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Wie kann ich in meiner Grundschulklasse zu den Themen NS und Holocaust arbeiten?

Wir denken, dass die Thematisierung von Verfolgung, Vernichtung und Krieg durch Filme und Fotos oder gar durch Besuche von KZKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos.-Gedenkstätten für die Altersstufe 8-12 Jahre verfrüht ist - zumal eine entsprechende Behandlung der NS-Zeit im Unterricht in dieser Alterstufe noch nicht vorgesehen ist. Ein behutsames Heranführen kann gleichwohl geeignet sein, wenn Kinder - bspw. angeregt durch tagespolitische Ereignisse oder Gedenktage - selbst Fragen stellen. 

Für dieses Alter empfehlen wir Ihnen als Einstieg Kinder- und Jugendbücher (fiktionale Texte), die vor allem Aspekte der Ausgrenzung und Diskriminierung thematisieren. So gibt es vom israelischen Autor Uri Orlev eine Reihe von anerkannten Kinderbüchern, z.B. "Insel in der Vogelstrasse" oder "Das Sandspiel". Besonders die Arbeitsstelle für Holocaustliteratur in Giessen können wir hierfür als Ratgeber weiterempfehlen.

Angebote explizit für Kinder machen auch folgende mit dem Thema Holocaust verbundene Institutionen:

  • Gedenkstätte HadamarStadt in Hessen bei Limburg. In der 1883 als Armenanstalt gegründeten, ab 1906 zur Unterbringung Geisteskranker genutzten Landes-Heilanstalt wurde 1940 die sechste der "Euthanasie"-Anstalten eingerichtet. Von Januar bis August 1941 wurden 10.072 Menschen in der Gaskammer getötet, bis 1945 weitere 5.000 durch tödliche Medikamente, darunter auch 34 jüdische "Mischlingskinder" in Fürsorgeerziehung sowie 476 Tbc-kranke polnische u. russische Zwangsarbeiterinnen u. -arbeiter. Oktober 1945 erster US-Militärgerichtsprozess gegen das Anstaltspersonal, 1947 dt. ziviler Strafprozess. Seit 1983 erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer und die Verbrechen. (Hessen)
  • Blindenwerkstatt Otto Weidt (Berlin)

Auf unserem Portal finden Sie darüber hinaus eine Besprechung des Films "Mendel". Der Film erzählt die Geschichte eines 9-jährigen jüdischen Jungen, der mehr über die traumatische Vergangenheit seiner Eltern erfahren möchte. Aus der Perspektive des Jungen werden die psychischen Folgen für Kinder thematisiert, deren Eltern Opfer von Verfolgung wurden.

Für Altersstufe 9 Jahre / 4. Klasse ist das Buch "Elses Geschichte" geeignet, worüber Sie ebenfalls mehr auf unserem Portal lesen können. Es ist die wahre Geschichte eines SintiAuch Cinti. Bezeichnung für die im deutschen, west- und mitteleuropäischen Sprachraum seit 1400 lebende nationale Minderheit, die Teil der seit 1979 mit beratendem Status bei der UNO akkreditierten Weltorganisation der "Romani-Union" ist. Die Bezeichnung leitet sich vermutlich von der Herkunft aus der nordindischen Region Sindh ab. Die ca. 40.000 heute in Deutschland lebenden deutschen Sinti, deren Vorfahren schon seit mehr als 500 Jahren hier ansässig waren, unterscheiden sich von den Roma durch sprachliche Unterschiede (Dialekte und Lehnwörter) und kulturelle Traditionen ("Zigeuner" Romanes).-Mädchens aus Hamburg, das seiner Pflegefamilie weggenommen und nach Auschwitz und Ravensbrück deportiert, jedoch vom Pflegvater gerettet wird. Die Geschichte ist altersgemäß erzählt und es gibt dazu auch im Internet abrufbare pädagogische Materialien.

Weitere Literaturempfehlungen:

  • Ralph Giordano: Die Bertinis (Roman auf autobiografischer Grundlage), 1982. Als Taschenbuch beim Verlag Weltbild erhältlich.
  • Hans Jürgen Massaquoi: Neger, Neger, Schornsteinfeger (Roman auf autobiografischer Grundlage). Als Taschenbuch und als DVD-Film erhältlich.
  • Paul Aron Sandfort: Ben, Vogel aus der Fremde (Roman auf autobiografischer Grundlage), Dittrich Verlag Köln 2000.

Allerdings sollte man Kindern Bücher oder Filme nicht einfach nur zum Selbstlesen oder Anschauen geben. Eine intensive pädagogische Begleitung und Aussprache mit den Eltern ist unbedingt erforderlich. Zwar leben wir keineswegs in einer heilen Welt, Kinder bekommen heute durch die Medien viele Gewaltdarstellungen und Schilderungen mit, die traumatische Auswirkungen haben können. Daher muss gerade die Förderung von sozialen Kompetenzen und emotionaler Stabilität bei Kindern und Heranwachsenden Priorität haben. Letztlich entscheidend sollte für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen die eigene Einschätzung sein, wann und wie sie es verantworten können, den ihnen anvertrauten und vertrauenden Kindern die Auseinandersetzung mit diesem Teil der deutschen Geschichte zuzumuten.

Als Fachliteratur zum Umgang mit dem Thema "Holocaust in der Grundschule" empfehlen wir vor allem die ersten beiden Bücher als Grundlagenliteratur:

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