Vor 70 Jahren, am 22. Oktober 1940, wurde Paul Niedermann (*1927) mit seinen Eltern, seinem Bruder Arnold und seinem Großvater aus Karlsruhe in den Süden Frankreichs verschleppt. Über 6.500 Personen wurden dort in Lagern wie Gurs interniert. Die Initiative für die bis dahin umfangreichste Deportation
deutscher Juden war von den NSDAP
-Gauleitern Badens und der Pfalz ausgegangen. 1942 gelang Paul und Arnold die Flucht; eine Hilfsorganisation versteckte sie, unter anderem im Kinderheim »La Maison dIzieu«. Ende 1943 entkamen die Brüder in die Schweiz. 1987 trat Paul Niedermann als Zeuge im Prozess gegen Klaus Barbie auf, auf dessen Befehl die Kinder aus Izieu 1944 nach Ausschwitz-Birkenau deportiert worden waren.
Programm
Begrüßung
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Einführung
Dr. Götz Aly, Historiker und Journalist
Gespräch
Paul Niedermann und Dr. Karola Fings, stellv. Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln

