Veranstaltung 27. Januar 2010 Berlin
Der Holocaust in der visuellen Kultur – Symposion zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
Vortrag und Diskussion mit Kathrin Hoffmann-Curtius, Sabine Horn und Mirjam Wenzel.
Moderation: Cilly Kugelmann
Fünfundsechzig Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz schwindet die Zahl der Zeitzeugen, die Generation der Überlebenden stirbt aus. Zugleich entstehen immer mehr Filme, Fernsehsendungen und Buchpublikationen zu diesem Thema. Anlässlich des Holocaustgedenktages am 27. Januar veranstaltet das Jüdische Museum Berlin das Symposion »Der Holocaust in der visuellen Kultur«:
Geisteswissenschaftlerinnen verschiedener Disziplinen beschäftigen sich mit der Transformation von Geschichte in Gedächtnis, die mit der Darstellung und Rezeption des Holocaust in Kunst und Medien einhergeht. Welche Formen nahm die Erinnerung in Auschwitz im Laufe der Jahre an? Und wann begann der Holocaust zum Thema öffentlicher Auseinandersetzungen zu werden? Am Beispiel von Kunstwerken der ersten Nachkriegsjahre, dem Dokumentartheater der sechziger Jahre sowie Sendungen im bundesdeutschen Fernsehen erörtern die Referentinnen diese und andere Fragen.
Veranstaltungsort:
Jüdisches Museum Berlin Auditorium, Altbau EGEintritt: 3 Euro, erm. 2 Euro
Referentinnen:
Dr. Kathrin Hoffmann-Curtius ist Kunsthistorikerin und war Mitglied mehrerer Kommissionen zur Errichtung zeitgenössischer Denkmäler. Ihre Schwerpunkte sind die Repräsentation von Nationen, der Mythos männlicher und weiblicher Autorschaft und Hannah Höch. Sie hat jüngst unter anderem »Visualizations of Terror in Germany 1918/19: Commentaries on Rosa Luxemburg’s Assassination« (in: Colvin/Watanabe –O’Kelly (ed.): Women and Death I, Rochester N.Y. 2009) publiziert.
Dr. Sabine Horn arbeitet als Historikerin an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihr Interesse gilt der populären Geschichtsvermittlung in den Medien, insbesondere im Hinblick auf das Thema Holocaust. Unter anderem veröffentlichte sie: Erinnerungsbilder: Auschwitz-Prozess und Majdanek-Prozess im westdeutschen Fernsehen (Essen 2009); zus. mit Maren Büttner (Hrsg.), Geschichte und Öffentlichkeit: Orte – Medien – Institutionen (Göttingen 2009).
Dr. Mirjam Wenzel ist Literaturwissenschaftlerin und leitet die Medienabteilung am Jüdischen Museum Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Feld der Kritischen Theorie, der Mediengeschichte und der deutsch-jüdischen Kulturgeschichte. Zuletzt publizierte sie die Studie Gericht und Gedächtnis: Der Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre (Göttingen 2009).