Was nicht sein konnte, gab es nicht. Rechtsextremismus und Antisemitismus im real existierenden Sozialismus

Liebe Leserinnen und Leser, 

vor sich haben Sie die Oktoberausgabe des LaG-Magazins zu Rechtsextremismus und Antisemitismus im real existierenden Sozialismus. Die doppelte thematische Ausrichtung ergibt sich daraus, dass vor allem das Vorkommen von Antisemitismus ein weithin wenig beachtetes Thema ist. Der Fokus richtet sich dabei in den Essays vor allem auf die DDR, während sich im Rezensionsbereich unterschiedliche Beispiele, vor allem aus Polen finden. Das begründet sich nicht alleine mit dem Umstand eines sehr virulenten Antisemitismus, sondern auch darin, dass es eine relativ breite und immer wiederkehrende gesellschaftliche Debatte dazu im Land gibt. 

Für die DDR sind zwar die Existenz von Rechtsextremismus und Antisemitismus gut belegt, für die historisch-politische Bildung gibt es allerdings nur einen beschränkten Fundus an aufbereiteten didaktischen Materialien. Hier wäre eine vergleichende Perspektive, vor allem für den Umgang mit Antisemitismus, in beiden deutschen Staaten wünschenswert. 

Bernd Wagner zeichnet die Entstehung von Neonazigrupen in der DDR nach und betont die Frontstellung von Neonazis und Skinheads gegenüber Staat und Partei in der DDR. Dabei thematisiert er auch deren Antisemitismus. 

Auch Jan Riebe beschäftigt sich mit der Thematik des Rechtsextremismus in der DDR, geht jedoch stärker vom Selbstverständnis der DDR als antifaschistischem Staat aus und geht zudem auf die Rolle der Staatssicherheit ein. 

Sabine Teichmüller hat Presseberichte und Einträge in Gästebücher zur Ausstellung „Das hat’s bei uns nicht gegeben!“ – Antisemitismus in der DDR, der Amadeu Antonio Stiftung untersucht. In diesem Zusammenhang zeigen sich deutlich die Nachhaltigkeit von Ressentiments und die Ambivalenz von Besucher/innen gegenüber den Inhalten der Ausstellung. 

In eigener Sache 

Unser Verein, die Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien, bereitet für den 9. Und 10. Juli 2015 gefördert durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft eine Tagung zur Zukunft der Erinnerung an Nationalsozialismus, Holocaust und den Zweiten Weltkrieg vor. Die Veranstaltung soll mit innovativen Formaten Fragen an die Zukunft der Erinnerung in der Migrationsgesellschaft stellen. Dazu gibt es einen Call for Papers zur Mitgestaltung der Workshops, auf den wir Interessierte hinweisen möchten.

Unser nächstes Magazin erscheint am 12. November und hat die Geschichte der Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter/innen zum Thema. 

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre,  

Ihre LaG-Redaktion

 

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