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Empfehlung Unterrichtsmaterial

Spielfilme zum Nationalsozialismus

Gerhard Teuscher: Spielfilme zum Nationalsozialismus. LISUM Berlin-Brandenburg (Hg.) 2005.

Von Lisa Just

Der Studienrat und Filmpädagoge Gerhard Teuscher hat einen Leitfaden für den Einsatz von Spielfilmen zum NS im Schulunterricht verfasst. In seiner Erfahrung hat sich gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler verschiedener Schultypen leichter mit Spielfilmen umgehen können, da sie dieses Medium in ihrer Freizeit nutzen, als mit Dokumentarfilmen.

Das Angebot an Spielfilmen ist groß und für Laien nur schwer zu überblicken. So wertvoll Spielfilme wie „Schindlers Liste“ und „Das Leben ist schön“ sind, ein Blick auf weniger bekannte deutsche und internationale Spielfilme ist lohnenswert. Aus diesem Grund hat Teuscher sein über 40 Filme umfassendes Kompendium nach folgenden sechs Sachgebieten gegliedert: Alltag, Jugend, Widerstand, Verfolgung und Ermordung von Juden und anderen Minderheiten, der 2. Weltkrieg, Auseinandersetzung mit der NS-Zeit.

Zusätzlich zu dieser thematischen Filmliste hat Teuscher in einem zweiten Teil alle Filme mit einer etwa halbseitigen Inhaltangabe versehen. Diese Liste ist auf die pädagogische Praxis ausgerichtet und liefert meist konkrete Ideen zur Filmanalyse.

Ein weniger bekannter Spielfilm über die Verfolgung von Juden ist z.B. „Wenn alle Deutschen schlafen“ von Frank Beyer. Dabei handelt es sich um die Verfilmung einer Erzählung von Jurek Becker aus dem Jahr 1996. Becker schrieb selbst das Drehbuch zu diesem Film. Darin beschreibt er das Ghetto LodzStadt im 1939 annektierten Teil Polens, umbenannt in Litzmannstadt. Erstes größeres Ghetto, im Frühjahr 1940 eingerichtet. Im Juni 1940 lebten 157.000 Menschen auf einem Areal von 4 km unter unzureichenden Bedingungen. Im Oktober 1941 kamen 20.000 deutsche, österreichische, luxemburgische und tschechische Juden dazu sowie 5.000 Sinti und Roma aus dem Burgenland, die in einem separaten Teil des Ghettos inhaftiert wurden. Zwischen Januar 1942 und Juli 1944 Deportationen zur Vernichtung nach Chelmno. 1944 Auflösung des Ghettos und Deportation von ca. 60.000 Menschen nach Auschwitz. aus der Sicht des fünfjährigen Marek, auf der Grundlage Beckers eigener Erfahrungen im Ghetto Lodz.

Ein dritter Teil des Leitfadens beschreibt kurz und knapp verschiedene Methoden zum Umgang mit den gezeigten Filmen im Unterricht. Teuscher hat etwa 20 Methoden ausgewählt und weist auf deren Vor- und Nachteile hin.

Den Abschluss bildet eine kurze Literaturliste mit Hinweisen zu Bezugsmöglichkeiten. Hilfreich ist da vor allem der Verweis auf die Ausleihmöglichkeiten von Spielfilmen über das LISUM, da private Kauf- oder Leihvideos einem strengen Urheberrechtsschutz unterliegen und nicht im Unterricht gezeigt werden dürfen.

Link: http://www.bebis.de/themen/lernfelder/filmerziehung/Film_und_NS/ns_spielfilme.pdf