „Bound-Creator“, den man mit jedem herkömmlichen Browser unter www.actionbound.de aufrufen kann, leitet die Lehrkraft schnell durch den Konzipiervorgang. Über eine praktische App werden diese virtuellen Unterrichtsbausteine auf dem iPad/iPhone problemlos abgespielt und können dann von den Schülern bearbeitet werden. Diese sogenannten „Bounds" dienen aber nicht nur der Wissensabfrage, sondern sind auch zur gelenkten Recherche oder zum entdeckenden Lernen via QR-Codes nutzbar. Zum besseren Verständnis kann die Lehrkraft auch jederzeit Informationstexte, Bilder oder sogar die berühmt-berüchtigten YouTube-Videos einbauen. Je nach Unterrichtsinhalt lassen sich Einzel- oder Gruppenbounds erfinden, erledigte Aufgaben kann man mit virtuellen Spielpunkten versehen. (In der neuesten Version 2.6 ist es sogar möglich, dass bei falsch beantworteten Fragen Punkte abgezogen oder Tipps angezeigt werden.) So kommt auch der Spaß und die Eigenverantwortung beim gemeinsamen Lernen nicht zu kurz, da alle Schüler zum Endergebnis beitragen müssen, um „gewinnen“ zu können. Die Lehrkraft kann nach Beendigung des „Bounds" alle Lösungen der Schüler einsehen und auf ihre Richtigkeit hin überprüfen. 

Einsatz in der schulischen Praxis

In der Praxis probierten die Schüler der Klasse 8a die App aus, um sich erste Erkenntnisse zu o. g. Thema zu erarbeiten. Von der richtigen Identifikation der beiden „Superbayern" – die richtigen Porträts der beiden Staatsgründer mussten im Rahmen eines Gallery Walks identifiziert werden - bis hin zur maximalen Ausdehnung des Königreichs im Jahr 1808 durch eine interaktive Kartenarbeit - so manches wurde fast nebenbei vermittelt.  Besonders beeindruckend war die Selbstverständlichkeit mit der die Schüler sich auf die gestellten Aufgaben stürzten und die hohe Arbeitsmotivation während dieser Unterrichtsphase. Eine Methode, die man im Geschichtsunterricht sicher noch öfter zu sehen bekommen wird, da „Actionbound" auch eine GPS-Unterstützung bietet. Dies könnte z. B. beim Besuch von außerschulischen Lernorten oder für historische Stadtrallyes eine weitere Anwendungsmöglichkeit bieten, indem man die App für kleinere „Geocaching"-Aufgaben nutzt, bei denen Koordinaten gefunden werden müssen, um im Spiel weiterzukommen. Hier könnte man sich zum Beispiel vorstellen, einen iPad-gestützten Geländerundgang über das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg mit „Actionbound“ durchzuführen. Eine traditionelle Führung wäre dann oft gar nicht mehr nötig. Zudem könnten Referate oder kleinere Präsentationen von den Schülern vorab im Unterricht erstellt und dann gleich vor Ort ausprobiert werden. Auch eine Veröffentlichung der „Bounds" wäre möglich, so dass auch andere User diese testen und bewerten können. Ein unsauberes historisches Arbeiten würde demnach auch schnell auffallen, was bestimmt die Schüler dazu animieren würde, sich besonders anzustrengen. 

Fazit

Als kleines Fazit lässt sich sagen, dass „Actionbound" Teamgeist, Spaß, Selbstständigkeit, Kreativität, Medienkompetenz und last but not least Fachwissen im digitalen Zeitalter sinnvoll fördert. Und für alle Lehrkräfte oder Interessierte sei noch angemerkt, dass die Actionbound-App auch für Android erhältlich ist. „Actionbound“ wäre damit gerade auch für die Befürworter von BYOD im Bildungswesen eine gute Argumentationshilfe. Letztlich macht das Arbeiten am eigenen Gerät vielen Schülern doch am wenigsten Probleme und bei der vorherrschenden Smartphone-Dichte bei Deutschlands Jugendlichen sollten wir meiner Meinung nach dies durch derartige Unterrichtsideen gleich für pädagogische Zwecke nutzen.

 

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