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Archiv-Worshops des Jüdischen Museums Berlin

Das Jüdische Museum Berlin bietet von Mai bis Oktober 2013 Archiv-Workshops an, zu denen Zeitzeugen aus den USA und England anreisen. Die Zeitzeugen und die von ihnen gestifteten Dokumente und Objekte stehen im Mittelpunkt des Archiv-Workshops. Anhand von Originaldokumenten nähern sich die Teilnehmer einem Thema bzw. Familienschicksal aus der deutsch-jüdischen Geschichte an. In einem anschließenden Gespräch können sie Fragen an diejenigen stellen, die diese Geschichte selbst erlebt haben.

Es sind noch Termine verfügbar.

Herta Weinstein wird zwischen dem 27.5. und 30.5.2013 aus den USA anreisen.Herta Weinstein wurde 1927 in Wien geboren. Sie besuchte die Volksschule. Nach der Annektierung Österreichs im März 1938 war sie gezwungen auf ein jüdische Gymnasium zu wechseln. Beim Novemberpogrom wurde ihr Vater festgenommen und in Wien interniert. Herta konnte im Februar 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien entkommen. Ihren Eltern gelang es im Mai 1939 mit dem Schiff „St. Louis“ nach Kuba zufahren. Bei der Ankunft in Havanna durfte das Schiff jedoch nicht andocken: Da sowohl Kanada als auch die USA eine Einreise der Flüchtlinge ablehnten, musste die „St. Louis“ nach Europa zurückkehren. Herta Weinsteins Eltern konnten glücklicherweise nach England einreisen. Im November 1940 wanderte die ganze Familie dann in die USA aus.

Im August, September und Oktober 2013 erwarten wir weitere Stifter, u.a.:

Fred Overlander wurde 1923 in Berlin geboren. Sein Vater führte ein koscheres Hotel am Alexanderplatz. Fred ging im Juni 1939 auf das Ausbildungsgut (Hachschara) Havelberg und reiste im März 1940 mit 129 anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland über Trieste nach Palästina. 1943 meldete sich Fred Overlander freiwillig bei der britischen Marine. Seine Mutter und Großmutter sind 1943 nach Theresienstadt deportiert worden, beide überlebten den Krieg und konnten 1946 mit der Familie in England wiedervereint werden, wo auch Fred ab 1945 stationiert war.

Peter Summerfield wurde 1933 in Berlin geboren wurde. Mit seinem Zwillingsbruder George und seinen Eltern konnte er 1939 über die Niederlande nach Großbritannien auswandern. Dort wurde sein Vater während des Krieges kurzzeitig als „enemy alien“ verhaftet. Den ursprünglichen Plan, weiter in die USA zu emigrieren, gab die Familie nach Kriegsende auf, weil sie sich gut in England eingelebt hatte. Alle nahmen die britische Staatsbürgerschaft an und die beiden Zwillingsbrüder leisten zuerst gemeinsam ihren Militärdienst ab und studierten dann Rechtswissenschaften in Oxford.

Kontakt

Nadja Rentzsch
Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstr. 9-14
10969 Berlin
Tel. +49 - (0)30 - 25993-305
Fax +49 - (0)30 - 25993-412
E-Mail: fuehrungen [at] jmberlin [dot] de
www.jmberlin.de/Kinder-schueler-lehrer

 

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