Förderprogramm

Förderprogramm "Geschichte(n) in Vielfalt"

Globale Migrationsbewegungen machen Deutschland zu einem Ein- und Auswanderungsland. Dies hat Auswirkungen auf die deutsche Erinnerungskultur, die sich für das 20. Jahrhundert auf die Geschichte des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur konzentriert. Zunehmend leben in Deutschland Menschen, die auch andere Unrechts- und Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts erinnern: Kriege und Bürgerkriege, Vertreibungen, Verfolgung und Flucht, Völkermord, Kolonialismus, Diktaturen, Widerstand und Selbstbehauptung.
 
Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) fördert internationale und interkulturelle Projekte in ihren drei Programmbereichen „Auseinandersetzung mit der Geschichte“, „Handeln für Menschenrechte“ und „Engagement für Opfer des Nationalsozialismus“. Mit dem Programm "Geschichte(n) in Vielfalt" unterstützt die Stiftung Bildungs- und Begegnungsprojekte zur Auseinandersetzung mit Erfahrungen von kollektiver Gewalt bzw. systematischem Unrecht, die wenig beachtet, aber umstritten sind und das interkulturelle Zusammenleben belasten.
 

Ziel und Zielgruppen des Förderprogramms "Geschichte(n) in Vielfalt"

Das Lernen über systematische Gewalt- und Unrechtserfahrungen, die in der Migrationsgesellschaft nachwirken, soll eine kompetente Verständigungsbereitschaft, Konflikt- und Partizipationsfähigkeit zugleich stärken. Horizont des Förderprogramms ist ein friedfertiges, respektvolles und demokratisches Zusammenleben.
Gefördert werden vor allem zivilgesellschaftliche Initiativen und gemeinnützige Organisationen. Die Projekte sollen sich an Erwachsene, vor allem aus aktiven Vereinigungen wie z.B. Eltern oder Multiplikator/innen oder an Jugendliche richten.
Der Projektträger soll sicherstellen, dass – etwa durch ein geeignetes Team oder eine Kooperationsbeziehung – verschiedene Geschichtsbezüge und Perspektiven in dem Projekt gleichberechtigt qualifiziert vertreten werden.
 

Was kann gefördert werden?

Gefördert werden interkulturelle Bildungs- und Begegnungsangebote, die sich verständigungsorientiert auf vernachlässigte oder konkurrierende Geschichte(n) oder Erinnerungen beziehen und in denen Erfahrungen von kollektiver Gewalt bzw. systematischem Unrecht im Zentrum stehen, insbesondere Krieg oder Bürgerkrieg, Vertreibung, Verfolgung, Völkermord, Kolonialismus, Diktatur, von Opfern und von Täterschaft.
Projekte sollen sich an Zielgruppen richten, in denen unterschiedliche Geschichtserzählungen vertreten sind.
 
Beispiele für zu fördernde Projekte: Vereinsmitarbeiter und engagierte Erwachsene nehmen an einer Seminarreihe teil, um sich über Geschichte und Nachwirkung von bestimmten interethnischen Konflikten oder Diktaturen zu bilden, die in Deutschland, Griechenland, Serbien und der Türkei stattgefunden haben, und vertiefen damit ihre Kompetenz zum Umgang mit Geschichte und mit unterschiedlichen Perspektiven. Eltern, Lehrer/innen und/oder andere Akteure aus Vereinen oder Schulen bearbeiten die Geschichte von Völkermorden oder Bürgerkriegen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Oder auch: Jugendliche erkunden die Spuren und Wirkungen der Kolonialzeit in ihrer Stadt.
Beispiele für aktuelle und abgeschlossene Projekte, die aus Mitteln des Programms Geschichte(n) in Vielfalt gefördert wurden, ebenso weitere Hinweise zur Förderung, finden Sie auf der Website der Stiftung. Nicht gefördert werden reine Tagungsveranstaltungen, die Produktion von Ausstellungen, Filmen und Publikationen (außer wenn die Produktion das Ergebnis des jeweils geförderten Projektes darstellt), schwerpunktmäßig internationale Projekte sowie politische Vorhaben. Die Stiftung EVZ bietet einmal jährlich eine Tagungsveranstaltung für den Austausch unter Projektleiter/innen und Teams bzw. Multiplikator/innen an.
 

Antragstellung, Fristen und Entscheidung über die Förderanträge

Die Frist für die Förderung von Projekten in 2012 ist bereits vorbei. Anträge für 2013 können voraussichtlich bis September 2012 eingereicht werden. Unterstützt werden Personal- und Sachkosten. Ein angemessener Eigenbeitrag des Projektträgers wird erwartet. Die Einwerbung von Drittmitteln ist erwünscht.
Die Stiftung EVZ bietet an, interessierte Antragsteller zu beraten, z.B. aufgrund von kurzen Ideenskizzen, die auch per Email eingereicht werden können, oder telefonisch.
 

Information, Beratung und Kontakt

Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
Ulla Kux
Programmleitung
Lindenstraße 20-25
10969 Berlin
Tel.: (030) 25 92 97-84
Fax: (030) 25 92 97-11
kux [at] stiftung-evz [dot] de

 

 

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