Tagung: „Verkehr mit Fremdvölkischen“. Geschichte und Nachgeschichte des „Umgangsverbots“ mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus

Datum: 
13. Oktober 2016 - 15. Oktober 2016
Ort oder Sender: 

Fürstenberg/Havel

Etwa 7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer, unter ihnen 1,9 Millionen Kriegsgefangene, sind im Laufe des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verbracht worden und wurden hier zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die NS-Führung betrachtete diesen Umstand als „volkstumspolitische Gefahr“ und fürchtete um die „Blutreinheit des deutschen Volkes“: Sexuelle Kontakte zu „Fremdvölkischen“ wurden unter Strafe gestellt. Etwa 3500 Frauen waren im KZ Ravensbrück aufgrund einer Beziehung zu einem Ausländer in Haft. Osteuropäer mit Beziehungen zu deutschen Frauen wurden in der Regel erhängt, ihre Partnerinnen öffentlich angeprangert und anschließend inhaftiert. 

Bei diesen wegen „verbotenen Umgangs“ verfolgten Frauen und Männern handelt es sich um eine bis heute weitgehend vergessene Haftgruppe. Thema der Tagung sind die Praktiken der Verfolgung und Stigmatisierung der Betroffenen wie auch die Haftbedingungen in den Konzentrationslagern, Arbeitserziehungslagern und weiteren Haftstätten. Der Fokus der Tagung liegt auf geschlechterhistorischen, biografie- und literaturgeschichtlichen Fragestellungen.

Informationen 

Internet: http://www.ravensbrueck.de
https://www.facebook.com/GedenkstaetteRavensbrueck/

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie unter "Download".

Zur Anmeldung nutzen Sie bitte das Online-Formular unter

https://goo.gl/forms/OgR9jLXGCmgX8oqW2 oder kontaktieren Sie uns per Email unter info [at] ravensbrueck [dot] de.

„Verkehr mit Fremdvölkischen“. Geschichte und Nachgeschichte des „Umgangsverbots“ mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus

 

Eine Tagung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Breitenau, der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ  Hinzert und der Gedenkstätte  und Museum Trutzhain.

 

Zeit: 13. – 15. Oktober 2016

 

Ort: Gedenkstätte Ravensbrück, 16798 Fürstenberg

 

Etwa 7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer, unter ihnen 1,9 Millionen Kriegsgefangene, sind im Laufe des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verbracht worden und wurden hier zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die NS-Führung  betrachtete diesen Umstand als „volkstumspolitische Gefahr“ und fürchtete um die „Blutreinheit des deutschen Volkes“: Sexuelle Kontakte zu „Fremdvölkischen“ wurden unter Strafe gestellt. Etwa 3500 Frauen waren im KZ Ravensbrück aufgrund einer Beziehung zu einem Ausländer in Haft. Osteuropäer mit Beziehungen zu deutschen Frauen wurden in der Regel erhängt, ihre Partnerinnen öffentlich angeprangert und anschließend inhaftiert.

Bei diesen wegen „verbotenen Umgangs“ verfolgten Frauen und Männern handelt es sich um eine bis heute weitgehend vergessene Haftgruppe. Thema der Tagung sind die Praktiken der Verfolgung und Stigmatisierung  der Betroffenen wie auch die Haftbedingungen in den Konzentrationslagern, Arbeitserziehungslagern und weiteren Haftstätten. Der Fokus der Tagung liegt auf geschlechterhistorischen, biografie- und  literaturgeschichtlichen Fragestellungen.

 

 

Tagungsprogramm

 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

 

14 Uhr Führung durch die Gedenkstätte Ravensbrück

 

16 Uhr Silke Schneider, Fern-Universität Hagen:

"Verbotener Umgang" - Kriminalisierung an der Schnittstelle von Rasse und Geschlecht


16.45 Uhr Alexander Schmidt, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg:

"Rassenschande" - die Nürnberger Gesetze als Modell für rassistische Ausgrenzung

 

17.30 Uhr Mechthild Gilzmer, Universität des Saarlandes:

"Verbotene Liebe". Deutsch-französische Liebesgeschichten im aktuellen historisch-politischen Eventfilm

 

Moderation: Insa Eschebach, Gedenkstätte Ravensbrück

 

18.30 Uhr Abendessen

 

19.30 Uhr Film „Verbrechen Liebe. Von polnischen Zwangsarbeitern und

deutschen Frauen“ (Dokumentarfilm, BR 2014)

Einführung und Moderation: Thomas Muggenthaler, Bayerischer Rundfunk

 

 

Freitag, 14. Oktober 2016

 

8 Uhr Frühstück

 

9 Uhr Harry Stein, Gedenkstätte Buchenwald:

„...weil eine Blutsvermischung mit diesen Horten gegen alle Rassengesetze verstößt.“ Öffentliche Anprangerung und Lynchmord im Umfeld des KZ Buchenwald 1940-1942

 

9.45 Uhr Gunnar Richter, Gedenkstätte Breitenau:

Verfolgung von Beziehungen zwischen deutschen und ausländischen Frauen und Männern am Beispiel des Arbeitserziehungslagers Breitenau


Moderation: Matthias Heyl, Gedenkstätte Ravensbrück

 

10.30 Uhr Kaffeepause

 

10.45 Uhr Beate Welter, Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert: „Eindeutschungshäftlinge“: Polnische Zwangsarbeiter im SS-Sonderlager Hinzert

 

11.30 Uhr Karin Brandes, Gedenkstätte und Museum Trutzhain:

Verbotener Umgang mit deutschen Frauen. Französische Kriegsgefangene

des STALAG IX A vor dem Kriegsgericht Marburg

 

Moderation: Kristin Witte, Gedenkstätte Ravensbrück

 

12.15 Uhr Mittagspause

 

14 Uhr Insa Eschebach, Gedenkstätte Ravensbrück:

Die Gruppe der wegen „verbotenen Umgangs“ im KZ Ravensbrück inhaftierten

Frauen

 

14.45 Uhr Thomas Muggenthaler, Bayerischer Rundfunk:

„Ich war verliebt“. Wegen verbotener Liebesbeziehungen im KZ Ravensbrück

                                              

Moderation: Sabine Arend, Gedenkstätte Ravensbrück

 

15.30 Uhr Kaffeepause

 

16 Uhr Christa Schikorra, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg:

Unerlaubte Beziehungen. Die Gruppe der wegen „verbotenen Umgangs“ im KZ Flossenbürg inhaftierten Männer

                                              

16.45 Uhr Uta Gerlant, Potsdamer Gedenkstätte Lindenstraße:

„Verhaftet wegen menschlicher Beziehungen“. Das Gefängnis in der

Potsdamer Lindenstraße als Ort rassistischer Verfolgung im

Nationalsozialismus

 

Moderation: Gunnar Richter, Gedenkstätte Breitenau

 

18.30 Uhr Begrüßung durch Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales,

Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg 

Anschließend Abendessen und Get-together

 

 

Samstag, 15. Oktober 2016

 

9 Uhr Frühstück

 

10 Uhr Laura Müller, Saarbrücken:

Der verbotene Umgang im Dritten Reich: Das Schicksal saarländischer

Frauen, die Kriegsgefangene liebten

                       

10.45 Uhr Katarzyna Woniak, Zentrum für historische Forschung Berlin der

Polnischen Akademie der Wissenschaften: 

Liebe unter Aufsicht. Polnische ZwangsarbeiterInnen und der „Verbotene

Umgang mit Kriegsgefangenen“

 

Moderation: Insa Eschebach, Gedenkstätte Ravensbrück

 

11.30 Uhr Kaffeepause

 

12 Uhr Abschlussdiskussion und Resümee

 

13 Uhr Mittagessen

 

Ende der Tagung            

 

 

 

Konzeption

Karin Brandes, Insa Eschebach, Gunnar Richter, Beate Welter

 

Veranstalter_innen

Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Gedenkstätte Breitenau, Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ  Hinzert, Gedenkstätte  und Museum Trutzhain

 

Gefördert durch

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

 

Informationen

www.ravensbrueck.de

www.facebook.com/GedenkstaetteRavensbrueck/

 

Um Anmeldung bis zum 3. Oktober wird gebeten.


Zur Anmeldung nutzen Sie bitte das Online-Formular unter goo.gl/forms/OgR9jLXGCmgX8oqW2 oder kontaktieren Sie uns per Email unter info [at] ravensbrueck [dot] de.

 

Unterkunft

Übernachtung im Mehrbettzimmer und Vollpension in der benachbarten Jugendherberge Ravensbrück: 36,00 € pro Tag

Zimmervermittlung in Fürstenberg/Havel über die Touristeninformation

Tel.: +49 33093 32254

info [at] fuerstenberger-seenland [dot] de

 

Tagungsort

Gedenkstätte Ravensbrück, Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/Havel

 

Anreise

Bahn: Der Regional-Express fährt stündlich von Berlin-Hauptbahnhof nach Fürstenberg/Havel (Richtung Stralsund oder Rostock). Vom Bahnhof Fürstenberg 2 km Fußweg oder per Taxi. Ein Shuttle wird auf Anfrage organisiert.

PKW: Fürstenberg/Havel liegt ca. 80 km nördlich von Berlin an der B96 Berlin-Stralsund. In Fürstenberg der Beschilderung folgen. 

 

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