Empfehlung Film

Die „Mauerbrockenbande“ und weitere Filme über die DDR

Film-Empfehlung aus der Reihe „Durchblick“

Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) präsentiert in der Reihe „Durchblick“ verschiedene Filme, die vom Verband als besonders geeignet für die Filmbildung eingestuft werden. Diese Filme können über den Verein erworben und  für nichtgewerbliche Zwecke in der Jugendarbeit und Schule vorgeführt werden. Auf der Internetseite des BJF finden sich zudem zu jedem Film Angaben zum Inhalt und dem Entstehungsprozess, aber auch Anregungen für die pädagogische Arbeit.

Der Film „Die Mauerbrockenbande“

Regisseur Karl Heinz Lotz hat zusammen mit einem Produktionsteam aus der BRD und ehemaligen DEFA-Mitarbeitenden einen Film über den Sommer/Herbst 1989 geschaffen. Die Erstausstrahlung fand am 11. September 1990 im ZDF statt. Im Mittelpunkt stehen die Flucht in die BRD, der Fall der Mauer im November und die Suche von Kindern nach ihrem Platz in Deutschland nach diesen Ereignissen. Der Name des Films stammt von dem regen Handel der Kinder mit Mauerresten in Berlin. Aufgrund der sich ständig wandelnden Umgebung in Berlin und damit der Kulisse des Films, musste der Film unter hohem Zeitdruck entstehen. Auf der Website sind 19 Kapitel des Films herausgeschnitten worden, damit auf diese in der Filmanalyse ein Schwerpunkt gelegt werden kann.

Der Film im Unterricht

Laut der Empfehlungen des BJF ist der Film für Jugendliche ab 10 Jahren geeignet und kann unter anderem in den Fächern Geschichte, Ethik, Politik und Deutsch besprochen werden. Bevor die methodischen Überlegungen theoretisch erläutert werden, schreiben die Autor/innen in ihrer Vorbemerkung, dass bei der Bearbeitung dieses Films sensibel auf den Kenntnisstand der Schüler/innen zum geteilten Deutschland und der Diktatur in der DDR einzugehen ist. Sie sehen den Vorteil des vorliegenden Films darin, dass er wichtige Informationen in einfacher Sprache vermittelt und damit auch bei geringerem Vorwissen verständlich erscheint. So zum Beispiel wird die Problematik der Staatssicherheit aus der Perspektive eines Jungen beschrieben. Die Schwerpunkte der Methoden zur Filmarbeit liegen in den Themen „Zeitgeschichte im Film“, „Historische Orte“, „Wendejugendliche in Zeiten des Umbruchs“ und „Elterngeneration in Zeiten des Umbruchs“.

Arbeitsanregungen

In der ersten Methode wird sich dem Genre des Films genähert. Dokumentarspiel wird dieses Genre in den Methoden genannt, also eine Sendeform, in der Geschichte in einer Spielfilmhandlung nacherzählt wird. Die Verortung zwischen Dokumentar- und Spielfilm zu analysieren, soll ein Punkt der Filmbearbeitung sein. Des Weiteren finden sich Arbeitsblätter zu den genannten Themenschwerpunkten und ein Zusatzmaterial zur Chronik des Mauerfalls. Die Besonderheit dieses Materials besteht darin, dass es sich nicht mit den bekannten Spielfilmen zu DDR und dem Jahr 1989 befasst, sondern einen Fernsehfilm analysiert, der Elemente von Dokumentar- und Spielfilmen enthält. Die Kombination aus Filmbestellung zur öffentlichen Vorführung in Jugendarbeit und Schule und der Zusatzinformationen mit Unterrichtsanregungen, sind besonders hervorzuheben. Eine Bearbeitung dieses Films und der Thematik mit Jugendlichen ab 10 Jahren erfordert eine konkrete Einführung in die historischen Ereignisse um die Besonderheit der Filmhandlung zu verstehen. Dafür bietet der BJF eine Fülle an Material an.

Weitere Filmbesprechungen und Unterrichtsmaterialien

Auch die Bundeszentrale für politische Bildung bietet in ihrer Reihe Filmhefte Begleitmaterial zu einzelnen Filmen an, darunter auch zu Filmen mit inhaltlichem Bezug zur DDR. Hier sind die beim Publikum bekannten Filme „Das Leben der Anderen“, „Der rote Kakadu“ und „Good Bye Lenin!“ zu finden. Aber auch zu dem Dokumentarfilm „Ostpunk! too much future“ über jugendliche Punks in der DDR ist ein Filmheft erschienen. In diesen Heften wird zum einen der Film als Medium und sein Genre, aber zum anderen auch der Inhalt betrachtet und in Filmsequenzanalysen untersucht. Außerdem werden Fragen zu einzelnen Themendiskussionen vorgegeben und Unterrichtsvorschläge für die einzelnen Schulfächer gemacht. Auf kopierfertigen Arbeitsblättern finden sich konkrete Unterrichtsvorschläge für Multiplikator/ innen. Ein Sequenzprotokoll und weitere Literaturhinweise helfen der pädagogischen Arbeit mit dem Film. Der Aufbau der Filmhefte ist bei den einzelnen Filmen gleichbleibend und sehr übersichtlich. So lässt sich mit diesen Heften eine Unterrichtseinheit zu Filmen über die DDR strukturiert vorbereiten.

Informationen und Materialien des BJF abrufbar auf der Website der Filmreihe „Durchblick“. Der Film kann auf der Internetseite als DVD mit Vorführrecht für 50 Euro (für Schulklassen) bestellt werden. Die Filmhefte der Bundeszentrale für politische Bildung können für 1 Euro gekauft oder auf der Internetseite als PDF heruntergeladen werden.

 

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