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Gedenkstätte Münchner Platz

In der Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden kann man sich über die doppelte Vergangenheit dieses Ortes informieren. Dazu werden mehrere Ausstellungen und diverse pädagogische Programme angeboten. Darüber hinaus können dort Veranstaltungen bezüglich der Thematik besucht werden. Zu Recherchezwecken kann das Archiv besucht werden. 

Während des Nationalsozialismus diente die Justizanstalt als sächsisches Sondergericht. Ab 1934 fand dort die Verurteilung aufgrund von Hoch- und Landesverrat statt. Im Laufe der Zeit fanden dort vor allem Vernehmungen statt. Teilweise wurden am Münchener Platz auch Todesurteile vollstreckt.

Ab 1945 diente das Gebäude als Durchgangs- und Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Geheimpolizei. Mit der Zeit gab es durch die Justizanstalt am Münchner Platz weniger Verurteilungen aufgrund der Beteiligung an nationalsozialistischen Verbrechen. Die Gedenkstätte geht davon aus, dass die gestiegene Inhaftierung von Kritiker/innen und Gegner/innen der sozialistischen Umgestaltung eine Folge der Stalinisierung war. So wurden dort bis 1956 die meisten Todesurteile in der DDR gefällt.

Seit dem 11. Dezember 2012 befindet sich in der Gedenkstätte am Münchner Platz eine Dauerausstellung mit dem Titel: "Verurteilt. Inhaftiert. Hingerichtet. Politische Justiz in Dresden 1933-1945 || 1945-1957". Im Zentrum dieser Ausstellung stehen die verschiedenen Opfergeschichten der NS- sowie der DDR-Justiz. Darin werden über 700 Fotos, Zeichnungen, Objekte und Dokumente zur Verfügung gestellt.

Auch das pädagogische Angebot ist vielfältig. Ziel der Bildungsprogramme ist es, die Bedeutung von Rechtsprechung in einem diktatorischen Regime zu beurteilen. Mit den Opfern soll Empathie entwickelt, das Denken und Handeln der Täter kritisch hinterfragt werden. Dabei bildet die Auseinandersetzung mit der politischen Strafjustiz beider Regime einen Schwerpunkt der gedenkstättenpädagogischen Arbeit. In der konkreten Umsetzung werden von der Gedenkstätte Führungen und Projektarbeit angeboten. Schüler/innen werden betreut und können auf das Depot der Sammlungen zurückgreifen. Insbesondere für Lehrer/innen, Jurist/innen und Angehörige der Bundeswehr werden von der Gedenkstätte Münchner Platz Fortbildungen angeboten.

 

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