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Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde 1919 mit der Aufgabe sich um die Gräber der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten zu kümmern, gegründet. Bis heute ist die Hauptarbeit des Volksbundes die Gräber von deutschen Kriegstoten im Ausland zu erhalten und pflegen. Weniger bekannt ist, dass unter dem Begriff Kriegsgrab auch viele Gräber von Opfern der NS-Euthanasie, Zwangsarbeiter/innen oder Kriegsgefangene firmieren, die nur durch diesen Status bis heute erhalten blieben. Über der Pflege- und Gedenkarbeit hinaus initiiert der Verband auch internationale Workcamps und Jugendbegegnungen in der Nähe von Kriegsgräbern und Gedenkstätten. Neben der pädagogischen Arbeit in Deutschland befinden sich in der Nähe von drei Friedhöfen in der Niederlande, Belgien und Frankreich Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten, in denen friedenspädagogische Projekte durchgeführt werden. Im Folgenden werden zwei Jugendbegegnungsstätten in deutschen Nachbarländern vorgestellt.

Jugend-Begegnungsstätte Ysselsteyn (Niederlande)

Die Begegnungsstätte befindet sich in der Nähe des einzigen deutschen Soldatenfriedhofs der Niederlande, in Ysselsteyn, Provinz Limburg. Auf dem Friedhof befinden sich die Gräber von 85 Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg und von fast 32.000 Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Die Jugendbegegnungsstätte richtet sich mit dem Thema Friedenserziehung an Schulen, Austauschprojekte, Vereine und Organisationen. Es werden Projektwochen in den Rubriken Geschichte/Friedhof; Friedenserziehung; Soziale Fähigkeiten; Politik; Kulturelles und Kreatives angeboten. Der spezifische Ablauf und Fokus wird an die jeweilige Gruppe angepasst.

Jugendbegegnungs- u. Bildungsstätte Lommel (Belgien)

Im Nordosten Belgiens befindet sich eine weitere Jugendbegegnungsstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. In Lommel liegt die größte deutsche Kriegsgräberstätte des Zweiten Weltkrieges. Außerdem sind hier 542 gefallene Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg begraben. Die pädagogische Arbeit wird an die jeweilige Schüler- oder Erwachsenengruppe angepasst und kann eine Führung über die Kriegsgräberstätte oder eine eigenständige Spurensuche auf dem Gelände beinhalten. Zudem werden eine Fahrradrallye, verschiedene Film- und Kunst-Projekte sowie Zeitzeugengespräche angeboten. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit vor Ort ist auch die Pflege der Grabstätten durch Jugendliche.

Zwei weitere Jugendbegnungsstätten befinden sich in der Nähe von Soldatengräbern des Zweiten Weltkrieges in Niederbronn-les-Bains (Frankreich) und in Golm auf der Insel Usedom (Deutschland).

 

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