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„Wege zur Erinnerung“ 2020 – ein Förderprogramm des DPJW für gemeinsame deutsch-polnische Gedenkstättenprojekte

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Beitrags-Autor: LukaszDPJW

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Die Machtübernahme Hitlers, der Zweite Weltkrieg, die Besetzung Polens durch Nazideutschland und die damit verbundene schwierige deutsch-polnische Beziehungsgeschichte stehen thematisch oft im Mittelpunkt deutsch-polnischer und trilateraler Jugendbegegnungen. Projekte zu historischen Themen sind deshalb ein wichtiger Bestandteil unserer Programmarbeit.  Mit dem Förderprogramm „Wege zur Erinnerung“ wollen wir derartige Projekte besser unterstützen. 

Jungen Menschen bieten wir die Chance, aus der Geschichte für eine gemeinsame Zukunft zu lernen. Während der Projekte beschäftigen sie sich mit dem politischen und gesellschaftlichen Kontext der Entstehung des Nationalsozialismus seit der Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933. Sie vertiefen ihr Wissen über den Holocaust und die Besetzung Polens durch Hitlerdeutschland und lernen die Geschichte der besuchten Gedenkstätten an die Opfer des NS-Terrors in Deutschland und Polen kennen. 

Durch die intensive Beschäftigung mit der Geschichte bekommen die jungen Menschen die Möglichkeit, eine Verbindung zu Ereignissen und Problemen in der heutigen Welt zu ziehen. In gemeinsamen Workshops reflektieren die Jugendlichen menschliches Verhalten in der Vergangenheit und Gegenwart und stärken ihre eigene Haltung gegen Verletzung von Menschenrechten, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Auf diese Weise wollen wir zur Entwicklung von Zivilcourage und zivilgesellschaftlichen Kompetenzen von Jugendlichen beitragen. 

Für wen?

Das Programm „Wege zur Erinnerung“ richtet sich an deutsch-polnische oder trilaterale Partnerschaften, die sich bei gemeinsamen Jugendbegegnungen mit der Thematik der Geschichte des Nationalsozialismus, des Holocaust, des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Polens durch Nazideutschland auseinandersetzen. 

Förderkriterien

Gefördert werden Projekte, die folgende Kriterien erfüllen: 

  • Das Programm beinhaltet den Besuch einer NS-Gedenkstätte und vermittelt Hintergrundwissen über die Geschichte dieses Ortes. Bevorzugt gefördert werden Projekte in Zu­sammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, die sich inhaltlich auf Fragestellungen zum Thema Nationalsozialismus speziali­sieren sowie Projekte, die vom pädagogischen Angebot dieser Einrichtungen Gebrauch machen.
  • Mindestens die Hälfte des Programms ist der Thematik des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs, des Holocaust oder der Besetzung Polens durch Nazideutschland gewidmet (zu­sammen mit der Vor- und Nachbereitung dieses Teils mit bei­den Gruppen.
  • Der geschichtliche Programmteil knüpft an die Gegenwart und an das Leben der jungen Menschen an und orientiert sich an Fragestellungen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst bewegen. Aus der Beschreibung und Durchführung des Projekts geht die aktive Beteiligung der jungen Menschen bei der Planung des Programms und seiner Umsetzung hervor.
  • In gemeinsamen Workshops wird die Verbindung zwischen historischen Ereignissen und den Problemen der heutigen Welt thematisiert.
  • Die Teilnehmenden werden (vor und während der Begegnung) intensiv auf das Projekt, ins. auf den geschichtlichen Teil vorbereitet und beteiligen sich aktiv an der Reflexion und Auswertung.
  • Bei trilateralen Projekten wird die Perspektive des Drittlands berücksichtigt.
  • Die weiteren Programminhalte des Projekts ermöglichen den Jugendlichen, einander kennenzulernen, schließen Elemente der interkulturellen Bildung ein und regen das Interesse der Jugendlichen für das Nachbarland an, z. B. seine Geschichte, Kultur, Sprache und den dortigen Alltag.
  • Das gemeinsame Programm dauert zwischen 4 und 14 Tage. 
  • Die Gruppe besteht aus maximal 50 Teilnehmenden im Alter von 14 bis 26 Jahren.

Die Projektteilnehmer/-innen werden ermutigt, eine Projekt­dokumentation zu erstellen (z. B. Filme, Präsentationen oder Tagebücher), in der sie die gemeinsamen Aktivitäten vorstellen und ihren Überlegungen nach dem Besuch der Gedenkstätte Ausdruck verleihen. 

Sollten bei der Erstellung der Dokumentation zusätzliche Kosten entstehen, kann zusätzlich die Förderung eines Kleinprojektes „4x1 ist einfacher” beantragt werden. 

Gedenkstätten

Gedenkstätten im Sinne des Förderprogramms „Wege zur Erinnerung“ sind Orte des Erinnerns und des Gedenkens an die Opfer des NS-Terrors: Orte der Massenverbrechen, ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager sowie Erinnerungsorte auf dem Gebiet der ehemaligen Ghettos, Gefängnisse, „Euthanasie-“stationen oder damaligen Arbeitslager.

Weitere Informationen sowie die Antragsformulare finden Sie auf der Webseite des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.