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Schule ins Museum. Sechs Kooperationsschulen des Jüdischen Museums Berlin verlegen ihren Unterricht in den Libeskindbau

Das Jüdische Museum Berlin startet mit sechs Kooperationsschulen in das neue Schuljahr. Herzstück ist eine Geschichtswerkstatt, für die Schulen ein Unterrichtsfach über mehrere Wochen ins Museum verlegen. Damit bewährt sich dieses Pilotprojekt schon im vierten Jahr. Schüler der Kreuzberger Refik-Veseli-Schule hatten in den vergangenen drei Jahren das Museum im Rahmen der »Geschichtswerkstatt« wöchentlich besucht und zu individuell entwickelten Themen gearbeitet. Die Freunde des Jüdischen Museums Berlin unterstützen die Geschichtswerkstatt auch in diesem Jahr wieder finanziell. 

»Die nachhaltige Bildungsarbeit ist ein wichtiges Ziel ist für uns«, sagt Diana Dressel, Leiterin der Bildungsabteilung. »Daher bieten wir Lehrkräften Unterstützung bei der Erfüllung der Rahmenlehrpläne an. So verbringen die Schüler nicht nur einen Wandertag bei uns, sondern lernen mit innovativen Methoden und nach diskriminierungskritischen Grundsätzen auch Unterrichtsinhalte.«

Das Jüdische Museum Berlin arbeitet seit 2012 mit Schulen unterschiedlicher Profile und aus verschiedenen Bezirken zusammen. Das Programm wird ständig ausgebaut. Die jüngste Kooperation ist die Zusammenarbeit mit der benachbarten Galilei-Grundschule. 

Die Schulen nehmen an Führungen und Workshops teil, treffen Stifter des Museums, die als Zeitzeugen das nationalsozialistische Deutschland erlebt haben, erforschen Dokumente im Archiv, lernen Geschichten im multimedialen Learning-Center, backen die traditionellen jüdischen Schabbatbrote Challot und setzen sich anhand von theaterpädagogischen Methoden mit den Thema Flucht und Exil auseinander. Sie arbeiten sowohl zur Geschichte deutscher Juden als auch zu interreligiösen Themen und zu aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Antisemitismus oder antimuslimischem Rassismus.

Die Kooperationsschulen

Das Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln hat mit Beginn des Schuljahres seine seit 2012 bestehende Kooperation um weitere vier Jahre verlängert.
Die Refik-Veseli-Schule Kreuzberg ist seit 2013 Kooperationsschule.
Alle Siebtklässler der B.-Traven-Oberschule Spandau besuchen in diesem Schuljahr mindestens sechs Mal das Museum, um sich mit dem Thema Judentum zu beschäftigen.
Neuntklässler der Ernst-Schering-Schule Wedding bearbeiten über vier Wochen das Thema deutsche Juden zur Zeit des Nationalsozialismus.
Die 8. Klassen der Schnelllerner des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums Pankow können drei Unterrichtsmodule für jeweils drei Wochen belegen.
Die Galilei-Grundschule Kreuzberg besucht sowohl während des Unterrichts als auch zur Hortzeit das gegenüberliegende Museum.

Kostenloses Unterrichtsmaterial zum Download

Das Jüdische Museum Berlin bietet Lehrern zur Vorbereitung und Durchführung ihres Museumsbesuchs Themenübersichten und Arbeitsblätter für die Klassenstufen 8 und 9 sowie 10 bis 13 an. Zudem werden auf Grundlage des Jugendromans »Nathan und seine Kinder« Unterrichtsmaterialien für Unterrichtseinheiten und Projekttage zum Thema Zusammenleben der Kulturen und Religionen angeboten. Dabei werden Übungen aus der Theaterpädagogik, zur Arbeit mit Texten aus dem Roman und der Museumspädagogik vorgestellt.

 

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