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CfP des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften: Der Zweite Weltkrieg. Ereignisse und Erinnerungen

Der Zweite Weltkrieg. Ereignisse und Erinnerungen im Rahmen des Klaus Zernack Colloquiums.

Das Klaus Zernack Colloquium ist eine seit 2011 monatlich stattfindende Veranstaltung des Zentrums für Historische Forschung Berlin der
Polnischen Akademie der Wissenschaften. Es wird gemeinsam von Prof. Robert Traba (Direktor des CBH PAN) und Prof. Michael G. Müller (Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) geleitet. 

Das Ziel des Colloquiums ist es, eine Diskussionsplattform für HistorikerInnen und VertreterInnen benachbarter Disziplinen für ihre Forschungsprojekte zu schaffen. Thematisch vorausgesetzt wird eine Bezugnahme auf die von Prof. Klaus Zernack herausgebildete methodologische Konzeption der Beziehungsgeschichte. Die
Beziehungsgeschichte betont die in beide Richtungen verlaufenden Interaktionen zwischen sich parallel entwickelnden historischen Subjekten: sowohl zwischen Nationen und Nationalstaaten als auch zwischen religiösen, regionalen oder sozialen Gemeinschaften.

Das Thema der diesjährigen Veranstaltungsreihe lautet: Der Zweite Weltkrieg. Ereignisse und Erinnerungen. 

Am 1. September 2014 jährt sich der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal und gibt Anlass, sich diesem Themenkomplex multiperspektivisch zu widmen. Die letzten Debatten beispielsweise um "Raubkunst", den ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" oder die justizielle Aufarbeitung von NS-Verbrechen zeigen auf, dass dieser Krieg nach wie vor einen Schatten auf die Beziehungen zwischen den von ihm betroffenen Ländern wirft und ihre nationalen Erinnerungskulturen zu einem großen
Maße formt. Gerade im Zusammenhang mit einer zunehmend angestrebten
Europäisierung der Erinnerungen ist es wichtig, den Blick auf eine wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Thema zu richten und aktuelle Forschungsprobleme zu diskutieren. 

Trotz der kaum mehr zu überblickenden Fülle an vorhandener Literatur sowie der in den letzten Jahren zahlreichen Forschungsprojekten zur Ereignis- und Erfahrungsgeschichte des Zweiten Weltkrieges gibt es bestimmte Themen- bzw. Problemfelder, die vor allem aus beziehungsgeschichtlicher Perspektive zu erforschen wären. Zu solchen Themenkomplexen gehört zum Beispiel der Alltag unter deutscher
Besatzung, da hier neue methodologische Ansätze ein großes Erkenntnispotenzial versprechen. Darüber hinaus werfen die intensiv durchgeführten Oral History-Projekte zu den Erinnerungen der nur noch wenigen Zeitzeugen neue Fragen auf diese Vergangenheit auf. Ebenso ermöglichen uns kunstgeschichtliche, psychologische oder soziologische Fragestellungen, empirisch zum Verständnis des Zweiten Weltkrieges
beizutragen und dieses Ereignis länderübergreifend aufzuarbeiten.

Wir freuen uns auf Beiträge, die insbesondere die Methode der Beziehungsgeschichte zur Erforschung der Ereignis- und Wirkungsgeschichte des Zweiten Weltkrieges heranziehen. Folgende thematische Aspekte stehen im Schwerpunkt unserer Veranstaltungsreihe:

  • Analyse der Akteure und Strukturen sowie der Mechanismen des Terrors,
  • Auseinandersetzung mit dem Herrschaftsdiskurs, der Gewalt und den Ideologien, 
  • Untersuchung der Besatzung sowie der Dimensionen des Widerstandes,
  • Erforschung der Deportations-, Verfolgungs- und Vertreibungsgeschichten, 
  • Erforschung des Aufarbeitungsprozesses (historische, literarische, künstlerische und justizielle Dimension), 
  • Projekte zum kollektiven Gedächtnis und zur Oral History,
  • Praktiken der Visualisierung und Musealisierung der Vergangenheit,
  • Rolle der neuen Medien in den Erinnerungskulturen.

Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein. Bitte schicken sie Ihr Abstract (ca. 1.500 Zeichen) und einen kurzen Lebenslauf mit Kontaktangaben, institutioneller Affiliation und akademischem Grad bis zum 28. Februar 2014 an 

Dr. Katarzyna Woniak (Koordination)
E-Mail: katarzyna [dot] woniak [at] cbh [dot] pan [dot] pl

Praktische Informationen

  • Die Veranstaltungsreihe umfasst das Kalenderjahr 2014.
  • Die Colloquien besitzen einen offenen Charakter und finden einmal im Monat jeweils montags um 18 Uhr im Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Majakowskiring 47, 13156 Berlin, statt.
  • Die Vorträge (Redezeit ca. 30 Minuten) werden von einem Kommentar eines eingeladenen Experten aus der jeweiligen Disziplin begleitet.
  • Vor dem Vortrag ist eine Zusammenfassung von 3-5 Seiten einzureichen.
  • Die Vortragssprache ist Deutsch; in besonderen Fällen können wir eine Übersetzung zur Verfügung stellen.
  • Eine Unterkunft wird gewährleistet; Reisekosten werden erstattet.

 

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