"Lebensborn"-Kinder in der DDR. Erinnerungen im Spannungsfeld zweier Diktaturen

Datum: 
11. Mai 2011
Ort oder Sender: 

Berlin

Die offizielle Erinnerungskultur in beiden deutschen Staaten hinsichtlich des „Lebensborn“ bewegte sich zwischen der Tabuisierung und dem Gerücht von der „Zuchtanstalt“. Bis heute ist es für die Betroffenen schwierig, über ihre Erfahrungen öffentlich zu sprechen. So entstand eine Diskrepanz zwischen individueller Erinnerung der Betroffenen und offiziellen Erinnerungsnarrativen.

Im Hinblick auf die Geschichte der DDR handelt es sich dabei um ein Themenfeld, das sich im Spannungsfeld zweier Diktaturen bewegt und bislang keine Berücksichtigung in der geschichtswissenschaftlichen Forschung fand. Daher liegt der Fokus des Workshops zunächst auf der Frage nach der besonderen Situation von „Lebensborn“-Kindern und nach dem Umgang mit offiziellen und individuellen Erinnerungen in der DDR. Dabei sollen jeweils Fragestellungen entwickelt werden, die eine Behandlung des Themas im Geschichtsunterricht von Schulen ermöglichen. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Multiplikatoren der historisch-politischen Bildung. Generell an der Zeitgeschichte Interessierte sind natürlich herzlich willkommen.

Mit Hilfe von ausgewiesenen Historikerinnen und Historikern sowie der Unterstützung von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen soll der Workshop dazu beitragen, einen bislang vernachlässigten zeithistorischen Gegenstand als wissenschaftliches Arbeitsfeld und gesellschaftspolitisches Diskussionsthema zu etablieren.

ReferentInnen: Prof. Dr. Arnd Bauerkämper (FU Berlin), Dr. Dorothee Schmitz-Köster (Bremen/Berlin), Dr. Elke Stadelmann-Wenz (Berlin), Prof. Dr. Martin Lücke (FU Berlin)

Programm

9:30 Begrüßung
10:00 Prof. Dr. Arnd Bauerkämper: "Antifaschismus" in der DDR. Der selektive Umgang mit der NS-Diktatur und ihren Opfern
11:00 Kaffeepause
11:30 Dr. Dorothee Schmitz-Köster: Der "Lebensborn e.V."
12:30 Mittagessen
14:00 Dr. Elke Stadelmann-Wenz: Der Umgang mit "Lebensborn"-Kindern in der DDR
15:00 Kaffeepause
15:30 Prof. Dr. Martin Lücke: Selbstzeugnisse und Oral History als Thema von Geschichtsdidaktik und Geschichtsunterricht
16:30 Offenes Diskussionsforum

Veranstaltungsort
TOPOI-Haus der Freien Universität Berlin
Hittorfstr. 18
4195 Berlin

Anmeldung bis zum 9. Mai 2011: alice [dot] hailperin [at] fu-berlin [dot] de

keine Teilnehmergebühr