Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal: Sehen, was wir nicht sehen oder wie Robin Hood zur ‚Zigeunerin‘ wird

Datum: 
05. Juli 2018
Ort oder Sender: 

Berlin

Oft greifen wir schon im Vorfeld einer realen Begegnung auf eine uns wohlvertraute, aber kaum bewusste Lesart unserer Umwelt zurück, nach der jede Äußerung des Fremden als Zeichen einer Bedrohung gedeutet wird. Unsere Kultur hält einen Vorrat von Mythen, Bildern und Geschichten bereit, die sich uns aufdrängen. Klaus-Michael Bogdal nennt diesen Vorrat das ‚böse Gedächtnis‘ der Gesellschaft. Weshalb sind wir sicher, etwas gesehen zu haben, das wir gar nicht gesehen haben?

Unsere Wahrnehmungen werden von Mustern und komplexen Ordnungsschemata gelenkt, nach denen wir unsere Umwelt ‚aufteilen‘: in ‚uns‘ und die ‚anderen‘, die ‚Guten‘ und die ‚Bösen‘, die Zivi- lisierten und die Wilden usw. Über einige dieser Muster wird Klaus-Michael Bogdal anhand von ‚Zigeuner‘-Darstellungen in Spielfilmen sprechen.

Programm

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal

Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal, Professor für Germanistische Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld. Zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Literatur und Literaturtheorie, zuletzt u.a.„Abenteuerliche, Abgebrühte, Ausgebrannte“, „1945: Narrative eines historischen Epochenumbruchs“ (2017). 2013 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für das Buch „Europa erfindet die Zigeuner“.

Datum

Donnerstag, 5. Juli, 20.00 Uhr

Ort

Aufbau-Haus Berlin
Prinzenstr. 84.2
Zugang über Oranienstraße