Förderprogramm

Ausschreibung: Theaterprojekte mit Zeugnissen von Opfern des Nationalsozialismus

Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs können nur noch wenige Überlebende des Nationalsozialismus persönlich ihre Erinnerungen weitergeben. Ihre Zeugnisse jedoch – Tagebücher und Briefe, Autobiografien, audiovisuelle Interviews, Gedichte, Kompositionen, Zeichnungen und Fotos – bieten uns Zugänge zu ihren spezifischen Perspektiven auf den Nationalsozialismus und seine Verbrechen. Die Stiftung EVZ tritt dafür ein, diese Perspektive, die erst spät gesellschaftliche Auf-merksamkeit fand, dauerhaft in der Erinnerungskultur zu verankern. 

Die Stiftung EVZ möchte daher Formen künstlerischer Aneignung von Zeugnissen anregen und för-dern. Theater- und Tanzschaffende, die solche Projekte mit den Mitteln der darstellenden Künste entwickeln, können sich für eine Förderung bei der Stiftung EVZ bewerben.

Ziel der Förderung

Unterstützt werden Projekte aller Genres der darstellenden Künste, die konkrete Selbstzeugnisse von Holocaust-Überlebenden und anderen NS-Verfolgten zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit nehmen. Mit den Mitteln der darstellenden Künste versuchen die Projektgruppen, die Lebenswege der NS-Verfolgten zu erkunden, ihre Erinnerungen zu verstehen, ihre Perspektiven einzunehmen und ihre Botschaften an die nachfolgenden Generationen zu identifizieren. Dabei finden sie ihre eigenen Zu-gänge und stellen diese Zeugnisse auf der Bühne oder im öffentlichen Raum in gesellschaftlich rele-vante Kontexte unserer Gegenwart.

Im Rahmen dieser Aneignungsprozesse sollen die Zeugnisse und Selbstaussagen von NS-Opfern auch quellenkritisch befragt und historisch kontextualisiert werden. Sie finden in angemessener Wei-se Eingang in die künstlerischen Darstellungen. Bei Opfergruppen, die wenige oder keine Selbst-zeugnisse hinterlassen haben (z.B. Opfer der NS-„Euthanasie“), können auch die Überlieferungen der Nachkommen oder Hinterlassenschaften historischer Orte einbezogen werden.

Information, Kontakt und Beratung

Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ 
Ulrike Rothe, Programmleitung
Lindenstraße 20-25
10969 Berlin 
Tel.: +49 30 25 92 97-79 
Email: Rothe [at] stiftung-evz [dot] de  

Weitere Informationen über die Ausschreibung finden Sie im PDF-Dokument unter "Download".

 

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