Empfehlung Web

Revolution89

Zu den Berliner Revolutionsstelen und zur Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ auf dem Berliner Alexanderplatz (7. Mai 2009 bis 3. Oktober 2010) der Robert-Havemann-Gesellschaft entstand die Website www.revolution89.de. Sie fasst die Inhalte der Ausstellungen im Webformat zusammen. Die Internetseite nähert sich der Thematik „Friedliche Revolution 1989/90“ zum einen über die chronologischen Schwerpunkte: Aufbruch, Revolution und Einheit. Zudem werden Personen vorgestellt, die sich an den demokratischen Bewegungen in Ost- und Westdeutschland beteiligt haben. Unter einem weiteren Menüpunkt sind Orte des demokratischen Umbruchs in Berlin zusammengetragen worden.

Aufbruch – Revolution – Einheit

Anhand von Fotografien, Grafiken und Videos werden unter der Überschrift „Aufbruch“ subkulturelle Strömungen und verschiedene Protestbewegungen seit Mitte der 1970er Jahre vorgestellt. Neben Einzelpersonen wie Wolf Biermann und Robert Havemann werden auch Einrichtungen der Friedens- und Umweltbewegung beschrieben. Neben Bilder-Galerien, bestehend aus Fotografien, sind den einzelnen Menüpunkten auch eine Vielzahl an Flugblättern zugeordnet. Weitere Informationen wie Filme und Verlinkungen zu Zeitzeugeninformationen befinden sich auf der rechten Seite der Website. Unter dem Navigationspunkt „Revolution“ werden chronologisch die Ereignisse von Mai 1989, als die Sperranlagen zwischen Ungarn und Österreich abgebaut wurden bis zum Fall der Mauer am 9. November und der Besetzung der meisten Staatssicherheitsstellen, benannt. Die Veränderung der Hoffnung auf Reformierbarkeit der DDR hin zum Wunsch nach einem gesamtdeutschen Staat wird unter „Einheit“ zusammengefasst. Zu der Open-Air-Ausstellung am Alexanderplatz sind außerdem ein Magazin und eine Dokumentation erschienen.

Gesichter der Revolution

In einer Porträtserie von Dirk Vogel werden 63 Persönlichkeiten, allesamt Akteure des demokratischen Umbruchs, abgebildet. Neben bekannten Persönlichkeiten wie Roland Jahn oder Bärbel Bohley, werden Menschen aus verschiedenen Regionen und Berufen sowie unterschiedlichen politischen und sozialen Gruppierungen vorgestellt. Die Porträts der Zeitzeug/innen sind mit den Beschreibungen der historischen Ereignisse auf der Internetseite verknüpft. Den Bildband „Gesichter der Revolution“ kann man bei der Robert-Havemann-Gesellschaft bestellen. Die dazugehörige Ausstellung wird derzeit in der BStU-Außenstelle in Dresden gezeigt.

Revolutionsorte

Bedeutende Orte der „Friedlichen Revolution“ in Berlin sind in einem weiteren Punkt der Website einzeln aufgeführt. Unter diesen befinden sich bekannte Orte wie das Dietrich-Bonhoeffer-Haus, in dem der Zentrale Runde Tisch tagte und die Zionskirche, in deren Pfarrhaus eine große Menge Flugblätter und Untergrundzeitungen gedruckt wurden. Aber auch das Wohnviertel um den Kollwitzplatz wird als Wohnort vieler Berliner Oppositioneller beschrieben. In dieser Gegend im Prenzlauer Berg wurden Wohnungen zu Treffpunkten für die neuen demokratischen Gruppierungen. Um die Orte der „Friedlichen Revolution“ in Berlin zu entdecken, veröffentlichte die Robert-Havemann-Gesellschaft einen Stadtführer, der derzeit leider vergriffen ist.

Robert-Havemann-Gesellschaft

Die Robert-Havemann-Gesellschaft gründete sich 1990 als politischer Bildungsverein, der sich die Vermittlung von Kenntnissen und Erfahrungen oppositionellen Verhaltens in der DDR zur Aufgabe gemacht hat. Der Namensgeber der Institution ist der SED-Kritiker Robert Havemann. Neben Ausstellungsprojekten und der Veröffentlichung von Publikationen verwaltet die Gesellschaft auch ein umfangreiches Archiv zur DDR-Opposition.

Fazit

Die Ausstellungsdokumentation auf www.revolution89.de informiert über die Ereignisse, Personen und Orte der „Friedlichen Revolution 1989“. Hierbei werden Originaldokumente kontextualisiert und die historischen Ereignisse mit Grafiken, Fotografien und Videos aufgearbeitet und präsentiert. Die Inhalte der Internetseite werden trotz Beendigung des Ausstellungsprojektes weiterhin aktualisiert. Die Internetseite nähert sich durch mehrere Perspektiven an die Protestbewegungen in der DDR an und zeigt Materialien und Erkenntnisse in übersichtlich gestalteter Form.

 

Kommentar hinzufügen