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Das Fritz Bauer Institut erhält den Ignatz Bubis-Preis 2013

Der Ignatz Bubis-Preis für Verständigung geht im Jahr 2013 an das Fritz Bauer Institut. Die Preisverleihung fand gestern, am Donnerstag, 2. Mai 2013, 15.00 Uhr in der Paulskirche statt. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre von der Stadt Frankfurt verliehen. Er besteht aus einer künstlerisch gestalteten Urkunde und ist mit 50.000 Euro dotiert.

Die Laudatio für die Preisverleihung hält der Historiker Prof. Dr. Dan Diner, Direktor des Simon Dubnow Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Mit dem Ignatz Bubis Preis sollen Persönlichkeiten und Institutionen gewürdigt werden, die sich für Verständigung einsetzen. Ignatz Bubis war eine herausragende politische Persönlichkeit in der Bundesrepublik. Mit seinen aufmerksamen Beobachtungen und Analysen schärfte er die Wahrnehmung für antisemitische Tendenzen in der Öffentlichkeit und setzte sich gegen ausländerfeindliche Äußerungen und Gewalttaten ein. Das Fritz Bauer Institut steht mit seinen Aktivitäten in der Tradition dieses Engagements. Als zeithistorisches Forschungs- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust setzt es eigene Schwerpunkte. Die Erforschung der Rolle von moralischen Gefühlen und Rechtfertigungsformen in der nationalsozialistischen Gesellschaft, etwa beim Ausschluss bestimmter Gruppen aus der sogenannten Volksgemeinschaft und insbesondere dem nationalsozialistischen Antisemitismus ist seit sechs Jahren ein zentrales Thema des Instituts. Dabei geht es auch um das Fortwirken dieser geteilten »moralischen Gefühle« und Urteile in der deutschen Nachkriegszeit.

Mit seinem Pädagogischen Zentrum und vielen öffentlichen Veranstaltungen vermittelt das Institut seine Forschungsergebnisse über den universitären Rahmen hinaus. Das Fritz Bauer Institut wurde nach einem der bedeutendsten jüdischen Juristen der Bundesrepublik benannt. Er hat sich – etwa durch den von ihm in Frankfurt am Main verfolgten Auschwitz-Prozess – sowohl für die juristische Ahndung als auch für die die Aufklärung über die NS-Verbrechen eingesetzt. Sein Engagement für die Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft – oft auch gegen heftige Widerstände – ist dem Ignatz Bubisʼ vergleichbar. Das Fritz Bauer Institut ist die erste in Deutschland nach dem Nationalsozialismus errichtete Einrichtung zur Erforschung des Holocausts und seiner Folgen.

Prof. Dr. Raphael Gross, Leiter des Instituts, über die Ehrung: »Mich freut die Verbindung mit dem Namen von Ignatz Bubis ganz besonders. Bubis und Fritz Bauer stehen für eine aktive Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit und deren Fortwirken in die Gegenwart. Insofern sind sie beide für die Arbeit des Fritz Bauer Instituts von großer Bedeutung und der Preis macht dies besonders sichtbar.«

Mit der Verleihung des Ignatz Bubis-Preises für Verständigung ehrt die Stadt Frankfurt am Main das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Ignatz Bubis, des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland. Die Verleihung ist darüber hinaus Ausdruck der Verpflichtung der Stadt Frankfurt am Main, für die von Ignatz Bubis verkörperten Werte einzutreten. Bisherige Preisträger sind: Wolfgang Thierse, Präsident des Deutschen Bundestages (2001); Prof. Dr. Franz Kamphaus, Bischof von Limburg (2004); Dr. Walter Wallmann, Oberbürgermeister a. D. (2007); Trude Simonsohn, Holocaust-Überlebende und Sozialarbeiterin (2010).

Quelle: www.fritz-bauer-institut.de/nachrichten.98.htmlFritz Bauer Institut

 

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