Christine Brinck "Eine Kindheit in vormaurischer Zeit"

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Datum: 
15. Mai 2012
Ort oder Sender: 

Berlin

Lesung und Gespräch

Das Buch gewährt einen sehr persönlichen Einblick in eine Kindheit in der DDR, die trotz familiärer Geborgenheit von Ängsten geprägt war. Christine Brinck wächst in den 1950er Jahren in Schwerin auf, ihre verwitwete Mutter unterhält eine Schülerpension. Die Familie ist christlich geprägt und entzieht die Kinder dem Zugriff der staatlichen Jugendorganisationen. Gleichwohl dringt das SED-Regime bis in die private Sphäre vor. Viele Pensionsschüler werden wegen ihres akademischen oder christlichen Familienhintergrunds nicht zum Abitur bzw. Studium zugelassen. Das benachbarte Gefängnis lässt nach Verschwundenen und Inhaftierten fragen. Die Sorgen und Nöte der Älteren vermitteln sich den Kindern ebenso wie der Zwang, immer auf der Hut zu sein und selbst auf dem Pausenhof noch zu bedenken, was man sagt.

Kurz vor dem Mauerbau flieht die Familie von Christine Brinck in den Westen, da es auch für sie keine Perspektive in der DDR mehr gibt. Kinder und Mutter müssen daraufhin lange Zeit getrennt voneinander bei Verwandten und in Flüchtlingsunterkünften leben. Warum Menschen aus der DDR flüchteten, aber auch, welche schwerwiegenden Folgen diese Entscheidung für manche Zurückbleibenden hatte, dokumentiert die Autorin außerdem in fünf Interviews, die den eigenen Kindheitserinnerungen beigefügt sind.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 66/80
12277 Berlin
Tel: +49 (0)30 / 75 00 84 00
Fax: +49 (0)30 / 75 44 66 34
www.notaufnahmelager-berlin.de