Veranstaltung 28. September 2026 Potsdam
FACHTAGUNG: Gedenkstätte inklusiv – Praxisberichte und Dialog zu Barriereabbau und aufsuchender Bildungsarbeit
Wie können Gedenkstätten und Lernorte zur Geschichte der DDR, der Teilung und Einheit inklusiver werden – nicht nur als Anspruch, sondern als gelebte Praxis? Die Fachtagung in der Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam widmet sich zentralen Fragen barrierearmer Vermittlung und aufsuchender historisch-politischer Bildung. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen des Hauses auf dem Weg zu einem inklusiven Selbstverständnis: Wie entstand der Impuls zum Abbau von Barrieren? Welche Herausforderungen und Learnings ergaben sich für das Team? Und wie lassen sich bauliche Barrierefreiheit und denkmalpflegerische Anforderungen miteinander vereinbaren?
Die Tagung gibt Einblicke „hinter die Kulissen“ der Gedenkstätte: Eine Führung durchs Haus macht Entwicklungsprozesse, Zielkonflikte und Umsetzungsschritte transparent. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der aufsuchenden Bildungsarbeit: Vorgestellt wird das seit 2022 als Angebot für Beschäftigte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen etablierte Projekt „Vergangenheit verstehen“. Ergänzend bringt die Deutsche Gesellschaft e.V. ihre Expertise aus Workshops an Förderschulen ein. Externe Expert*innen aus Praxis und Wissenschaft erweitern die Perspektive.
Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende von Gedenkstätten und Lernorten, Akteur*innen aus Selbstvertretung und historisch-politischer Bildung, Multiplikator*innen aus Werkstätten und Förderschulen sowie an Wissenschaftler*innen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich mit Inklusion und Erinnerungskultur befassen. Im Rahmen der Tagung kann die neue Sonderausstellung „Leben nach der Haft. Ehemalige politische Gefangene der DDR berichten“ (Kooperationsprojekt der Gedenkstätte Lindenstraße und des Menschenrechtszentrums Cottbus) besucht werden, für die unter anderem ein Audioguide in Leichter Sprache entwickelt wurde. Ziel der Veranstaltung ist es, Erfahrungen zu bündeln, Herausforderungen offen zu diskutieren und Impulse für eine nachhaltige inklusive Praxis an Erinnerungsorten zu setzen.
Programm
10:00 Uhr Begrüßung
Dr. Christine Schoenmakers, Bundesstiftung Aufarbeitung, und Michael Siems, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
10:15 Uhr Input „Auf dem Weg zum inklusiven Lernort“
Martina Reimann und Michael Siems, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
10:30 Uhr Führungen „hinter die Kulissen“ der Gedenkstätte sowie durch die Sonderausstellung „Leben nach der Haft“
(2 parallele Gruppen)
12:30 Uhr Mittagsimbiss
13:30 Uhr Parallele Workshops mit Projektpräsentationen
- „Vergangenheit verstehen“ – Aufsuchende Bildungsangebote in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (Martina Reimann, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße)
- „Vielfältig Geschichte erleben“ – Workshops in Förderschulen (Alina Schulz und Dr. Niels Dehmel, Deutsche Gesellschaft e.V.)
- „Wir Anderen. Gesellschaftliche Vielfalt in der SED-Diktatur“ – Jugend erinnert, Förderlinie SED-Diktatur (Minar Quayim, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße und Julia Liebald, Studentin und Multiplikatorin im Projekt)
14:30 Uhr Kurze Kaffeepause
14:45 Uhr Paneldiskussion „Auf Augenhöhe: Historisch-politische Bildung partizipativ gestalten“
Gäste:
- Alina Schulz, Deutsche Gesellschaft e.V.
- Susanna Lettow, Lehrkraft für Geschichte und Politik an der Marianne-Buggenhagen-Schule in Berlin
- Julia Liebald, Studentin
- Minar Quayim, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
Moderation: Dr. Jenny Baumann und Dr. Christine Schoenmakers, Bundesstiftung Aufarbeitung
15:45 Uhr Zusammenfassung und Feedback
16:00 Uhr Ende der Tagung
Weitere Informationen
Anmeldung
Die Teilnahme ist kostenfrei. Da es sich um eine Präsenzveranstaltung handelt, ist die Zahl verfügbarer Plätze begrenzt. Bitte melden Sie sich bis zum 21. September 2026 über unser Formular an. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.
Die Tagung wird durch Fotoaufnahmen der Veranstalter dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass Fotos angefertigt, zur Veröffentlichung verwendet und zu diesem Zweck gespeichert werden dürfen. Wenn Sie nicht auf Fotos abgebildet werden möchten, geben Sie bitte vorab Bescheid.
Barrierefreiheit
Die Veranstaltung findet in deutscher Lautsprache – nach gemeldetem Bedarf – mit Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) statt.
Zugang zum Innenhof
Der Zugang zum Innenhof ist bedingt rollstuhlgeeignet (Kopfsteinpflaster).
Zugang zu den Ausstellungen
Die Dauerausstellung befindet sich im Vorderhaus und im Haftgebäude. Die meisten Bereiche sind nur über Treppen und enge Gänge erreichbar. Leider ist nur ein geringer Teil der Dauerausstellung im Vorderhaus durch einen Hebelift für Rollstühle barrierearm zugänglich.
Die Sonderausstellungsfläche im Obergeschoss des Vorderhauses ist, ebenso wie die Verwaltung der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, nur über Treppen erreichbar.
Zugang zum Veranstaltungssaal
Der Veranstaltungssaal im Erdgeschoss des Vorderhauses ist über Rampen barrierearm zugänglich.
WC und Wickelraum
Ein barrierefreies WC ist im Vorderhaus neben dem Veranstaltungssaal über einen Hebelift barrierefrei zugänglich.
Es gibt keinen Wickelraum in der Gedenkstätte Lindenstraße. Teilnehmende mit Kindern können den Ruheraum nutzen.
Hilfsmittel
In der Gedenkstätte Lindenstraße können Sie mobile Sitzgelegenheiten für den Besuch der Dauerausstellung und der Sonderausstellungen entleihen.
Eine Begleitung durch Assistenz- oder Blindenführhunde ist gestattet.
Weitere Informationen zur Barrierefreiheit vor Ort finden Sie unter diesem Link: https://www.gedenkstaette-lindenstrasse.de/barrierefreiheit/
Anfahrt
Mit dem Pkw
Die Gedenkstätte Lindenstraße hat keine eigenen Parkplätze. Öffentliche Behindertenparkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe in der Gutenbergstraße / Ecke Lindenstraße.
Öffentliche Verkehrsmittel
Tram 91, 94 und 98 sowie Bus 605, 614, 692 und 695: Haltestelle „Dortustraße“
Tram 92, 96: Haltestelle „Brandenburger Straße“.
Von beiden Haltestellen ist die Gedenkstätte Lindenstraße in fünf bis zehn Minuten bequem zu Fuß zu erreichen.
Aus Berlin kommend, nutzen Sie bitte die S-Bahn (S7), den Regionalexpress (RE 1) oder die Regionalbahnen (RB 21, 22) bis Potsdam Hauptbahnhof. Von dort fahren Sie weiter mit der Tram oder dem Bus.
Wenn Sie Unterstützung bei der Anreise benötigen, können wir den kostenfreien VBB-Begleitservice empfehlen. Der VBB Bus & Bahn-Begleitservice richtet sich an Personen, die sich auf Grund von Mobilitätseinschränkungen bei der Nutzung von Bus und Bahn unsicher fühlen. Dies sind vorwiegend Kundinnen und Kunden, die einen Rollstuhl, Rollator oder eine Gehhilfe nutzen, seheingeschränkte oder blinde Menschen, gehörlose, aber auch stark verunsicherte Menschen.
Benötigen Sie Unterstützung, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können, oder haben Sie Fragen? Dann melden Sie sich bitte telefonisch oder per E-Mail bei Dr. Christine Schoenmakers:
Telefon: 030 319895-238
E-Mail: c.schoenmakers@bundesstiftung-aufarbeitung.de